unser-klima-cochem-zell e.V.
Kleine Pflanze - große Wirkung
Bioenergie-Runde zum Thema „Alternative Energiepflanze“
Cochem. Der Verein unser-klima-cochem-zell e.V. hatte ein weiteres Mal zur Bioenergierunde im Landkreis Cochem-Zell eingeladen.
Fachgespräche rund um das Thema Bioenergie sollen nun regelmäßig durchgeführt werden. Auf dem Programm an diesem späten Nachmittag standen Impulsvorträge zum Thema „Alternative Energiepflanzen“ sowie eine anschließende Diskussionsrunde. Der Gastraum des Café Germania in Cochem war dicht gefüllt mit interessierten Teilnehmern aus Land-, Forst-, Jagdwirtschaft und Imkerei als Nicole Jobelius-Schausten, Netzwerkmanagerin der Bioenergieregion Cochem-Zell im Verein unser-klima-cochem-zell e. V., die Zuhörer begrüßte: „Alternative Energiepflanzen - eine Themenüberschrift, die sehr klein und kurzgefasst klingt, aber wie die Anwesenheit der vielen verschiedenen Interessengruppen schon zeigt, eine Thematik mit vielen Berührungspunkten ist. Beim Thema Biogas denkt fast jeder an großflächige Maisäcker. In unserer Region kann von einer sogenannten „Vermaisung“ nicht die Rede sein, doch in anderen Teilen Deutschlands ist es ein echtes Problem und wird in den Medien auch als solches vordergründig dargestellt“, so Nicole Jobelius-Schausten.
Die Zahlen sprechen hier Bände, denn insgesamt belegen die Flächen für den Anbau von Energiepflanzen für Biogasanlagen im Landkreis Cochem-Zell etwa 1600 Hektar. Daraus folgt, dass die Biogasanlagen lediglich etwas mehr als sechs Prozent der Anbauflächen belegen. Flächenzahlen, die im Vergleich zum Bundes- und Landesdurchschnitt mehr als verträglich sind. Dr. Herbert von Francken-Welz, vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum - Eifel (DLR), gab einen Überblick über die Versuchspflanzen, die das DLR schon vor drei Jahren in drei unterschiedlichen Höhenlagen als Vergleichsflächen angelegt hat. „Wir vergleichen in unseren Versuchsanlagen die Pflanzen Mais, Szarvasi, Wildpflanzenmischung, Switchgrass, Sida, Igniscum und die durchwachsene Silphie und waren schon im ersten Ertragsjahr 2011/2012 positiv von den Erträgen der durchwachsenen Silphie und des Szarvasigrases überrascht“, berichtete Dr. Herbert von Francken-Welz. Christian Eifler von der befreundeten Bioenergieregion Hohenlohe-Odenwald-Tauber (HOT) vertiefte die Informationen zur durchwachsenen Silphie: „Die Silphie überzeugt einfach mit ihren Vorzügen. Sie ist anspruchslos gegenüber der Bodenqualität, sehr trockenresistent, hat ab dem dritten Standjahr höhere Trockenmasse-Erträge und eine ähnliche Methanausbeute wie der Silomais, vermeidet Bodenerosion, benötigt ab dem zweiten Standjahr keinen Pflanzenschutz und ist eine hervorragende Bienenweide. Bienen brauchen besonders im Spätsommer eine solch reiche Nahrungsquelle, damit sie für den Winter genug Vorrat sammeln können“, so Christian Eifler „Außerdem gehört sie beim Wild nicht zur bevorzugten Nahrungsquelle, da der Korbblütler über behaartes Blattgrün verfügt und daher für diese Tiere wenig schmackhaft ist.“
Auch im anschließenden Fachgespräch waren sich die Akteure und Interessenten einig, dass eine Etablierung alternativer Pflanzen, vorzugsweise der Silphie, im Landkreis Cochem-Zell unbedingt vorangebracht werden muss. So konnte die Bioenergierunde mit einem großen Ziel als Wunschvorstellung geschlossen werden: „Wir müssen uns also auf den Weg machen und gemeinsam für alternativ bepflanzte Flächen sorgen, die möglichst am Waldrand und in der Nähe eines Bienenvolkes gelegen sind“, so Nicole Jobelius-Schausten.
