Theater-AG des Martin-Butzer-Gymnasiums Dierdorf feiert Premiere
„Teuflische“ Komödie regte zum Nachdenken an
Schüler präsentierten „Die Hölle das sind die Anderen“ von Sandra Lill
Dierdorf. Dass die Theater-AG des Martin-Butzer-Gymnasiums immer für eine Überraschung gut ist, ist hinreichend bekannt. Und auch in diesem Jahr hatte Wolff-Achim Hassel zusammen mit seiner Truppe ein ungewöhnliches Stück ausgesucht, dessen Titel neugierig machte. Der interessierte Zuschauer wurde nicht enttäuscht, so viel kann schon vorweggenommen werden.
Auf der Suche nach dem persönlichen Jenseits
„Die Hölle, das sind die Anderen“ erzählt auf humorvolle und trotzdem auch nachdenkliche Weise die Geschichte von sieben Personen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Sie finden sich gemeinsam in einem Raum wieder, der geheimnisvollerweise voller gefalteter Papierschiffchen ist. In Rückblenden stellen sie nach und nach fest, dass sie alle verstorben sind. Wo sie sich jetzt befinden und was genau ihr persönliches Jenseits ist, findet jede Figur auf ihre ganz eigene Art und Weise heraus. Mit im Raum befinden sich sieben Dämonen, die die sieben Todsünden verkörpern. Deren Chef – der Teufel höchstpersönlich – zeichnet für den Tod der Personen verantwortlich. Die toten Menschen verwickeln sich, von den Dämonen angetrieben, immer weiter in die Todsünden, und die anfangs harmonische Stimmung schlägt um in Aggressivität. Verzweifelt basteln sie immer mehr Papierschiffchen, doch aus dem Teufelskreis der sieben Todsünden, die sie immer wieder aufs Neue begehen, gibt es kein Entrinnen. Der Teufelskreis schließt sich und alles beginnt wieder von vorne. Das Sündenbarometer steigt, und jeder von einem Dämon geschlagene Gong lässt die Menschen näher an die Todsünde herankommen. Wie der Teufel am Ende ganz richtig sagt: „Die Hölle bin nicht ich, die Hölle sind die Anderen.“ Inspiriert von Jean-Paul Sartres „Geschlossener Gesellschaft“ ist „Die Hölle das sind die Anderen“ ein sehr humorvolles Stück, das trotzdem auf seine eigene sensible Art dem Zuschauer den Spiegel vorhält und ihn zum
Nachdenken anregt.
Technische Effekte verstärken die Botschaft
Nach eigener Aussage konnte sich Wolff-Achim Hassel mit der Unterstützung seines langjährigen Technikers Hannes Peter einen lang gehegten Traum erfüllen und zum ersten Mal jemanden – in diesem Falle den Teufel höchstpersönlich – aus dem Boden emporsteigen lassen. Elektrikermeister Peter, dessen Hobby Licht- und Tontechnik sind, unterstützt schon seit Jahren die Theater-AG im Bereich der Technik und führt die Gruppe der schuleigenen Techniker an. Ohne diese Effekte, die die Handlung des Theaterstücks ganz hervorragend unterstrichen, wäre die Aussage bei Weitem nicht so eindrucksvoll zur Geltung gekommen.
Intensive Probenarbeit seit Herbst
Die viele Arbeit, die Hassel mit seiner Gruppe seit den Herbstferien in das Projekt gesteckt hat, hat sich auf jeden Fall für alle Beteiligten gelohnt. Die fünf Schauspieler aus der MSS 13, die sich trotz Prüfungsstress und Vorbereitung auf schriftliches und mündliches Abitur die Zeit für die Mitwirkung genommen haben, wurden auch noch einmal separat von Direktor Dr. Klaus Winkler lobend erwähnt. Seit den Herbstferien, als das Stück feststand, wurde jede Woche montags zwei Stunden geprobt und seit Anfang Januar die Intensität auf drei Stunden erhöht.
Die Mitwirkenden auf und auch neben der Bühne waren: Teufel (Frederik Müller, MSS 12), Professor (Torben Lied’l, MSS 11), Gerald Mann (Yannick Willers, MSS 11), Peter ( Michael Adams, MSS 13), Susanne (Denise Rings, MSS 13), Model Natascha (Franziska Noll, MSS 13), die Schizophrene Marie-Luise (Malina Bechtel, MSS 13), Flora (Jennifer Meimer, MSS 13), Geiz-Dämon Avaritia (Marilen Zilian, 9 a), Hochmut-Dämon Superbia (Ayleen Herder, MSS 11), Neid-Dämon Invidia (Joline Marmé, MSS 11), Trägheits-Dämon Acedia (Janina Beyer, 9 a), Völlerei-Dämon Gula (Mara Simon, MSS 12), Wolllust-Dämon Luxuria (Madlin Hörter, MSS 12), Zorn-Dämon Ira (Emily Scholz, MSS 12), Souffleuse (Gianna Lauterbach, MSS 11), Technik Hannes Peter, Sebastian Aust (10 d), Constantin Jaeckel (10 a), Simon Hartmann (MSS 11), Mirko Zirkel (MSS 11), Nolan Baily (Austauschschüler), Plakat Klaus Hagemann, Regie Wolff-Achim Hassel.
Der Teufel wurde effeltvoll in Szene gesetzt.
Der Teufel zieht seine Fäden.
