Allgemeine Berichte | 10.06.2015

Patenschaftsprojekte in Cochem-Zell und Bernkastel-Wittlich sind sicher

„Musterbeispiel für Ökumene“

Die Verantwortlichen von Caritas, Dekanaten, evangelischer Kirche, Aktion Arbeit, Diakonie und Landkreis haben sich zum Austausch getroffen.privat

Cochem. Jugendliche mit weniger guten Startbedingungen auf ihrem Weg zu Ausbildung und Beruf ein Stück begleiten: Dieses Ziel haben die ehrenamtlichen Ausbildungspatinnen und -paten, die sich in zwei Projekten in den Landkreisen Bernkastel-Wittlich und Cochem-Zell engagieren. Sie unterstützen Jugendliche dabei, sich beruflich zu orientieren und einen Ausbildungsplatz zu finden. Am 2. Juni haben sich die Projekt-Verantwortlichen mit ihren Kooperationspartnern in Cochem zum Austausch mit Nikolaus Immer vom Diakonischen Werk Rheinland und Landrat Manfred Schnur getroffen. Dabei bestätigten alle Kooperationspartner auch in den kommenden Jahren ein verlässliches finanzielles Engagement. Das Patenschaftsprojekt Cochem-Zell sei das erste seiner Art im Bistum Trier gewesen und habe eine Vorreiterrolle eingenommen, sagte Martina Messan vom Diözesancaritasverband. Inzwischen würden Patenschaften an verschiedenen Schulen in sieben Dekanaten angeboten - wobei oft das Cochemer Konzept Pate stehe. Seit 2012 werden die Projekte auch von einem Förderfonds des Diözesancaritasverbands und von der Aktion Arbeit im Bistum Trier gefördert. Seit 2015 gibt es auch Mittel aus dem Arbeitslosenfonds der evangelischen Kirche im Rheinland. Der Kreis steuert eine hauptamtliche Stelle bei und auch die Verbandsgemeinden sind beteiligt. Landrat Schnur betonte, die Projekte seien „Musterbeispiele für die Ökumene“. Das bestätigten auch Dietlinde Schmidt vom Dekanat Cochem und Rüdiger Lancell von der evangelischen Kirchengemeinde, die das Projekt 2008 ins Leben gerufen hatten. „Wir können als Kirchen nicht tatenlos zusehen, wie Jugendliche auf der Strecke bleiben“, sagte Lancell. Das Projekt gebe auch den Paten viel zurück. Das sah auch Reinhild Höfs so, die als Vertreterin der Paten gekommen war. Seit den Anfangszeiten des Projekts engagiert sie sich schon - hat viele Jugendliche begleitet und immer wieder auch selbst dazugelernt. „Damals ging ich in Rente und wollte mich mit meinen Erfahrungen ehrenamtlich einbringen. Wir geben den Jugendlichen Tipps bei Bewerbungen, vermitteln Kontakte zu Firmen. Bei meinen eigenen Kindern habe ich gesehen, wie schwierig die Berufswahl sein kann und dass es auch gut sein kann, mit Leuten außerhalb der eigenen Familie zu sprechen.“ Dabei sehen sich die Paten nicht als Elternersatz, sondern als Ratgeber. „Der Weg ist dabei das Ziel. Unsere Paten erarbeiten mit den Jugendlichen, wohin es beruflich oder schulisch überhaupt gehen könnte“, erläuterte Projektkoordinatorin Marie Meyes-Cuy. An sieben Schulen des Landkreises Cochem-Zell wird das Projekt „Paten für Ausbildung“ derzeit angeboten, seit 2008 wurden 43 Paten geschult und 75 Schüler begleitet. Derzeit stehen 30 Paten zur Verfügung und 14 Schüler werden begleitet. Seit 2010 gibt es auch im Dekanat Wittlich ein Patenprojekt an der Realschule Traben-Trarbach. Hier wurden bereits 20 Paten geschult und 48 Schüler begleitet. „Das hat sich inzwischen zu einem richtigen Selbstläufer entwickelt“, erzählt Projektkoordinatorin Silke Heiseler. „Die Schüler kennen das Projekt und haben eine positive Einstellung dazu. Sie sehen die Paten als ihre persönlichen „Coaches“, die ihnen auf dem Weg ins Berufsleben helfen und machen sogar bei den jüngeren Schülern Werbung für das Projekt.“ Für Dekanatsreferent Gregor Lauterbach aus Wittlich ist auch wichtig, dass junge Leute hier eine positive Erfahrung mit Kirche machen können, „ohne dass da eine Gegenleistung erwartet wird oder wir jemanden rekrutieren wollen“. Die Leiterin der beiden Patenschaftsprojekte, Ulrike Jung Ristic, und Caritas-Direktorin Katy Schug lobten alle Beteiligte für die große Unterstützung für ein „wertvolles Projekt.“ Im Bistum Trier gibt es verschiedene Typen von Patenschaften: Ausbildungspaten, Familienpaten und seit einiger Zeit auch Willkommenspaten, die sich um Flüchtlinge kümmern. Oft finden sie in ökumenischer Verbundenheit statt. Am 26. Juni findet in Trier der „Patentag“ statt.

Pressemitteilung

Bischöfliche Pressestelle Trier

Die Verantwortlichen von Caritas, Dekanaten, evangelischer Kirche, Aktion Arbeit, Diakonie und Landkreis haben sich zum Austausch getroffen.Foto: privat

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