Frauen Union im Kreis Neuwied diskutierte Rentengerechtigkeit der Frau
„Wie sicher ist die Zukunft der Frau?“
„Herausforderungen des demografischen Wandels müssen gemeistert werden“, erklärte Hedi Thelen
Neuwied. Die Zukunft der Frau stand bei der Diskussionsveranstaltung der Frauen Union (FU) im Kreis Neuwied im Zentrum. Die Rentengerechtigkeit stellt gerade für Frauen immer wieder eine große Herausforderung dar. Sie haben sich viele Jahre um die wichtige Kindererziehung gekümmert und während dieser Zeit häufig keine freiwillige Vorsorge getroffen. „Diese unabdingbare Arbeit für unsere Gesellschaft braucht Anerkennung“, betonte die Bezirksvorsitzende der FU, Hedi Thelen. Kreisvorsitzende Monika Krautscheid-Bosse konnte die Landtagsabgeordnete und sozialpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion Rheinland-Pfalz als kompetente Referentin gewinnen.
Im Bürgerhaus in Neustadt-Wied waren zahlreiche interessierte Frauen und Männer zum gemeinsamen Frühstück gekommen, um Antworten auf die Frage „Wie sicher ist die Zukunft der Frau?“ zu erhalten. Die Entgeltungleichheit hält sich in Deutschland seit Jahren auf gleichbleibend hohem Niveau. Im europäischen Vergleich ist sie in Deutschland besonders ausgeprägt. Im Durchschnitt verdienen Frauen in Deutschland 23 Prozent weniger als Männer. Weitere Risikofaktoren sind unterbrochene Erwerbsbiographien durch Familienzeiten, frauentypische Teilzeitarbeit, prekäre Arbeitsverhältnisse, Mini-Jobs, Rentenungerechtigkeit durch Nichtanrechung von Erziehungsjahren für Kinder, die vor 1992 geboren wurden. Dafür, dass sich dies für die Frauen in der Bundesrepublik Deutschland ändert, setzt sich auch Bundestagsabgeordneter Erwin Rüddel ein: „Eine Angleichung der Mütterrente auch für Frauen, die vor 1992 ihre Kinder bekommen haben, ist unabdingbar.“ Rüddel betonte zudem bei seinem Grußwort bei der FU Neuwied: „Wer sein Leben lang gearbeitet hat, muss eine höhere Rente erhalten, als den Grundsicherungsbetrag.“
Früh über eine private Vorsorge nachdenken
Hedi Thelen knüpfte an die Forderungen ihres Parteifreundes Erwin Rüddel an und sagte: „Die Herausforderungen des demografischen Wandels müssen gemeistert werden“, denn dieser wirkt sich direkt auf die Renten in Deutschland aus. Das Umlagesystem erfordert eine Anpassung der Rentenbezüge, doch mit Blick auf das Gesamtsystem konzertierte Thelen: „Die Zukunft der Frau ist in Deutschland grundsätzlich sicher, aber nicht ohne Risiken.“ Die Entwicklungen in der Gesellschaft zeigen, dass „wir weniger, älter und bunter werden.“ Die aktuellen Zahlen aus dem Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung 2012 beweisen, dass es große Unterschiede zwischen den Renten von Mann und Frau gibt und sich auch besonders bei den Alleinerziehenden häufig große Probleme aufzeigen. Die Sozialpolitikerin formulierte in Neustadt notwendige ergänzende politische Maßnahmen, wie die Hebung der Erwerbspersonenpotentiale bei jungen Menschen, alten Mitbürgern und Frauen. „Möglichst jeder muss ein aktiver Posten im System werden“, so Thelen. An die Frauen appellierte Hedi Thelen sich selbst zu informieren, individuell beraten zu lassen und nach Möglichkeit freiwillig in das System einzuzahlen sowie so früh wie möglich über eine private Vorsorge nachzudenken.
Nach einer regen Diskussion zu zahlreichen Details rund um die Rentengerechtigkeit der Frau, blickte Hedi Thelen in die Zukunft und prognostizierte, dass die Nebentätigkeit von Rentnerinnen und Rentnern weiter zunehmen wird. „Wir müssen die Altersgrenzen öffnen und durch Belohnungen Anreize schaffen“, forderte Thelen zum Abschluss der Veranstaltung und betonte weiter: „Es kommt nicht nur darauf an, wie alt wir werden, sondern auch wie wir alt werden.“
Pressemitteilung der FU im
CDU Kreisverband Neuwied
