Erfolgreiche Premiere des Theaterprojekts der HS Koblenz und der „Findlinge“
„Demografischer Wandel ist nichts für Feiglinge“
Koblenz. Über 200 begeisterte Zuschauer erlebten die Premiere des Theaterstücks „Demografischer Wandel ist nichts für Feiglinge“ der Bendorfer Theatergruppe „Die Findlinge“ an der Hochschule Koblenz. Mit diesem Theaterprojekt gehört der Fachbereich Sozialwissenschaften der Hochschule Koblenz zu den Preisträgern des Hochschulwettbewerbs „Den demografischen Wandel gestalten - aber wie? Nachwuchswissenschaftler kommunizieren ihre Arbeit“ im Wissenschaftsjahr 2013 „Die demografische Chance“. Projektleiterin Sabine Link, Doktorandin und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich Sozialwissenschaften der Hochschule Koblenz, hat mit der Bendorfer Theatergruppe „Die Findlinge“ ein Drehbuch erarbeitet, das den demografischen Wandel erlebbar macht und dazu aufruft, ihn zukunftsweisend zu gestalten. Die neun Schauspielerinnen und Schauspieler brachten in insgesamt sechs Spielsequenzen auf unterhaltsame Weise wissenschaftliche Erkenntnisse zum demografischen Wandel auf die Bühne, die sonst mit ihren statistischen Berechnungen und theoretischen Modellen wohl schwerer zu erfassen gewesen wären. Welche Rezepte könnten der Ausdünnung des ländlichen Raumes entgegenwirken? Wie lässt es sich vermeiden, im Ruhestand in ein tiefes Loch zu fallen? Welche Argumente wägen Menschen gegeneinander ab, die sich für oder eben gegen das Kinderkriegen entscheiden? Diese und weitere Fragen greift das Stück in sechs thematischen Spielsequenzen auf - humorvoll inszeniert und zum Nachdenken anregend. Die neun Schauspielerinnen und Schauspieler im Alter von 27 bis 75 Jahren sowie die Drehbuchautorin und Regisseurin Silke Dutz hatten Mitte August mit den Proben begonnen, passenderweise in einer Räumlichkeit des Bendorfer Seniorenwohnheims Vierwindenhöhe. „Dieses Theaterprojekt hat eine nicht zu erahnende Dynamik angenommen. Ich durfte interessante und interessierte Menschen kennenlernen, bei denen ich mit diesem Projekt offene Türen eingerannt habe“, betont Sabine Link, die vor allem die Zusammenarbeit mit den Findlingen genossen hat. Sie recherchierte bei Firmen und Institutionen, um deren Lösungen im Umgang mit dem demografischen Wandel zu erfahren. Entsprechend nutzten Vertreterinnen und Vertreter der Koblenzer Bürgerstiftung, der Kita gGmbH, der Industrie- und Handelskammer Koblenz, der Handwerkskammer Koblenz, des Sportbundes Rheinland, des demografie-netzwerks sowie des Arbeitskreises Ökumene in der City die Theaterpremiere die Gelegenheit, um Stellung zu beziehen. Das Abschlussstatement sprach Prof. Dr. Günter J. Friesenhahn, Dekan des Fachbereichs Sozialwissenschaften der Hochschule Koblenz, in dem das Projekt entstand. Nach der Premiere an der Hochschule Koblenz spielen „Die Findlinge“ das Theaterstück noch am 23. November, um 15 Uhr, im Forum Polch.
Über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf philosophieren zwei junge Menschen in der Spielsequenz „Kinder Kinder“.
„Anders altern“ lautet der Titel der Spielsequenz, in der der Umgang mit Altersstereotypen thematisiert wird: Die Mutter benimmt sich nicht so, wie ihr Sohn es von ihr - dem Alter entsprechend - erwartet.Fotos: Privat