Uhrturm Dierdorf
„Uhrtümer“ bei der Arbeit
Mitglieder der Galerie in Dierdorf ließen über die Schulter schauen
Dierdorf. Die Mitglieder der Galerie Uhrturm in Dierdorf ließen sich an zwei Wochenenden über die Schulter schauen. Die acht Galeristen sind in unterschiedlichen Fachrichtungen aktiv. Es ergab sich ein bunter Querschnitt des Schaffens der Künstler.
Wolf-Achim Hassel, der einzige Wortkünstler unter den Uhrtürmern der Galerie im Uhrturm Dierdorf, brachte Wilhelm Buschs Maler Klecksel zu Gehör. Die Lesung im Uhrturm Dierdorf am ersten Sonntag war gut besucht. Ebenso interessiert verfolgten zahlreiche Besucher die Arbeit der Malerin Helga Gans-Eichler. Sie zeigte und erläuterte, wie abstrakte Acrylbilder entstehen. Zeitgleich erstellte Ulrich Christian Radierungen mit der Tiefdruckpresse und Karl-Heinz Dominicus führte am Computer vor, wie Dias und Negative digitalisiert und ausgedruckt werden.
Auch beim zweiten Termin des Projekts „Künstler bei der Arbeit“ folgten zahlreiche Kunstinteressierte der Einladung, Künstlern bei ihrer Arbeit über die Schulter zu schauen und Fragen zu stellen.
Wer sich bis ganz oben in den Turm bemühte, erlebte Helmi Tischler-Venter beim Malen mit Acrylfarben. Um zu demonstrieren, wie vielseitig und leuchtend Acrylfarben sein können, gestaltete die Künstlerin eine große Mohnblüte „aquarellig“ mit sehr fließenden Farben und parallel dazu die malerische Umsetzung eines Stahlmonuments mit dichten, schnell trocknenden Farben. Uwe Langnickel arbeitete dagegen mit Ölfarben an seinen berühmten und beliebten Kuhbildern. Da diese Technik den Einsatz von Terpentin erfordert, war es ein Glück, dass das sonnige Wetter das Arbeiten bei offenen Fenstern ermöglichte.
Ein Stockwerk tiefer erstellte Axel Riedrich per Hand Abzüge von seinen Holzschnitten mit Dierdorfer Motiven. Dieselben Sehenswürdigkeiten besuchte der Fotograf Wolfgang Tischler auf einem Rundgang durch den Ort, bei dem er Tipps bezüglich Kameraeinstellung, Standortwahl und Bildgestaltung gab. So mancher Hobbykünstler nahm Anregungen mit, vielleicht auch den Vorsatz des zitierten Malers Klecksel: „ Darum, o Jüngling, fasse Mut, Setz auf den hohen Künstlerhut und wirf dich auf die Malerei, vielleicht verdienst du was dabei.“
