Politik | 27.11.2014

Landkreis Neuwied ist vorbildliche Musterkommune

Wertschätzung von Lebensmitteln stärken

Der Landkreis Neuwied gehört zu den bundesweit ernannten Musterkommunen (von rechts): Dr. Marie-Luise Dittmar, Referentin im Umwelt- und Ressourcenschutz, Ministerialdirektor Clemens Neumann, der Neuwieder Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel und der Erste Kreisbeigeordnete Achim Hallerbach im Berliner Bundesministerium.privat

Neuwied. Mit der Qualifizierung und Ernennung des Landkreises Neuwied als „vorbildliche Kommune“ zum Thema „Abfallvermeidung contra Lebensmittelverschwendung“ hat die Abfallwirtschaft seit 2012 zahlreiche Aktionen und Kampagnen für die Bürgerschaft organisiert. Deshalb wirbt der Erste Kreisbeigeordnete und Dezernent für Abfallwirtschaft, Achim Hallerbach, im Zusammenhang mit der Europäischen Abfallvermeidungswoche: „Wir dürfen uns nicht auf den bisherigen Erfolgen ausruhen, sondern weiter um die Wertschätzung unserer Lebensmittel werben, regionale Bündnisse schließen mit dem Einzelhandel, heimischen Produzenten, der Landwirtschaft und den Verbrauchern.“

Ebenfalls konnte sich der Landkreis Neuwied neben den Städten Brühl und Ludwigsburg als vorbildliche Musterkommunen in Berlin im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz präsentieren. Der gemeinsame Erfahrungsaustausch über die Initiative „Zu gut für die Tonne“ trage zu einer weiteren Entwicklung von nachhaltigen Maßnahmen bei. „Wir möchten natürlich auch den anderen Kommunen damit ein gutes Beispiel für innovative Lösungen geben“, so Hallerbach.

Mit großem Aufwand

Zu den anstehenden Festtagen und Feierlichkeiten warb Hallerbach für eine entsprechende Wertschätzung für Lebensmittel und besonders für die heimischen Produkte der regionalen Landwirtschaft. „Nicht nur jetzt im Herbst, wenn die Ernte eingefahren ist, sollten wir uns bewusst machen, wie viel Arbeit darin steckt und wie viele Ressourcen dafür aufgewendet werden. Die Landwirte verbringen viele Stunden auf dem Feld, damit ausreichend Essen eingefahren werden kann. Auch wenn es für uns mittlerweile selbstverständlich geworden ist, sollten wir nicht vergessen, mit welch großem Aufwand die Nahrungsmittel hergestellt werden und wie billig - teils für einige Cent - sie auf den Markt geworfen werden“, sagte Hallerbach.

Im Rahmen der Aktion „Vorbildliche Kommunen zur Eindämmung der Lebensmittelverschwendung“ wurde deutlich, dass über 61 Prozent der Lebensmittelabfälle in privaten Haushalten anfallen, etwa 17 Prozent in Kantinen, Restaurants und Klinikküchen, weitere 17 Prozent in der Lebensmittelindustrie und der geringste Anteil im Einzelhandel. „Hier haben wir besonders mit dem örtlichen Einzelhandel einen sehr guten Erfahrungsaustausch über Vermeidungsstrategien sowie Informationskampagnen für den Verbraucher bis hin zu neuen Produktpräsentationen, damit die Verkaufsmengen auf den tatsächlichen Haushaltsbedarf beschränkt werden können“, berichtet der Erste Kreisbeigeordnete. Hallerbach appelliert an die Verbraucher, verantwortungsvoll mit Lebensmitteln umzugehen, sie wertzuschätzen und Verschwendung zu vermeiden: „Auch heute noch wird leider jedes achte gekaufte Lebensmittel weggeworfen. Schönheitsfehler sind beispielsweise kein Grund, Obst und Gemüse zu entsorgen. Außerdem können wir bereits beim Einkauf bewusst darauf achten, nur das zu kaufen, was wir auch wirklich essen werden.“

Mit der Kampagne „Zu gut für die Tonne“ habe das Bundeslandwirtschaftsministerium ein Beispiel gesetzt, wie Lebensmittelabfälle bekämpft werden können. „82 Kilo Lebensmittelabfall pro Bundesbürger sind definitiv zu viel“, unterstreicht Hallerbach. In Deutschland beteiligen sich Partner aus nahezu allen Gesellschaftsbereichen an der Initiative „Zu gut für die Tonne“, darunter unter anderem Städte, Kommunen, Kirchen, Nichtregierungsorganisationen, Verbände, öffentliche Einrichtungen wie Schulen und Krankenhäuser, die Gastronomie, Prominente sowie Bürgerinnen und Bürger. „Mit jeder Tonne Essen, die im Abfall landet, wird auch gleichzeitig der Druck auf die nationalen und internationalen Rohstoffmärkte erhöht. Elf Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle pro Jahr sind zu viel, wenn andernorts Menschen Hunger leiden“, sagt Hallerbach abschließend.

Auch in Zukunft werden die Aktionen der Abfallwirtschaft des Landkreises Neuwied zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung mit Kooperationspartnern wie zum Beispiel dem Lebensmitteleinzelhandel fortgesetzt.

Ein weiterer Baustein wird das Angebot von pädagogischen Angeboten für Kindergartenkinder, Schüler und Erwachsene im außerschulischen Lernort auf der Abfallentsorgungsanlage in Linkenbach sein.

Der Landkreis Neuwied gehört zu den bundesweit ernannten Musterkommunen (von rechts): Dr. Marie-Luise Dittmar, Referentin im Umwelt- und Ressourcenschutz, Ministerialdirektor Clemens Neumann, der Neuwieder Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel und der Erste Kreisbeigeordnete Achim Hallerbach im Berliner Bundesministerium.Foto: privat

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