Genossenschaftliches Geschäftsmodell garantiert eine bodenständige Geschäftspolitik
Genossenschaftsbanken sind mit den Ergebnissen in 2013 durchweg zufrieden
Kreis Cochem-Zell. Die sechs Raiffeisenbanken im Kreis Cochem-Zell sehen sich und ihr solides, seit über 100 Jahren bewährtes Geschäftsmodell, auch in 2013 bestätigt. „Mit den erzielten Geschäftsergebnissen sind wir angesichts der wirtschaftlichen Bedingungen und Entwicklungen durchweg zufrieden“, resümierte Rudolf Nieswand, Sprecher der Banken und Vorstand der Raiffeisenbank Kaisersesch-Kaifenheim, beim Jahrespressegespräch in der Kaisersescher Bank, an dem auch Vorstand Walter Hoff von der Raiffeisenbank Zeller Land teilnahm. Die addierte Bilanzsumme der Banken stieg auf insgesamt 1.916 Milliarden Euro.
Weitere Entwicklungsdaten der Raiffeisenbank Kaisersesch-Kaifenheim, der Raiffeisenbank Lutzerather Höhe, der Raiffeisenbank Moselkrampen, der Raiffeisenbank Zeller Land, der Vereinigten Volksbank Raiffeisenbank und der VR Bank Rhein-Mosel im Überblick:
Kreditausleihungen
Mit dem Kreditgeschäft 2013 sind die Bankleiter zufrieden. Die Kredite erhöhten sich auf 1.352 Milliarden Euro und wurden in ausgewogenem Maße an mittelständische Firmen und Gewerbetreibende sowie Privatkunden vergeben. Lebhaft war die Kredit-Nachfrage zur Finanzierung energieeffizienter Maßnahmen bei Renovierungen oder Neubau von Wohnimmobilien. Ein spürbarer Rückgang war bei Finanzierungen von Photovoltaik- und Solaranlagen zu verzeichnen. Hierfür seien die rückläufigen Einspeisevergütungen in erster Linie verantwortlich, erklärte Nieswand und ergänzte: „Dennoch sollte jeder Immobilienbesitzer für sich entscheiden, inwieweit er sich von Energielieferanten durch alternative Systeme unabhängig machen möchte. Dafür gibt es eine Reihe von Förderkreditmittel.“ Das Förderkreditmittelvolumen konnte in 2013 wiederum leicht erhöht werden. „Die Voraussetzungen für kostengünstige Investitionen waren im Vorjahr recht gut. Viele gewerbliche Kunden haben ihre Hausaufgaben gemacht und offenbar Ersatzinvestitionen durchgeführt“, so Nieswand.
Einlagenentwicklung
Die Einlagen inklusive der Geschäfte bei den Verbundpartnern beliefen sich in 2013 auf rund 2.285 Milliarden Euro und stiegen damit um 3,8 Prozent. „Angesichts der extremen Niedrigzinsphase ist das sehr positiv“, fassten die Vorstände zusammen. Dabei bevorzugten die Kunden sichere Geldanlagen und verzichteten bewusst auf risikoreichere Anlagegeschäfte mit höherer Rendite. „Hauptsächlich legen unsere Kunden ihr Geld kurzfristig an. Hinsichtlich der andauernden, politisch gewollten Niedrigzinsphase wäre ein Umdenken durchaus angebracht, zumindest einen Teil des tatsächlich nicht kurzfristig benötigten Sparkapitals mittel- oder auch längerfristig zu höheren Konditionen anzulegen“, empfahlen die Bankchefs: „Geldanlagen in Fonds, Zertifikaten und Aktien bieten attraktive Alternativen zu den Bank-Zinskonditionen.“ Deutliche Kurswertzuschreibungen konnten in Wertpapierdepots verzeichnet werden. Zum Bilanzstichtag 2013 verwalten die Genossenschaftsbanken einen Kunden-Wertpapierdepotsbestand von rund 512 Millionen Euro. Ein plus von 8,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Beratungsleistungen
„Die Basis unseres Geschäftsmodells ist der persönliche Kundenkontakt. Unsere Mitglieder und Kunden kennen zumeist unsere qualifizierten Kundenberater seit Jahren und wissen, wem sie ihr Geld anvertrauen. Daraus erwächst ein erheblicher, über die eigentliche Bankdienstleistung hinausgehender Mehrwert“, sagte Nieswand.
Die Geschäftsphilosophie sei seit Jahrzehnten die gleiche und habe sich bewährt: „Unsere Berater analysieren mit dem Kunden seine Situation, schauen auf seine Ziele und Möglichkeiten und geben ihm dann Hinweise, in welcher Form er seine finanzielle Situation verbessern kann. Wir nennen das ganzheitliche Beratung.“ Damit stehe nicht der schnelle Verkauf eines möglichst provisionsstarken Finanzprodukts im Vordergrund, sondern das Finden einer für den Kunden guten Lösung. Nieswand: „Angesichts der extremen und offenbar weiter anhaltenden Niedrigzinsphase ist es umso wichtiger, dass unsere Kunden vorausschauend ihre Geldanlagen tätigen, um einen über die gesamten Laufzeiten der Geldanlagen, relativ guten Durchschnittszinssatz zu erzielen.“
Mitglieder bei den Genossenschaftsbanken
Die Genossenschaftsbanken verzeichnen in den vergangenen Jahrzehnten stets einen kontinuierlichen Mitgliederzuwachs, so auch im Jahr 2013. Zum Bilanzstichtag 2013 waren 44.676 Personen Mitglied bei einer Genossenschaftsbank im Landkreis Cochem-Zell. Dies ist ein Mitgliederzugang von 1.626 Personen, praktisch eine größere Ortsgemeinde in der Region. „In dieser erfolgreichen Entwicklung sehen wir eine Bestätigung unseres genossenschaftlichen Geschäftsmodells. Denn was erwarten die Menschen von einem dauerhaft stabilen Finanzsystem? Ein Finanzsystem, das den Menschen dient. Banken, bei denen die Menschen mitbestimmen können und umgekehrt Banken, die ihren Mitgliedern verpflichtet sind. Nicht zuletzt Banken, die für ihre Heimatregion da sind - genau das bieten die Genossenschaftsbanken“, so Nieswand.
Stichwort SEPA
Zwölf Jahre nach Einführung des Euros wird auch das bargeldlose Bezahlen in Europa vereinheitlicht. SEPA kommt! In mehreren Veranstaltungen für Firmenkunden und Vereine im Landkreis Cochem-Zell informierten die Genossenschaften über das neue Zahlungsverkehrssystem SEPA und gaben Hilfestellungen bei den jeweiligen Umstellungsmaßnahmen. „Für den Umstellungstermin 1. Februar 2014 sind alle Genossenschaftsbanken im Landkreis gut vorbereitet“, sagte Nieswand. Noch bis zum 1. August 2014 hat die Europäische Kommission die Übergangszeit verlängert, in der Zahlungen, die noch nicht im SEPA-Format erfolgen, zulässig sind.
Steuern und Arbeitsplätze
Mit einem Steueraufkommen in Höhe von rund 5,7 Millionen Euro gehören die Genossenschaftsbanken zu den größten Steuerzahlern im Landkreis. Darüber hinaus unterstützen die Banken mit Geldspenden eine Vielzahl von sozialen Einrichtungen und Vereinen.
Aktuell sind 491 Menschen bei den Genossenschaftsbanken beschäftigt, davon 33 Auszubildende. „Im Hinblick auf die demografische Entwicklung und des damit absehbaren Engpasses an qualifizierten Fachkräften in fast allen Berufssparten, haben kommunikationsstarke Bewerber im Ausbildungsberuf Bankkauffrau und Bankkaufmann bei den Genossenschaftsbanken gute Chancen“, sagte Nieswand.
Gesetzliche Regelungen
Nieswand kritisierte die Fülle von Restriktionen und Verordnungen, die insbesondere die relativ kleinen, im ländlichen Raum tätigen, selbstständigen Genossenschaftsbanken unverhältnismäßig hart treffen.
Zu Recht hätten Politik, Aufseher und Banken aus der Krise den Schluss gezogen, dass sich der Finanzsektor und seine Spielregeln verändern müssen. „Aber das sollte vor allem für risikoreiche Geschäfte und die Verursacher der Krise gelten“, sagte Nieswand: „Um die bürokratischen Anforderungen noch erfüllen zu können, werden die Genossenschaftsbanken zur Bildung größerer Einheiten übergehen müssen.
Gleichzeitig müssen die Banken auch mit sinkenden Erträgen aufgrund des politisch gewollten niedrigen Zinses umgehen. Das gelingt uns nur mit entsprechenden Betriebsgrößen.“
Fazit
Die Genossenschaftsbanken sehen sich einem starken Wettbewerb gegenüber, in dem sie sich dank ihrer genossenschaftlichen Ausrichtung gut behaupten. Ein nicht zu unterschätzender Kostenverursacher ist die überbordende Bürokratie im Bankenbereich. Angesichts der fortbestehenden Niedrigzinsphase, die den Banken deutlich niedrigere Erträge bescheren wird, stehen die Genossenschaftsbanken in den kommenden Jahren vor herausfordernden Aufgaben.
Pressemitteilung Raiffeisenbank
Kaisersesch-Kaifenheim eB
