Allgemeine Berichte | 24.07.2014

Super 60 und MGH Schieferland Kaisersesch luden ein

„Gladiator am Rollator“ mit Oma Frieda

Kaisersesch. Jutta Lindner begeisterte nach 2012 zum zweiten Mal in ihrer Paraderolle als Oma Frieda. Insgesamt 60 Gäste waren der Einladung von Super 60 und Mehrgenerationenhaus (MGH) Schieferland Kaisersesch ins Gasthaus Schmitz nach Urmersbach gefolgt. Die wohl zurzeit bekannteste Bühnenoma Deutschlands präsentierte sich während ihrer Aufführung kämpferischer denn je. Nicht ohne Grund steht Oma für „Original mit Anspruch“ und diesem Motto entsprechend dient Oma Frieda der Rollator nicht nur als Gehhilfe, sondern auch als mobile Handtasche. Sie ist der Meinung, dass eine Dame von Welt und mit „Anspruch“ immer auf alle Überraschungen des Lebens vorbereitet sein sollte. Für Begeisterung sorgte ihre sehr freie Interpretation des Wortes „Senioren“, das nach ihrer Recherche eindeutig von dem griechischen Wort „Senat“ hergeleitet wird. Die Bedeutung für sie ist klar: Seniorinnen und Senioren sind tragende Säulen unserer Gesellschaft. Oma Frieda informierte das Publikum auch über ihre sehr guten Kenntnisse in der Medienwelt. Insbesondere betonte sie, dass googeln nicht mit der sächsischen Sportart „google-stoßen“ (Kugelstoßen) im Zusammenhang steht und das Wort „E-Mail“ nicht mit dem gleichnamigen Porzellan zu verwechseln ist. Als saarländische Vizemeisterin im Ü-80-Kugelstoßen befindet sich die agile Oma zurzeit in der Organisation einer „Senioren-Olympiade“ und pflegt außerdem Kontakte zu namhaften Fernsehsendern. In der geplanten Fernsehserie „Senioren-Big-Brother“ wird sie natürlich eine Hauptrolle erhalten. Auch in ihrer Funktion als Chefin des Seniorenclubs „Fidele Rosinen“ wird sie weiterhin die Seniorendisco managen, Platten aus den 30er Jahren auflegen und Karaoke-Abende veranstalten. Sie zeigte sich in Urmersbach auch sehr sportlich und stellte ihr spezielles Fitnessprogramm vor, das sie an diesem Nachmittag mit sehr viel Herzblut und Charme präsentierte. Seniorenteller in Restaurants mag Oma Frieda nicht wirklich. Aus diesem Grund lud sie das Publikum ein, in gemeinsamer Runde neue Titel hierfür zu finden. Besonderen Anklang fanden die Titel „Zerstreuter Professor“ und „Vergissmeinnicht“.

„Oma“ räumt mit Klischees auf

Die fidele Oma verkörperte an diesem Nachmittag ihr gewähltes Motto: „Auch wenn die Zähne nicht mehr echt sind, Frau hat immer noch Biss“. Mit Leichtigkeit verwandelte sich Frau Lindner in eine 89-jährige Oma und zeigte in ihrer Rolle witzig, spritzig und manchmal auch etwas bissig die traditionellen Klischees, die mit dem Alter verbunden werden, und räumte gleichzeitig mit alten Denkmodellen auf. Oma Frieda bezeichnete sich selbst als „Kreaktiv“ - eine gelungene Verbindung von kreativ und aktiv - älter werden und jung bleiben.

Jutta Lindner stammt aus Neunkirchen an der Saar, arbeitete 24 Jahre im Pflegedienst und stand seit März 2010 insgesamt 270 Mal als Oma Frieda auf der Bühne.

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