TME-Theatergruppe „HA-RIMM“ begeisterte mit Lustspiel
„Klosterfraunarzissengeist“ purzelte aus dem Kamin
Geplanter Verkauf und künftige Nutzung eines Kloster sorgten für ein Gagfeuerwerk
Müden. „Heribert, der Klosterfraunarzissengeist“ trieb in der amüsanten Aufführung des TME auf der beliebten Müdener Theaterbühne sein Unwesen und begeisterte mit allen anderen Akteuren ein volles Haus. Unter der versierten Leitung von Regisseurin Verena Michels führten im Kloster „Abendrot“ die letzten verbliebenen Nonnen ein beschauliches Leben, wobei Oberin „Gottfrieda“ (Kathrin Locker) die Aufsicht über ihre beiden Mitschwestern führt. Als da wären: die resolute und Pfeife rauchende Wunderheilerin „Pankratia“ (Sonja Loch) sowie die schwerhörige Brennmeisterin „Appolonia“ (Beatrix Machwirth)“. Damit sie ihren beträchtlichen Grundbesitz bewirtschaften können, geht ihnen Gehilfe „Karl“ (Jochen Möntenich) zur Hand. Geistig etwas dünn besiedelt und nicht die hellste Birne im Kronleuchter, klettert jenes überdies äußerst verfressene Faktotum dann auch schon einmal in einer Mönchskutte in den Kamin, um hier einem haltlosen Zustand Abhilfe zu schaffen.
Von der alten Kräuterfrau „Babett“ (Tanja Müller) hingegen erfahren die Nonnen alsbald, dass ihr frommes Anwesen in Gefahr schwebt, verkauft zu werden und künftig in eine Art „Reeperbahn - oder wie der Zug heißt“ umgewandelt werden soll. Jene befürchtete Gefahr bewahrheitet sich zeitnah mit dem Auftritt von Domkapitular „Hansemann“ (Hans Schmitt), „Elvira von Suppenhahn“ (Christine Möhlig) und „Bruno Schnappes“ (Erwin Langen). Dem Bistum ist das Kloster schon lange ein Dorn im Auge, zumal man hier von Bürgermeister „Egon Dünkel“ (Harald Kron) und dessen Gemahlin „Eulalia Dünkel“ (Andrea Balthasar) in Erfahrung bringen konnte, dass die angeblich so frommen Nonnen illegal Wein keltern und Schnaps brennen. „Elvira“ und „Bruno“ haben dem weltfremden und von Hans Schmitt hervorragend dargestellten Domkapitular in dieser Situation in Aussicht gestellt, in dem alten Gemäuer ein Waisenhaus einzurichten, was auch beim einfältigen Gemeindepfarrer (Ulrich Möntenich) auf Gegenliebe trifft. Tatsächlich wollen sie hier aber einen Vergnügungspark aufbauen. Nun tritt „Heribert“, der Klostergeist, auf den Plan, der unter großem Gepolter und Getöse mit „Karlchen“ aus dem Kamin purzelt. Da „Heribert“ nur für die Guten sichtbar ist, die Bösen jedoch seine Stimme hören können, treibt er mit den Anwesenden seinen Schabernack und den naiven Domkapitular in die Ohnmacht. Andreas Emmerich gibt hier einen überzeugenden, urkomischen Geist, der immer wieder für Lachsalven beim begeisterten Publikum sorgt, obwohl resümierend sämtliche Darsteller eine hervorragende Figur abgeben.
So hatte das Theaterstück insgesamt gesehen keine Hauptakteure, sondern lebte vom Schwung und dem tollen Auftreten aller Bühnen-Aktiven. Für eine Überraschung sorgte am Samstag die Autorin des Theaterstücks, Beate Irmisch, als sie sich die Vorstellung der TME-Akteure in Müden persönlich ansehen wollte. Auch sie zeigte sich von der Umsetzung ihrer Vorlage begeistert, die sie selbst erstmals auf der Bühne miterleben konnte. Ein schöneres Kompliment konnte es dann für die TME-Theatergruppe „HA-RIMM“ nicht geben, so der einhellige Tenor der Besucher.
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Sämtliche Darsteller machten bei ihrem Auftritt im Lustspiel um den Klostergeist eine hervorragende Figur.
