Verbandsgemeinderat Dierdorf tagte
Tafel-Zusammenschluss umgesetzt
Dierdorf. Der Rat der Verbandsgemeinde Dierdorf beschäftigt sich schon länger mit der Einrichtung einer Tafel in Dierdorf. Bislang schreckte man immer vor den entstehenden Kosten der einzurichtenden Infrastruktur zurück. „Wir wären finanziell und personell nicht in der Lage gewesen im Alleingang eine Tafel aufzubauen. Die umliegenden Tafeln hätten zustimmen müssen und dies wäre unwahrscheinlich gewesen“, erläuterte Bürgermeister Horst Rasbach.
Jetzt gibt es einen Zusammenschluss mit der seit Jahren gut funktionierenden Tafel der Verbandsgemeinde Puderbach. Die Dierdorfer werden dort Mitglied und müssen dafür 500 Euro pro Jahr zahlen. Der Betrag kann aufgestockt werden, wenn besondere Investitionen, zum Beispiel ein neues Fahrzeug, anstünden.
Mit im Boot sind die Katholische Pfarreingemeinschaft Großmaischeid-Isenburg, die evangelische Kirchengemeinde Dierdorf, die freikirchliche Baptistengemeinde Dierdorf, die evangelische Gemeinschaft Dierdorf und die evangelische freikirchliche Gemeinde in Dierdorf-Wienau.
Nummernsystem sorgt für Ordnung
Im Moment gehen die Verantwortlichen von 150 bis 200 Bedürftigen aus der Verbandsgemeinde Dierdorf aus. Hierfür wird ein Helferteam von 10 bis 15 Leuten benötigt. Es müssen die Lebensmittel eingesammelt, für die einzelnen Familien abgepackt und bereitgestellt werden. Wer bedürftig ist, wird durch die Verwaltung festgestellt. Die Personen bekommen einen Ausweis mit Nummer, anhand derer die Waren bei der Ausgabe zugeordnet werden. Die Ausgabe findet in Puderbach in den dortigen Räumlichkeiten statt. Dies stellt laut Rasbach kein Problem dar, denn die Empfänger von Arbeitslosengeld II müssen sowieso nach Puderbach ins Jobcenter. Die Erfahrungen aus dem Puderbacher Land zeigen, dass die Abholung dort, auch aus entlegenen Orten, kein Problem darstellt. Da die bereitgestellten Lebensmittel nicht mehr lange haltbar sind und für jeden Bedürftigen die Kiste bereits gepackt ist, gibt es in Puderbach ein System, das die Leute anhält immer pünktlich zu kommen. Wird zum ersten Mal die Ware nicht abgeholt, gibt es die „gelbe Karte“, sprich eine Verwarnung. Beim zweiten Mal gibt es rot und eine Sperre von drei Monaten.
Jahresabschlüsse begutachtet
Weiterhin befasste sich der Rat mit den Jahresabschlüssen der Werke. Die Bilanzen 2013 und die 2. Wirtschaftspläne für 2014 lagen zur Beratung und Abstimmung vor. Beim Wasserwerk gab es in 2013 einen Gewinn von 8.882,70 Euro, der zur teilweisen Deckung der Verlustvorträge verwandt wird. Der Wasserverbrauch ist weiter gesunken. Bedingt durch die Gebührenerhöhung für den Wassercent sind die Umsätze gestiegen. Sorge bereiten das erhebliche Potential an unbebauten Grundstücken und die dadurch entstehenden Vorhaltekosten. Horst Rasbach meinte: „Es gibt Grundstücke, da liegt schon 30 Jahre der Wasseranschluss und wird nicht genutzt. Wenn dort jetzt gebaut würde, muss alles neu gelegt werden.“ Sein Vorschlag war eine Diskussion, ob hier ein wiederkehrender Beitrag eingeführt werden solle. Ratsmitglied Rolf Scheyer (FWG) forderte von der Werksleitung Vorschläge zur Kosteneinsparung ein. „Wir können nicht jedes Jahr den Wasserpreis erhöhen, dass können wir den Leuten nicht zumuten.“ Dies sagte er mit Blick auf den vorgelegten Nachtrag für 2014. Der weist ein schlechteres Ergebnis von 60.000 Euro gegenüber dem Ursprungsplan aus. Bedingt durch gesunkene Erträge und gestiegene Material- und Personalkosten wird es zu einem Fehlbetrag von 32.050 Euro kommen.
Besser sieht es im Bereich Abwasser aus. Durch eine außerordentliche Versicherungsleistung lag der Jahresgewinn 2013 bei 195.998,71 Euro. Im Nachtrag für 2014 wird der Gewinn zwar nach unten korrigiert, aber es bleibt noch ein Plus von 45.550 Euro.
Für Diskussion sorgte der vorgelegte Nachtragshaushalt für das Jahr 2014. Er weist eine Verschlechterung des Ergebnisses um 329.000 Euro aus. Der voraussichtliche Jahresüberschuss liegt nur noch bei 263.000 Euro. Zwei Posten sind dafür im Wesentlichen verantwortlich: Es sind die Personalkosten, die sich gegenüber der ursprünglichen Planung um 233.000 Euro erhöhen. Hiervon sind alleine 186.000 Euro außergewöhnliche Belastungen aus Nachzahlungen und Anpassung der Vorauszahlung für Versorgungsumlagen und Beihilfen für Beamte. Dies herausgerechnet, so liegen die Steigerungen leicht unter dem Tarifabschluss des laufenden Jahres.
Hallenbad sorgt für Herausforderungen
Ein weiterer Posten ist das Hallenbad, dessen prognostizierter Verlust um 87.640 Euro auf 488.686 Euro angehoben wird. Die Besucherzahlen sind in diesem Jahr gesunken. Der Grund liegt darin, dass die Deichwelle Neuwied und das Löwenbad in Hachenburg wieder geöffnet haben. Die Preiserhöhung zum 1. Oktober brachte nicht den gewünschten Mehrumsatz. Die Besucher weichen verstärkt auf den 90-Minuten-Tarif aus. Ferner haben sich die Besucher vor der Erhöhung kräftig mit Zehnerkarten zum alten Preis eingedeckt. Rolf Scheyer meinte dazu: „Ich sehe da eine Kostenlawine in den nächsten Jahren auf uns zukommen.“ Markus Wagner (CDU): „Das Hallenbad wird uns in den kommenden Jahren sicherlich immer wieder vor Herausforderungen stellen. Dies wussten wir alle vorher.“ Ratskollege Johannes Hörter (SPD) meinte: „Unser Verlust ist im Gegensatz zu anderen Kommunen noch im Rahmen, die anderen haben viel höhere Verluste.“ Der Nachtragshaushalt wurde einstimmig verabschiedet.
Zu Beginn der Sitzung wurde Ratsmitglied Rolf Scheyer für 20-jährige Ratstätigkeit und das ausgeschiedene Ratsmitglied Wilfried Muscheid für 30-jährige Tätigkeit geehrt.
