Politik | 15.07.2015

unser-klima-cochem-zell e. V. - Netzwerkbüro der Bioenergieregion Cochem-Zell

Nach sechs Jahren Förderung den Weg aus eigener Kraft bestreiten

Förderphase der Bioenergie-Regionen endet mit Abschlusskongress in Berlin

Diskussion über Regionen als Säulen der Energiewende in Deutschland. Philipp Vohrer (v.li.n.re.), Agentur für erneuerbare Energien (AEE), Nicole Jobelius-Schausten, Bioenergieregion Cochem-Zell, Dr. Volker Niendieker, Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Dirk Schubert, nova-Institut, René Groß, Bundesgeschäftsstelle Energiegenossenschaften und Fabian Zuber, Geschäftsführer Bündnis Bürgerenergie e. V. privat

Cochem-Zell. Der Landkreis Cochem-Zell kann mit Ablauf der Förderung zum Ende dieses Monats, auf sechs Jahre erfolgreiche Arbeit als Bioenergie-Region zurückblicken.

Von 2009 bis 2015 förderte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in zwei aufeinanderfolgenden, jeweils dreijährigen Förderphasen, 25 Gewinner in der ersten und 21 Gewinner in der zweiten Förderphase, des bundesweiten Wettbewerbs „Bioenergie-Regionen“ mit dem Ziel, technische und kommunikative Strukturen zum Ausbau von Bioenergie im ländlichen Raum zu etablieren und Vorbilder zu schaffen. Dabei konnte sich die Bioenergieregion Cochem-Zell gegen 210 Mitbewerber durchsetzen. Nun wird diese Projektlaufzeit zum 31. Juli ihren Abschluss finden. Vorrangigstes Ziel dieser zweiten Förderzeit war die Verstetigung der angelegten Strukturen, um die angestrebten Ziele und Projektumsetzungen auch nach Beendigung des Förderzeitraums aus eigener Kraft weiterverfolgen zu können.

Daher wurde 2012 der Verein „unser-klima-cochem-zell e.V.“ gegründet, der in diesem Zuge auch die Trägerschaft für das Projekt „Bioenergie-Region“ übernahm und Netzwerke und Strukturen des Null-Emissions-Landkreises Cochem-Zell und der Bioenergie-Region bündelt und zusammenführt. Der Verein besteht aus Kommunen, Gewerbebetrieben, wissenschaftlichen Einrichtungen, Verbänden sowie Privatpersonen. Ziel ist es, langfristig zu mehr Eigenständigkeit bei Erzeugung und Einsatz von Bioenergie zu gelangen. Dabei sollen die regionalen Bioenergie-Potenziale ausgeschöpft, effizient eingesetzt und die besonderen Stärken der Regionen genutzt werden.

Mit den im Regionalentwicklungskonzept vorgesehenen Projekten trägt die Bioenergieregion Cochem-Zell zum Klimaschutz, zur Steigerung der regionalen Wertschöpfung, zur Schaffung von Arbeitsplätzen sowie regionalen Energiealternativen bei und ist Vorbild für diese Themen. Gerade im aktuellen Projekt „Cochem-Zeller Energiedorf“ zeigt sich, wie wichtig die kommunale Zusammenarbeit ist, um Energieprojekte an der Basis voranzubringen und zu etablieren. Bürgerbeteiligung ist dabei ein wichtiger Aspekt.

Heute ist der Anteil der Land- und Forstwirtschaft sowie des Weinbaus an der gesamten Bruttowertschöpfung im Landkreis überdurchschnittlich hoch. Ein Ausbau der energetischen Nutzung der Potenziale dieses Wirtschaftszweiges führt zu weiteren positiven regionalen Wertschöpfungseffekten. Durch Netzwerk- und Pressearbeit, Bildungsmaßnahmen und Wissenstransfer sowie die Schaffung von Wissensgrundlagen für weitere Projekte ist dies gelungen.

Um den Abschluss der erfolgreichen Projektlaufzeit einzuläuten, empfing das Bundesministerium die 21 Regionen und viele Interessenvertreter im Umweltforum Berlin. Peter Bleser, Parlamentarischer Staatssekretär im BMEL, begrüßt die Netzwerkmanager als Pioniere der Energiewende und betont: „In sechs Jahren Förderung sind modellhafte Netzwerke in ihren Regionen fest verwurzelt, sie genießen eine hohe Akzeptanz und konnten zahlreiche Projekte mit großer Bürgerbeteiligung anschieben“. Damit sei die Energiewende noch längst nicht abgeschlossen, so Bleser weiter. Im Vordergrund steht die noch stärkere Ausrichtung auf die intelligente Kombination mit anderen erneuerbaren Energien, auf die Energieeffizienz und auf den Wärmesektor.

Mit Stolz spricht Bleser von seiner Heimatregion Cochem-Zell. Schon seit 1979 ist er Mitglied des Kreistages und kennt die Entwicklung des Null-Emissions-Landkreises und der Bioenergie-Region Cochem-Zell von der ersten Stunde an. „Bei uns in Cochem-Zell wurde in der sechsjährigen Förderlaufzeit Vieles auf den Weg gebracht. Null-Emissions-Landkreis und Bioenergie-Region wurden hier zu einer echten Marke etabliert und ich verfolge mit Stolz, dass der Auftrag der Verstetigung in Form einer lokalen Energieagentur „unser-klima-cochem-zell e. V.“ gelungen ist. 14 Kommunen aus meinem Heimatlandkreis machen sich auf den Weg Energiedörfer zu werden. Dort werden Nahwärmenetze entstehen, energetische Sanierungsvorhaben vorangetrieben und dies alles unter Beteiligung der Bürgerschaft“, so Peter Bleser.

So kann der Landkreis ein würdiges Resümee aus sechs Jahren Bioenergie-Region ziehen und den Blick weiter nach vorne richten auf dem Weg zur erfolgreichen Umsetzung der Energiewende.

Pressemitteilung

unser-klima-cochem-zell e. V. - Netzwerkbüro der

Bioenergieregion Cochem-Zell

Peter Bleser, Parlamentarischer Staatssekretär im BMEL (rechts), begrüßt Dirk Barbye, Geschäftsführer der Energieagentur „unser-klima-cochem-zell e. V. (mitte) und Nicole Jobelius-Schausten (links), Netzwerkmanagerin der Bioenergieregion Cochem-Zell.

Peter Bleser, Parlamentarischer Staatssekretär im BMEL (rechts), begrüßt Dirk Barbye, Geschäftsführer der Energieagentur „unser-klima-cochem-zell e. V. (mitte) und Nicole Jobelius-Schausten (links), Netzwerkmanagerin der Bioenergieregion Cochem-Zell.

Diskussion über Regionen als Säulen der Energiewende in Deutschland. Philipp Vohrer (v.li.n.re.), Agentur für erneuerbare Energien (AEE), Nicole Jobelius-Schausten, Bioenergieregion Cochem-Zell, Dr. Volker Niendieker, Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Dirk Schubert, nova-Institut, René Groß, Bundesgeschäftsstelle Energiegenossenschaften und Fabian Zuber, Geschäftsführer Bündnis Bürgerenergie e. V. Fotos: privat

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