Jens Spahn sprach beim CDU-Neujahrsempfang zur aktuellen Situation auf dem Land
Ärztliche Versorgung und Pflege „krankt“
Cochem. Mit einer Gedenkminute für den kürzlich verstorbenen Dieter Schlagkamp eröffnete CDU-Kreisvorsitzende Anke Beilstein den Neujahrsempfang der Christdemokraten im Kapuzinerkloster in Cochem. Parteifreunde aus der Region, Repräsentanten aus Wirtschaft, Politik, Behörden, Kommunen und Pflegeeinrichtungen waren in die Kreisstadt gekommen, um Gastredner Jens Spahn (MdB) zum Thema „Pflegenotstand und die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum“ zu hören.
Positiver Start ins neue Jahr
Musikalisch begleitet durch die Akteure des Musikvereins Leienkaul, stimmte Anke Beilstein die Zuhörer bei Wein und kleinen Knabbereien auf das Jahr 2014 ein. Sie bezeichnete den Start ins neue Jahr als durchaus positiv. „Nach Umfragen erwarten unsere Bürger von 2014 zu 44 Prozent Gutes“, berichtete die Landtagsabgeordnete. Für die CDU seien die „F´s“, nämlich Familie, Freunde, Frieden und Freiheit, nach wie vor die Ziele, die bei der politischen Arbeit zählen würden. Um auf das Thema des Abends überzuleiten, verwies die engagierte Politikerin auf ein weiteres Umfrageergebnis: Im vergangenen Jahr gab es in Deutschland über 10 000 Menschen, die 100 Jahre alt sind. „Der demographische Wandel ist“, so Anke Beilstein, „auch im ländlichen Raum besonders zu spüren“. Daher sei der Pflege- und Betreuungsbedarf gerade hier deutlich höher als in der Stadt.
Grußwort von Peter Bleser
Staatssekretär Peter Bleser ging in seinem Grußwort zunächst auf die beiden Schicksalsschläge ein, die die Soldaten des Bundeswehr-Standortes Büchel in den vergangenen Tagen getroffen haben. Neben dem Tornado-Absturz waren bei einem zweiten Unfall bekanntlich sieben Soldaten bei einem Nachtmarsch verletzt worden. „Ich möchte an dieser Stelle das Mitgefühl der Bürger ausdrücken und klar feststellen, wir stehen zum Standort Büchel“, sagte der Brachtendorfer unter dem Beifall der Zuhörer.
Eindrucksvolles Zahlenmaterial
Der gesundheitspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Jens Spahn nannte zum Beginn seiner Ausführungen eindrucksvolles Zahlenmaterial: In einer Prognose ist im Jahre 2030 jeder Dritte in Deutschland über 60 Jahre.
„Nach Japan sind wir dann, vom Lebensalter der Bürger aus gesehen, das zweitälteste Land der Welt“, gab er zu bedenken. Im Verlauf seines Referates beleuchtete der 33-Jährige ausführlich die beiden Schwerpunkte „Pflegenotstand“ und „ärztliche Versorgung“ auf dem Land. „Heute sind schon eine Million Menschen dement und die Zahl steigt rapide“, berichtete Spahn beispielsweise. Nach seiner Ansicht müsse noch stärker auf die veränderten Sozialstrukturen eingegangen werden, zusätzliche Anreize für junge Ärzte auf dem Land geschaffen und die Pflegedienste besser ausgestattet und bezahlt werden. „Wenn sich ein junger Arzt heute entschließt, auf dem Land eine Praxis zu eröffnen, dann ist es nicht unerheblich, wie viele Notdienste er machen muss gegenüber seinem Kollegen in der Stadt“, gab Spahn zu bedenken. „Die Erhöhung der Lebensqualität für im Gesundheitswesen arbeitende Menschen ist daher unumgänglich“, schloss der Westmünsterländer seine Ausführungen, die mit viel Beifall bedacht wurden.
