Allgemeine Berichte | 08.11.2026, 12:11 Uhr

Orgelrestaurierung Landkern

Restaurierung der historischen Orgel in Landkern – Erhalt eines seltenen Kulturguts

Die historische Landkerner Kirchenorgel (Baujahr 1862) von Orgelbauer Ludwig Hünd  muss dringend restauriert werden. Die Arbeiten dafür werden in den Niederlanden stattfinden.
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Landkern. Die Orgel in der Landkerner Pfarrkirche St. Servatius, die von Orgelbauer Ludwig Hünd (1812-1899) in seiner Werkstatt anno 1862 fertiggestellt und im Landkerner Gotteshaus (Grundsteinlegung 1859) aufgebaut wurde muss dringend restauriert werden. Das neugotische Gehäuse ist ebenso wie die Kirche selbst, aus einem Entwurf des Kölner Diözesanbaumeisters Vincenz Statz. Die Orgel verfügt über insgesamt 942 Pfeifen, wobei diese, als seltene Besonderheit, allesamt noch aus einer Zinn-Blei-Legierung bestehen. Laut Heinz-Josef Clemens (Kirchenmusiker, Organist und Chorleiter aus Mönchengladbach) dürfte sie im gesamten Rheinland eine von letztlich nur noch 16 verbliebenen sein. Während viele Gotteshäuser die Zinnpfeifen in den damaligen Kriegsjahren zur Aufrüstung der Wehrmacht abgegeben mussten und im Nachhinein durch die kostengünstigere Variante aus Zink ersetzten, blieb der Landkerner Hünd-Orgel diese unliebsame Einziehung erspart.

Sparen war aber auch bei der Errichtung des Kirchturms von St. Servatius im Jahr 1859 ein Thema, das den damaligen Erbauern bereits 16 Jahre später sauer aufgestoßen sein dürfte. Denn aus besagten Spargründen hatte man bei diesem an einem vernünftigen Fundament gespart. Das führte dann bereits 1875 dazu, dass man den Turm wegen einer aufkommenden Schieflage wieder abtragen und anschließend neu aufbauen musste. Parallel dazu musste bis zu dessen Neuaufbau auch die Orgel zunächst ihren Platz wieder räumen und wurde bis zur Fertigstellung des Kirchturms zurück gebaut.

Nach regelmäßigen kleinen Wartungsarbeiten im letzten Jahrhundert, weist das betagte Musikinstrument heute einen starken Holzwurmbefall auf. Für den weiteren Erhalt des Kleinods war daher eine Restaurierung unumgänglich. Nach ersten Überlegungen für eine solche Maßnahme, wurde dann ein umfangreicher Maßnahmenkatalog erarbeitet, der in der Folge als Grundlage mehreren Orgelbauern zur Ausarbeitung eines entsprechenden Renovierungskonzeptes vorgelegt wurde.

Zusammen mit dem Orgelsachverständigen des Bistums Trier, Herrn Dr. Michael Meyer, entschied man sich nach deren Prüfung, den Auftrag an Verschueren Orgelbouw (Heythuysen/NL) zu vergeben. Diese sind weltweit tätig und können auf eine jahrelange und vielfältige Erfahrung im Bereich denkmalgerechter Restaurierung zurückblicken. Aktuell hat man mit der Demontage der Orgel begonnen. Für die anstehende Instandsetzung müssen sämtliche Teile zunächst in die Niederlande transportiert werden, wo dann die eigentliche Restaurierung der Orgel beginnt. Die Arbeiten dort, sowie der anschließende Neuaufbau, werden rund ein Jahr andauern.

Laut Jochen Braunschädel (Landkerner Orgelcomité) ist dafür ein Budget von rund 370.000 Euro vorgesehen. Diverse Zuschüsse für die Gemeinde als Hauptkostenträger kommen offiziell von Bund, Bistum, Eifelstiftung und der Bitburger Brauerei. Zusätzlich hat man über die regionale Raiffeisenbank MEHR ein Crowdfunding eingerichtet und bietet Tastenpatenschaften auf Spendenbasis an.

Jochen Braunschädel vom Landkerner Orgelcomité zeigt einige der vom Holzwurm stark befallenen Orgelteile.

Jochen Braunschädel vom Landkerner Orgelcomité zeigt einige der vom Holzwurm stark befallenen Orgelteile. Foto: Thomas Esser

Das historische Kleinod wurde vorsichtig demontiert und sich für einen Transport in die Niederlande verpackt.

Das historische Kleinod wurde vorsichtig demontiert und sich für einen Transport in die Niederlande verpackt. Foto: Thomas Esser

Der fachmännische Abbau des Kirchenmusikinstruments nahm gleich mehrere Tage in Anspruch.

Der fachmännische Abbau des Kirchenmusikinstruments nahm gleich mehrere Tage in Anspruch. Foto: Thomas Esser

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Die historische Landkerner Kirchenorgel (Baujahr 1862) von Orgelbauer Ludwig Hünd muss dringend restauriert werden. Die Arbeiten dafür werden in den Niederlanden stattfinden. Foto: Thomas Esser

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