Freundeskreis Dierdorf-Courtisols
Zu Gast in Frankreich
Dierdorf. Voll besetzt startete der Bus wie immer früh morgens um 5 Uhr nach Courtisols zu den französischen Freunden. Anlässlich des 100. Gedenktages des Ersten Weltkrieges standen die Ausflugsziele unter diesem Thema. Jeder kannte die Geschichte und Grausamkeit dieses Krieges bereits aus Büchern, Erzählungen oder Dokumentationen. Aber beim Besuch der Kampfstätten, Schützengräben und Soldatenlager, die heute von deutsch-französischen Vereinen zum Gedenken erhalten werden, war diese schlimme Epoche unserer Geschichte plötzlich sehr nah und real. Zuerst besuchten sie das „Camp Moreau“, ein damaliges deutsches Frontlager in den Argonnen, das in Form eines Freilichtmuseums vom beschwerlichen Alltagsleben der Soldaten erzählt. (www.verdunbilder.de/umland/moreaulager).
Bei einem anschließenden Buffet zur Mittagsstärkung fand bereits ein reger Austausch über die gewonnenen Eindrücke statt. Schnell starteten die Schüler weiter zum nächsten Ausflugsziel, der Gedenkstätte von „La Main de Massiges“, eine Hügelkette rund 80 km östlich von Reims, die wie eine ausgestreckte linke Hand aussieht und daher ihren Namen trägt. Inmitten von wieder freigelegten Granatentrichtern und Schützengräben konnten die Schüler nur erahnen, welche grausamen Schlachten unsere Vorfahren an diesem Ort geführt hatten. Noch heute werden bei Ausgrabungen die Gebeine französischer und deutscher gefallener Soldaten gefunden. Man schätzt, dass allein in diesem kleinen Areal circa 1.000 Soldaten pro Tag ihr Leben verloren. An einem Ort, an dem 100 Jahre später eine Gruppe deutsch-französischer Freunde dieser grausamen Begegnungen der gemeinsamen Vorfahren gedenkt. (www.lamaindemassiges.com).
Sichtlich bewegt und vom weißen Schlamm der verregneten Schützengräben beschmutzt, trafen sie gegen Abend in Courtisols ein und wurden in die Familien aufgeteilt. Der Abend stand zur freien Verfügung und die Jugendlichen trafen sich mit der Betreuerin Cécile zur bereits traditionell gewordenen kleinen „Boom-Party“ im Jugendzentrum. Früh ging es für alle zu Bett, denn am Sonntagmorgen warteten weitere spannende Programmpunkte auf die Freunde.
