Landwirt Andreas Oster-Daum fürchtet um seine Existenz
„Windkraft sorgt für Wirbel“
Drei Windräder sollen in Dünfus aufgestellt werden - ein Bauantrag ist bisher noch nicht gestellt worden
Dünfus. Andreas Oster-Daum ist sehr besorgt: Rund 500 Meter vom Rosenthalerhof sollen drei Windräder aufgestellt werden. Der 51-jährige Landwirt betreibt seit 35 Jahren seinen landwirtschaftlichen Betrieb neben der L 108 und hält derzeit ungefähr 30 Pferde. Reithalle und Koppeln liegen genau in dem Gebiet, wo ein spanischer Investor auf der Gemarkung Dünfus die Windkraftanlage installieren will. Mit Recht, denn die Bauvorschriften in Rheinland-Pfalz sehen einen Mindestabstand von 500 Metern bis zum nächsten Einzelgebäude vor. „In meinem Fall sind es genau 520 Meter, also kann ich rechtlich so gut wie nichts machen“, erklärt der Vater von zwei Kindern.
Der Flächennutzungsplan wurde, trotz zweimaligem Widerspruch durch Andreas Oster-Daum im Sommer 2013 genehmigt, deshalb kann zunächst gegen die Planung nichts unternommen werden.
Bürgermeister Manfred Führ erklärte Anfang der Woche im Gespräch mit „Blick aktuell“, dass von einem Baubeginn in Dünfus „noch nicht gesprochen werden kann, denn es wurde noch gar kein Bauantrag gestellt.“ „Bis zur Genehmigung müssen ohnehin etliche Dinge nachgereicht werden“. Der Verwaltungschef der VG Treis-Karden nannte als Beispiele die Themen Lärmschutz, landespflegerische Gesichtspunkte und nicht zuletzt das aktuelle ornithologische Gutachten.
Andreas Oster-Daum und seine Frau Astrid hoffen vor allem auf das letztgenannte Kriterium, denn der Jäger und Naturkenner weiß, dass in unmittelbarer Nähe Rotmilane Horste angelegt haben. Diese streng geschützte Vogelart, die noch im vergangenen Jahr mit Hilfe von vielen Naturfreunden landesweit gezählt wurde, hat im nahegelegenen Waldstück „Heistert“ und der näheren Umgebung mehrere Nester gebaut. „Diese Zugvögel sind mittlerweile zurückgekehrt und beginnen bald zu brüten“, weiß der Landwirt. „Wie sich das auf die Planungen auswirkt, wird noch zu prüfen sein“, so Oster-Daum. Bürgermeister Führ gibt zu verstehen, dass in einem solchen Fall auch eventuell ein anderer Standort gesucht werden müsse, zudem auch bei ein einer Baugenehmigung immer noch Widerspruch eingelegt werden könne.
Andreas Oster-Daum will auf jeden Fall mit allen Mitteln die Windräder vor seiner Haustür verhindern. „Der Lärm aus Richtung Westen und der Schattenschlag werden meine Tiere beunruhigen. Pferde sind Fluchttiere, die bei Geräuschen und Schatten sehr erregt und unvorhersehbar reagieren“, weiß der Pferdeexperte. „Ich möchte keinen meiner Gäste und Reiter etwa durch Eisschlag in Gefahr bringen“, sagt der Landwirt. „Geld und Profit dürfen bei einer solchen Entscheidung nicht die erste Rolle spielen, der Mensch muss im Vordergrund stehen und die ihm anvertraute Natur.“
Pferde sind sein Leben. Andreas Oster-Daum hält 30 Huftiere auf seinem Hof. Windräder könnten die scheuen Tiere und damit die Reiter in Gefahr bringen.
Bereits jetzt hat der Rosenthalerhof in unmittelbarer Nähe einige Windräder.Fotos:
Westlich vom Rosenthalerhof sollen drei Windräder auf Privatgelände innerhalb der Gemarkung Dünfus aufgestellt werden. Andreas Oster-Daum wehrt sich vehement dagegen.
