Allgemeine Berichte | 17.03.2015

Ehrenamtliche und Behördenvertreter sprachen darüber im Kapuzinerkloster

Ein Willkommens-Netzwerk für Flüchtlinge

Helmut Probst begrüßte mit Experten die zahlreichen Zuhörer, die sich für das geplante Willkommens-Netzwerk für Flüchtlinge interessieren.MT

Cochem. Beeindruckt zeigten sich Bürgermeister Helmut Probst und Stadtbürgermeister Wolfgang Lambertz vom Interesse der rund 60 Zuhörer, die auf Einladung der VG Cochem und des Dekanats Cochem Anfang der Woche ins Kapuzinerkloster gekommen waren. Alle Beteiligten haben ein Ziel: Man will möglichst schnell ein Willkommens-Netzwerk für Flüchtlinge und Asylanten im Landkreis knüpfen, um diesen Menschen einen möglichst schnellen und schonenden Einstieg in die Gesellschaft zu ermöglichen.

„Ich freue mich mit meinen Mitstreitern, eine so hohe Teilnehmerzahl im Kapuzinerkloster begrüßen zu können“, sagte dann auch Helmut Probst zum Beginn der Infoveranstaltung. Zusammen mit Fachleuten von Kreis- und Verbandsgemeindeverwaltung sowie flankiert von Dekanatsreferentin Dietlinde Schmidt und Pastoralreferentin Veronika Raß vom Dekanat Cochem gaben die Experten zunächst einen kurzen Überblick über die Flüchtlingssituation im Landkreis.

„Die Arbeit für und mit Flüchtlingen bietet neue Chancen für den fortschreitenden demographischen Wandel“, erläuterte Helmut Probst ein Ziel des geplanten Netzwerks. „Das ist eine besondere Herausforderung, der wir uns möglichst rasch stellen müssen, denn die Zahl der Flüchtlingsfamilien steigt rasant“, so Probst.

Dietlinde Schmidt und Veronika Raß bestärkten den Bürgermeister und boten ehrenamtlichen Bürgern, die sich als künftige Paten für Asylanten oder Flüchtlingsschicksale zur Verfügung stellen jede Hilfe auch von kirchlicher Seite in Aussicht. „Wir sind für jede Idee dankbar, die hilft, diese Menschen im alltäglichen Leben zu unterstützen“, sagte Dietlinde Schmidt. Auch Linda Valerius und H. Möbius von der Koordinierungsstelle der Kreisverwaltung werden helfen, indem zunächst zum Beispiel ein Dolmetscherpool für Menschen aus arabischen Staaten, aus Mazedonien, Kosovo, Eritrea, Serbien, Bosnien und Albanien geschaffen wird. „Die Sprachprobleme sind zunächst ein großes Manko“, erläuterte Andrea Scheuren die gegenwärtige Situation. Zahlen belegen den rasanten Anstieg der Flüchtlinge im Kreis Cochem-Zell: Waren es noch 2011 insgesamt 24 Personen, kletterte die Zahl 2012 schon auf 73, 2013 waren 125 Menschen zu betreuen und 2014 erreichte man mit 170 Männern, Frauen und Kindern einen ersten Höhepunkt, der 2015 wahrscheinlich noch einmal steigen wird, denn man erwartet rund 240 Hilfesuchende.

„Das können die staatlichen Stellen nicht alleine stemmen, deshalb unser Appell an die Ehrenamtlichen, die Asylfamilien bei der Eingewöhnung, bei Arztbesuchen, bei der Wohnungssuche, dem täglichen Einkaufen, bei Kindergarten- und Schulbesuchen helfen wollen“, sagte Helmut Probst.

Sehr beeindruckend war dann der Bericht einer jungen Syrerin, die unter Tränen das Schicksal ihrer Familie schilderte, die über die Türkei floh und über Italien nach Deutschland in den Kreis gekommen ist.

Das Netzwerk des Willkommens, das mit Infoveranstaltungen demnächst startet, wie Veronika Raß per Powerpoint erläuterte, zielt auf alle Bildungs- und Gesellschaftsschichten ab. „Jeder, der helfen will und kann, ist bei uns herzlich willkommen“, sagte die Pastoralreferentin. „Alle sechs bis acht Wochen wird es eine Schulungsveranstaltung beziehungsweise Erfahrungsaustausch für diesen Personenkreis geben.“

Schon bei der Veranstaltung im Kapuzinerkloster Cochem meldeten sich Freiwillige, die zum Beispiel Ideen für ein zentrales Möbellager sammelten, für oder ganz konkret durch Fremdsprachen künftig helfen wollen.

Diese junge Syrerin schilderte bewegt das Schicksal ihrer Flucht und das Leben als Flüchtling in Deutschland.

Diese junge Syrerin schilderte bewegt das Schicksal ihrer Flucht und das Leben als Flüchtling in Deutschland.

Helmut Probst begrüßte mit Experten die zahlreichen Zuhörer, die sich für das geplante Willkommens-Netzwerk für Flüchtlinge interessieren. Fotos: MT

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Dauerauftrag 2026
Rund ums Haus
Koblenz blüht 2026
Imageanzeige Dauerauftrag 04/2026
Schulze Klima -Image
Angebotsanzeige (April)
Osteraktion
Mitarbeiter IT-Administrator
Imageanzeige - Ostern
Stellenanzeige Personalsachbearbeiter/in
Empfohlene Artikel
Die beiden Sicherheitsberater Heike Kalfels und Ulrich Weingart klären in der VG Kaisersesch über Betrugsmaschen von dreisten Kriminellen auf.
14

Ob Enkeltrick, Betrügereien am Telefon oder Scheingeschäfte. Kriminelle haben es mit immer wieder neuen Betrugsmaschen hauptsächlich auf ältere Mitbürger abgesehen. In der VG Kaisersesch sorgen zwei Sicherheitsberater für Aufklärung .

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
2252

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
132

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Monatliche Anzeige
Rund um´s Haus
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Essen auf Rädern
Titel
Rund ums Hause Mayen/Mendig
Anlagenmechaniker
Ostergruß
fit für`s Alter?
Kreishandwerkerschaft
Container Anzeige
Rund ums Haus
Innovatives rund um Andernach
SB Standesamt
Stellenanzeige
Anzeige KW 14
Feierabendmarkt Bad Neuenahr / o.B. Sponsoring
Unterstützeranzeige