Kreismusikverband Cochem-Zell
Generalversammlung mit Licht und Schatten
Insgesamt positiver Jahresrückblick - mangelnde Jugendbeteiligung bereitet den Verantwortlichen Sorgen
Ulmen. Wie geht es zukünftig weiter mit den Kreismusikfesten oder ihrer kleineren Schwester, dem Kreismusiktag am ersten Advent, welches diesmal mangels größerem Interesse ins Wasser fallen musste? In welchem Ausmaß und welcher Form werden diese Veranstaltungen organisiert?
Mit diesen und anderen wichtigen Fragen und Regularien beschäftigte sich jetzt die Jahreshauptversammlung des Kreismusikverbandes Cochem-Zell im Gasthaus „Bürgerstube“. Zuvor hatte der Vorsitzende Robert Michels aus Masburg die anwesenden Vereinsdelegierten der angeschlossenen Musikvereine und Spielmannszüge willkommen geheißen, wobei seine besondere Wertschätzung dem Engagement seines Vorstandes, dem Kreisjugend- und dem Lehrgangsorchester Engelport mit ihren musikalischen Leitern und den Dozenten der Orchesterwochenenden galt, das leider wegen des Wegzugs der Oblaten nicht mehr stattfinden kann.
Er zeigte sich auch bei den Sponsoren der heimischen Banken, der RWE-Deutschland und nicht zuletzt der Kreisverwaltung Cochem-Zell für ihre großartige Unterstützung erkenntlich. Der Verbandschef zeichnete ein fleißiges Jahr voller lokaler und überregionaler Aktivitäten, Konzerte, langjähriger Vereinsjubiläen und auch musikalisch-kultureller Begegnungen mit Ehrungen verdienter Musiker im Senioren- und im Nachwuchsbereich. Um auch künftig diesen hohen Leistungsstandard zu erhalten, bedarf es des ständigen Probens und Musizierens.
Ein ganz besonderes musikalisches Erlebnis bildete das gelungene Konzert an Ostermontag zum 50-jährigen Jubiläum des Kreismusikverbandes im Kursaal von Bad Bertrich mit der Big Band der Kreismusikschule und dem Engelporter Lehrgangsorchester. Kreisvorsitzender Robert Michels war voll des Lobes über ein arbeitsintensives Jahr voller Highlights, Musik und Konzerte. Trotzdem war seine Begeisterung nicht ganz ungetrübt, denn das fehlende Engagement der Musikjugend macht ihm und den anderen Verantwortlichen erheblich zu schaffen.
„Es muss noch mehr an Arbeit und Zeit in die Ausbildung der jungen Musiker investiert werden, denn das kommt allen unseren Vereinen zugute“, machte der Verbandschef doch ein wenig nachdenklich deutlich. Aber was wäre der Musikverband ohne seinen Kreismusikleiter Hans-Peter Hässler aus Zell, einem echten Vollblutmusiker, der auch in Personalunion als Kreisfachleiter für das Spielmannswesen agiert. Wieder einmal zeigte er die ganze Bandbreite der angebotenen Instrumentallehrgänge, wobei auch teilweise neue Literatur unterrichtet wurde. Er war auch guten Mutes, dass sich die Mitgliedsvereine als Blasorchester und Spielmannszüge erfreulicherweise ihrer eigentlichen Passion, der Musik, verstärkt verschrieben haben.
„Das geht aber nur, wenn die angeschlossenen Vereine auch ihre jungen und alten Musiker auf die Lehrgänge schicken, wo ihnen das nötige Rüstzeug verliehen wird“, betonte der engagierte Kreismusik- und Fachleiter für das Spielmannswesen, der diese beiden Ämter nur deswegen wahrnimmt, weil sich niemand dafür findet.
Er findet das schade, jedoch liegt ihm die Musik zu sehr am Herzen, um diese Abteilungen zu vernachlässigen, so sein Tenor. Daneben kam auch Schatzmeisterin Gabi Hässler mit positiven Bilanzen zu Wort. Der EDV-Beauftragte Martin Thomas, Zell, erinnerte nochmals an das wichtige Instrumentarium des Internets für alle angeschlossenen Vereine, die damit effektiver arbeiten können. Auch der Ulmener Stadtbürgermeister Günter Wagner und der rheinland-pfälzische Vizepräsident des Landesmusikverbandes, Hermann-Josef Esser, übermittelten der Versammlung ihre Grußworte, bevor Robert Michels die Generalversammlung schließen konnte. Ansonsten aber ist im Kreis Cochem-Zell die Welt der Musik noch in Ordnung.
Schriftführer und Beisitzer fehlen
Durch die obligatorischen Neuwahlen eines Teiles des Vorstandes führte wie immer der KMV-Ehrenvorsitzende Günter Bauer, Altlay, der seine liebe Not hatte, auch nur annähernd die einzelnen Ressorts zu besetzen. Der zweite Vorsitzende blieb nach einstimmigem Votum Jürgen Pellio, Treis-Karden, und zur Schatzmeisterin wurde wiederum einstimmig Gabi Hässler aus Zell gewählt. Ein Schriftführer und ein Beisitzer konnten dagegen nicht gefunden werden, es wird jedoch weiter gesucht, vielleicht findet sich doch noch ein bereitwilliger Vereinsvertreter für diese Ämter. Hans-Peter Hässler erklärte weiterhin seine Zustimmung als Kreismusik- und Fachbereichsleiter Spielmannswesen, obwohl er mehrfach an die Musikvereine und Spielmannszüge appellierte. Die beiden Kassenprüfer Ulrich Hesse, Kaisersesch, und Andreas Brachtendorf, Mörsdorf, stehen auch weiterhin zur Verfügung.KUG
