Komödie mit Nobel-Butler
Ensemble „Spielzeit“ Düngenheim begeistert mit Dreiakter
aus Cochem
Wenn versnobte Lebensart des Adels auf neureiche Landeier trifft
Düngenheim. Bei der Komödie „Butler heißen immer James“ (Bernd Kietzke), traf das Ensemble „Spielzeit“ Düngenheim erneut den Geschmack eines treuen Publikums. Diesem wurde aber mit dem ersten Vorhang klar, dass hier zwei Welten sowie Charaktere aufeinanderprallen, wie sie krasser nicht sein könnten. Dabei treffen die frischgebackenen Lottomillionäre Felix und Bea Brummer (Jan Senger/ Nicole Mohr) nebst skurrilem Familienanhang, aus dem Geschlecht „Eifeler Landeier“, auf den renommierten englischen Butler James Thithlesbraith (Karl-Heinz Heckl). Der soll im neuen Nobelanwesen, das man sich von der geldgierigen Maklerin Nathalie B. Trüger (Ann Katrin Schwall) hat aufschwatzen lassen, ab sofort das unterwürfige Faktotum spielen. Zu diesem gesellt sich der mit zum neuen Landsitz gehörende Hausmeister Erwin Hammer (Gerhard Knauf), dessen Vokabular zwar begrenzt erscheint, dafür aber keinen Halt vor der gesellschaftlich festgelegten Gürtellinie macht. Während Felix und Bea Brummer beim süffisanten Turteln wohl die berüchtigte Enzyklopädie der Kosenamen gefressen haben, hinterlassen des Hausmeisters derbe Sprüche beim Butler mitleidiges Kopfschütteln. Dieses kommt erneut zum Einsatz, als mit den Eltern und Geschwistern die ländliche Entourage des neureichen Pärchens ins Geschehen mit eingreift. Während Papa Benno Brummer (Johannes Hammes) und der Hausmeister sich bis zum einsetzten Koma an der Hausbar vergnügen, wähnt sich Mama Uschi Brummer (Karin Schüller), aufgrund der jetzt neuen gesellschaftlichen Stellung, schon auf dem Golfplatz mit den TV-Geissens. Felix` Schwester Sunny (Patrizia Klasen) offenbart sich als schnippische Neu-Influencerin, die mit ihrem Handy eine innige Verbindung eingegangen ist und ihrem lockeren Mundwerk freien Lauf lässt. Schwiegermutter Alraune Mutus (Helga Heckl) neigt dafür als klaustrophobische Hypochonderin zu einer ausgeprägten Therapiesucht. Sie hat den scheinbar unterbelichteten Sohn Moritz (David Koch) im Schlepptau, der sich aber in der Folge als genialer Hacker offenbart. So haben im Stück alle Beteiligten ihre eigenen Ratschläge, wie die frisch ins Haus geflossenen Brummer-Millionen denn künftig zu verwenden sind. Ein kurzweiliges Unterfangen, bei dem neben diversen heißen Liebesbekundungen, derben Schuldzuweisungen, trinkfreudigen Exzessen und schlitzohrigem Betrug auch ein völlig überforderter Butler von selbst verherrlichtem Geblüt das amüsante Salz in der Suppe sind. Resümee: Kuriose Geschichte mit exzellenten Darstellern und trefflichem Wortwitz.
Butler James ist geschockt über die Lebensart und den derben Wortschatz des neureichen Eifeler Landadels. Foto: Thomas Esser
Benno Brummer und Hausmeister Erwin Hammer haben die gut bestückte Hausbar offiziell zum Familienmitglied erklärt. Foto: Thomas Esser
Die glücklichen Lottomillionäre Felix und Bea Brummer hatten sich ein sorgenfreies Leben ohne Familienanhang gewünscht. Foto: Thomas Esser
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Das Theaterensemble „Spielzeit Düngenheim“ begeistert die Zuschauer in diesem Jahr mit dem Dreiakter „Butler müssen immer James heißen“. Foto: Thomas Esser