Politik | 09.08.2026, 13:47 Uhr

Walnussbaum-Allee schützen

Bürgerinitiative fordert Schutz der Walnussbaum-Allee am Niederlahnsteiner Rheinufer

Die Walnussbaum-Allee.

Lahnstein. Aus der Facebookgruppe „Niederlahnstein- Deine Stimme für die Walnussbäume“ wurde am 22.Juli 2026 die Bürgerinitiative „Rettet die Walnussbaum-Allee Niederlahnstein“ gegründet. Ziel ist, die Walnussbaum-Allee am Niederlahnsteiner Rheinufer zu erhalten. Als Sprecherinnen wurden gewählt: Judith Knoche, Gabriele Grams und Heike Hartmann.

Als erste offizielle Handlung hat die BI bei der unteren Naturschutzbehörde und bei der SGD Nord, Abteilung Naturschutz je einen Antrag zur Unterschutzstellung der Nussbaumallee gestellt. Die Anträge beinhalten die Unterschuztzstellung der Allee ab Stolzenfelsstrasse bis Maximilians Brauwiesen, sie beinhalten eine formelle Prüfung der Bäume hinsichtlich des Artenschutzes und sie beinhalten, dass jegliche Art von Fällarbeiten in diesem Bereich untersagt werden, bis alle naturschutzrechtlichen Belange geprüft sind.

Die Abholzung von 81 über 100 Jahre alten Bäumen in der Nussbaumallee ist ein nicht wieder gut zu machender Eingriff in Natur und Landschaft. Insbesondere für grünlandarme Gebiete wie Lahnstein ist hier eine sehr, sehr strenge Schutzrelevanz gegeben.

In allen im Stadtrat vorgelegten Unterlagen sind nur Fotos von der Allee nach dem Laubabfall zu finden. Das suggeriert dem Betrachter, dass es sich hier um einen wertlosen Bestand handelt. Dem ist entgegenzuhalten, dass diese 81 zur Fällung vorgesehenen Walnussbäume ermittelt nach der ‚Methode Koch‘ einen geschätzten Sachwert von bis zu 1.200.000 Euro haben können. Die Methode Koch ist höchstrichterlich anerkannt.

Nicht eingeflossen ist in die Entscheidung, dass alte Walnussbäume Fledermäusen, Höhlenbrütern (wie Spechten) und Insekten als essenzielle Nist- und Zufluchtsorte dienen. Darum wurde eine formelle Prüfung auf artenschutzrechtliche Verbote gemäß § 44 BNatSchG beantragt.

Nach Meinung der Bürgerinitiative kann der ökologische Verlust einer 100-jährigen Allee im Rahmen der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung nicht einfach durch das Pflanzen von 81 jungen Setzlingen ausgeglichen werden. Um die Blattoberfläche und die Klimaleistung dieser Allee sofort zu kompensieren, muss man tausende Jungbäume pflanzen. Da dies räumlich unmöglich erscheint, wäre eine astronomisch hohe Ersatzgeld-Zahlung festzusetzen. Der Erhalt der Walnussbäume ist hier die wirtschaftlichere und auf jeden Fall die rechtssicherere Variante.

Dann ist wichtig, dass man hier nicht Zeichen setzt und vorzeitig Walnussbäume fällt. Deshalb wurde die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (SGD Nord), Abteilung Naturschutz gebeten, eine vollumfängliche naturschutzrechtliche Prüfung vorzunehmen und mögliche Fällarbeiten zu stoppen, bis alle naturschutzrechtlichen Alternativen und Kompensationsmöglichkeiten geprüft sind. .

Die Walnussbaum-Allee in Niederlahnstein wurde vermutlich von den Mönchen des ehemaligen Klosters Lahnstein gepflanzt. Die Bäume prägen das Rheinufer seit über einem Jahrhundert.

Die Allee wurde in der Vergangenheit von der Gemeinde Lahnstein erhalten in dem Bewusstsein, dass es sich hier um etwas Besonderes handelt. Die Allee ist weit über Lahnstein hinaus bekannt und viele Menschen haben daran schöne Erinnerungen. Es lohnt sich dafür einzustehen, dass diese Allee den Menschen in ihrer Schönheit erhalten bleibt. Ebenso ist sie ein unersetzbarer Lebensraum und leistet einen großen Beitrag zum Klimaschutz.

Pressemitteilung Bürgerinitiative „Rettet die Walnussbaum-Allee Niederlahnstein“

Die Walnussbaum-Allee. Foto: Judith Knoche

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