Allgemeine Berichte | 07.11.2014

„Laubenhof“-Evakuierung verlief reibungslos

100 Senioren vor Bomben- Entschärfung in Sicherheit gebracht

Bewohner des Gülser ISA-Seniorendomizils kamen in Schwester-Einrichtung unter

Die Evakuierten bei ihrer Ankunft am vorübergehenden Seniorendomizil Asterstein. privat

Koblenz-Güls. Wegen der Bombenentschärfung im Koblenzer Stadtteil Güls musste auch das ISA Seniorendomizil „Laubenhof“ vollständig evakuiert werden. Knapp 100 Menschen waren betroffen. „Die Evakuierung unserer Einrichtung verlief reibungslos. Kurz nach 22 Uhr waren alle Senioren wohlbehalten im Laubenhof zurück“, berichtet Dr. Britta Stolberg-Schloemer, die für den Träger, die ISA DOMIZIL GmbH, den Einsatz leitete. Ein besonderes Lob richtete sie an die Mitarbeiter der beiden Seniorendomizile in Güls und auf dem Asterstein und an die Pflegekräfte des mobilen Pflegedienstes ISA AMBULANT, die ihre Kollegen aus der stationären Pflege bei der Evakuierungsaktion unterstützten.

„Alles halb so wild“

Die Räumung des Seniorendomizils in Güls hatte um 17 Uhr begonnen. Ein Teil der Senioren wurde mit einem evm-Bus, gehbehinderte und bettlägerige Menschen mit Krankentransportwagen des Deutschen Roten Kreuzes zum ISA Seniorendomizil „Asterstein“ in dem gleichnamigen Stadtteil gebracht. „Das war alles halb so wild“, empfand die 88-jährige Katharina Frank die Evakuierung als „keine große Belastung“. Die Seniorin ist in einer Wohnung zu Hause, die an das Gülser Seniorendomizil angegliedert ist. „Wir waren von einer Mitarbeiterin des Service-Wohnens frühzeitig über die Ausquartierung informiert worden. Da blieb genügend Zeit, um sich darauf einzustellen.“ Die 90-jährige Ingeborg Penkert hatte als junge Frau die Zerstörung Dresdens im Februar 1945 im Luftschutzkeller überlebt. In ihrer Straße im Dresdner Stadtteil Löbtau habe nach der Bombardierung „kein Stein mehr auf dem anderen“ gestanden. Fast 70 Jahre später erneut von einer Evakuierung wegen einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg betroffen zu sein, empfand sie dennoch nicht als verstörend. „Bei mir kamen da keine schlimmen Erinnerungen hoch“, sagte sie. Nach der Entschärfung der Bombe kehrte auch sie wohlbehalten in ihre Wohnung am Laubenhof zurück. Unter den evakuierten Senioren aus dem „Laubenhof“ waren fünf bettlägerige Menschen sowie 23 Personen, die auf den Rollstuhl angewiesen sind. Rund 60 ältere Menschen verbrachten den Freitagabend im ISA Seniorendomizil Asterstein, die übrigen Senioren kamen bei Familienangehörigen oder Freunden unter. Eine der wenigen Ausnahmen: Ein älteres Ehepaar aus dem Laubenhof brachte sich zu Fuß in Sicherheit. Bis die beiden Senioren in ihre Wohnung zurückkehren konnten, saßen sie bei einem Glas Wein in einem Gülser Lokal an der Mosel. Es gab eben auch Ortsteile, die nicht evakuiert werden mussten.

Die Evakuierten bei ihrer Ankunft am vorübergehenden Seniorendomizil Asterstein. Foto: privat

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