Verbraucherzentrale Cochem:
Nachfrage ungebrochen
Cochem. Ob dubiose Anwaltskanzleien oder angebliche Staatsanwälte die Menschen mit unlauteren Mahnschreiben traktieren, Phishing-Mails und gefährliche Trojaner mit Schadsoftware erheblichen Schaden anrichten oder undurchsichtige Verträge von Energieversorgern oder Telekommunikationsanbietern - rund 300 Menschen haben im letzten Jahr zu diesen und weiteren Themen Rat bei der Verbraucherzentrale in Cochem gesucht.
Landrat Manfred Schnur freut sich, dass die Beratungen der Verbraucherzentrale am Stützpunkt Cochem so gut angenommen wird: „Die Zahlen belegen, dass die Verbraucherzentrale eine sehr wichtige Anlaufstelle für die Bürgerinnen und Bürger hier in unserem Landkreis ist. Als wichtiger Baustein im Informations- und Beratungsangebot des Kreises ist sie nicht mehr wegzudenken. Die technischen Entwicklungen bringen zwar viele Vorteile mit sich, dennoch lauern hier auch viele Gefahren, die nicht unterschätzt werden dürfen. Mit der Verbraucherzentrale steht den Menschen vor Ort ein verlässlicher Berater zur Seite. Daher unterstützt der Kreis gerne dieses Angebot.“
„Auch in Sachen Energieberatung erhalten die Bürgerinnen und Bürger viele wertvolle Tipps, wie Sie ihre Energiekosten auf Dauer senken und so einen Beitrag zum Klimaschutz leisten können. Dies unterstützt unser Bestreben ein Null-Emissions-Landkreis zu werden“, ergänzt der Kreischef.
„Regelmäßiges Ärgernis sind Phishing- und Spam-E-Mails sowie Trojaner und Co. mit verseuchten Zip-Anhängen, die angeblich Rechnungen für Elektrogeräte, Online-Bestellungen, Mahnungen von Versandhäusern oder auch angebliche Abmahnungen wegen Urheberrechtsverletzungen enthalten“, berichtet Kirsten Thul-Kunsmann, Leiterin des Beratungsstützpunktes der Verbraucherzentrale in Cochem. „Diese verstopfen nicht nur die E-Mail-Postfächer der Verbraucher, sondern öffnen Betrügern die Möglichkeit, Computer fernzusteuern und sensible Daten auszuspionieren oder zu verschlüsseln.“ Bei der neusten Phishing-Masche werden Nutzer informiert, dass über ihren Internetzugang angeblich ein Porno-Video auf Seiten wie YouPorn, RedTube, Pornhub oder XNXX des Anbieters You Porn Office angeschaut wurde. Als Absender sind real existierende, seriöse Anwaltskanzleien angegeben.
Viele Fragen kamen auch zu Telefon- und Handyverträgen: Ob unverständliche Verträge oder fragwürdige Rechnungsposten - die Verbraucherzentrale konnte in vielen Fällen Hilfestellung geben. Regelmäßig beantwortet die Beraterin auch Fragen zu Girokonten und Kreditverträgen. Viele Kreditinstitute berechneten ihren Kunden bei Abschluss eines Darlehensvertrages ein Bearbeitungsentgelt. Nachdem zahlreiche Oberlandesgerichte und jetzt auch der Bundesgerichtshof diese Bearbeitungsentgelte für unzulässig erklärt haben, können die Darlehensnehmer von ihrem Kreditinstitut eine Erstattung verlangen. Informationen hierzu bietet die Verbraucherzentrale auch auf ihrer Internetseite unter www.vz-rlp.de/Musterbrief-Bearbeitungsentgelte.
Ein weiterer Baustein des erfolgreichen Beratungsstützpunktes ist die regelmäßige Energieberatung durch Dipl. Ing. Bernhard Andre. „Der Schwerpunkt der Nachfragen liegt bei den Heizsystemen, hier insbesondere der Wunsch der Ratsuchenden Alternativen zum Heizen mit Strom zu finden“, weiß Andre. Aber auch Wärmedämmung, alternative Energien und energetische Sanierung sind immer wieder Thema.
Seit Ende September ist der Verbraucherzentrale im Hauptgebäude der Kreisverwaltung, Endertplatz 2 im Raum 158 zu finden. Geöffnet ist der Stützpunkt wie bisher montags von 10 Uhr bis 15 Uhr. Die Energieberatung wird jeden 1, 2. und 3. Dienstag angeboten. Beratungstermine können per Email vb-coc@vz-rlp.de oder unter Tel. (0 26 71) 60 57 84 vereinbart werden, für die Energieberatung auch über das Bürgerbüro unter Tel. (0 26 71) 610.
