Allgemeine Berichte | 10.10.2013

Deutscher Lesepreis erstmals in Berlin vergeben

Stiftung Lesen und Commerzbank-Stiftung zeichnen herausragende Leseförderungsprojekte aus

Am 7. Oktober wurde in Berlin zum ersten Mal der Deutsche Lesepreis verliehen.privat

Berlin. Am 7. Oktober wurde in Berlin zum ersten Mal der Deutsche Lesepreis verliehen. Er steht für das Engagement der beiden Initiatoren, der Stiftung Lesen und der Commerzbank-Stiftung, das Thema Leseförderung stärker in die öffentliche Wahrnehmung zu rücken.

Acht Preisträger in drei Kategorien, die die Jury aus insgesamt 249 Bewerbungen ausgewählt hat, erhielten die Auszeichnung für ihren vorbildhaften Einsatz in der Leseförderung: Das Helene-Lange-Gymnasium in Dortmund wurde in der Kategorie „Ideen für morgen“ ausgezeichnet. Heike-Anna Grunewald von der Hamburger Dr. E. A. Langner-Stiftung belegt den ersten Platz in der Kategorie „Herausragendes individuelles Engagement“. Gewinner in der Kategorie „Herausragendes kommunales Engagement“ ist die Stadtbücherei Neuenrade. Ebenfalls im Rahmen des Deutschen Lesepreises wurde ein Wissenschaftspreis in der Kategorie „Lesbare Wissenschaft“ an Prof. Dr. Walter Krämer sowie in der Kategorie „Wissenschaft des Lesens“ an Christoph Sondag verliehen.

Der Deutsche Lesepreis ist insgesamt mit Preisgeldern in Höhe von 23.000 Euro dotiert und steht unter der Schirmherrschaft des Präsidenten der Kultusministerkonferenz Stephan Dorgerloh, Kultusminister des Landes Sachsen-Anhalt. „Die Stärkung der Sprach- und Lesekompetenz von Kindern und Jugendlichen ist ein zentraler Aufgabenschwerpunkt der Kultusministerkonferenz“, erklärt Minister Dorgerloh. „Ich begrüße daher die Initiative der Stiftung Lesen und der Commerzbank-Stiftung mit dem Deutschen Lesepreis neue Ideen und herausragende Initiativen nicht nur zu ehren, sondern auch zu fördern. Sie werden so befähigt, sich weiter zu entwickeln und weitere Impulse für die Leseförderung und Lesebegeisterung zu setzen.“

„Die Vielzahl an Bewerbungen aus ganz unterschiedlichen Bereichen zeigt, wie bunt und vielfältig Leseförderung in Deutschland ist“, betont Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen. „Dieses Signal macht Mut für die Zukunft: Denn nur, wenn sich alle gemeinsam für das Lesen stark machen, können wir neue Zugänge für das Lesen und so eine wichtige Grundlage für Bildungsfähigkeit, Erfolg in Schule und Beruf sowie gesellschaftliche Teilhabe schaffen. Daher rufen wir alle dazu auf, sich weiterhin für die Leseförderung zu engagieren.“

Der mit 6.000 Euro dotierte Sonderpreis der Commerzbank-Stiftung „Ideen für morgen“ geht an das Helene-Lange-Gymnasium in Dortmund. Das Projekt „Im Sog von Wort und Bild - Zum Einsatz von Graphic Novels in der Leseförderung“ knüpft in Theorie und Praxis an die Schülerinteressen an: Graphic Novels erzählen komplexe Geschichten in Comic-Form und sprechen durch die kreative Gestaltung und die Kombination von Wort und Bild auch diejenigen an, die sonst weniger gerne lesen. Mit dem Projekt sollen vor allem Schüler in der Mittelstufe (Klassenstufen 8 bis 10) zum Lesen motiviert werden. Ziel ist es, so dem pubertären Leseknick zu begegnen und für neue Formen der Literaturaneignung zu werben.

Astrid Kießling-Taþkýn, Geschäftsführerin der Commerzbank-Stiftung, über das ausgezeichnete Projekt: „Mit dem Graphic-Novel-Projekt des Helene-Lange-Gymnasiums zeichnen wir eine Initiative aus, die den Schülerinnen und Schülern beispielhaft die Freude am Lesen vermittelt. Die neue Literaturform der Graphic Novels bedient sich der Sprache und Erfahrungswelt der Jugendlichen. Aus eigener Motivation heraus erschließen sie sich über ihre Lesekompetenz einen Schlüsselfaktor, der ihnen den Zugang auch zur kulturellen Bildung erleichtert. Gleichzeitig erleben sie hautnah, dass sich das literarische Erbe nicht nur aus der Vergangenheit definiert, sondern neue, in die Zukunft gerichtete Ideen integriert.“

In der Kategorie Herausragendes individuelles Engagement, gefördert von der Nele Neuhaus Stiftung und der PricewaterhouseCoopers-Stiftung, erhielt Heike-Anna Grunewald von der Dr. E. A. Langner-Stiftung den ersten Preis (dotiert mit 2.000 Euro) für ihr Engagement für die Hamburger Märchentage, eine jährlich stattfindende Veranstaltungsreihe mit 70 bis 90 Einzel-Veranstaltungen für Kinder zwischen 3 und 14 Jahren.

Der zweite Preis (dotiert mit 1.500 Euro) geht an Beate Kabisreiter, Lehrerin am Max-von-Laue Gymnasium Koblenz, die an der Schule mit großem persönlichem Einsatz zahlreiche unterschiedliche Leseförderungs-Projekte umsetzt.

Den dritten Preis (dotiert mit 1.000 Euro) teilt sich Dr. Rita Mielke vom Sommer-Lese-Festival „Korschenbroich liest“ mit Sabine Thomas und Andreas Hoh vom Krimifestival München. Beide etablierten Veranstaltungsreihen machen auf unterschiedliche Art und Weise Lesen lebendig und sprechen so ein breites Publikum an.

Sieger in der Kategorie Herausragendes kommunales Engagement, gefördert von FRÖBEL e.V, ist die Stadtbücherei Neuenrade. Für die Gründung eines „Zelius“ (Zentrum für Lesen, Integration und Sprache) für ganzheitliche Leseförderung, das sich besonders an Menschen mit Migrationshintergrund wendet, wird sie mit dem Preisgeld in Höhe von 2.000 Euro ausgezeichnet.

Den zweiten Preis (dotiert mit 1.500 Euro) in dieser Kategorie erhält die Stadtbücherei Lampertheim für ihr Bundesländerübergreifendes Bibliotheksangebot „Lesen im kleinen Dreieck“.

Der dritte Preis (dotiert mit 1.000 Euro) geht an die Buxtehuder Stadtbibliothek, die bei ihren Projekten „Rucksackbibliothek“ und „Buxtehuder Kälbchen“ die Zielgruppe Kindergartenkinder auf vorbildliche Art und Weise aktiv einbindet.

Unter dem Dach des Deutschen Lesepreis wurde außerdem der von der Jürgen Moll Stiftung geförderte Wissenschaftspreis vergeben. In der Kategorie „Lesbare Wissenschaft“ (dotiert mit 5.000 Euro) wurde Prof. Dr. Walter Krämer ausgezeichnet, der durch Werke wie „So lügt man mit Statistik“ wesentlich zur „Lesbarkeit“ vor allem von Statistik beigetragen hat. In der Kategorie „Wissenschaft des Lesens“ (dotiert mit 3.000 Euro) geht der Preis an Christoph Sondag für seine Diplomarbeit am Fachbereich Erziehungswissenschaften der Universität Hamburg mit dem Titel „Analphabet trotz Schule. Quantitative und qualitative Analyse des Zusammenhangs zwischen dem Literalitätsgrad Erwachsener und ihren Erfahrungen während der Schulzeit. Ergebnisse aus der leo. – Level-One-Studie.“

Mehr Informationen zum Deutschen Lesepreis auch unter www.deutscher-lesepreis.de.

Am 7. Oktober wurde in Berlin zum ersten Mal der Deutsche Lesepreis verliehen.Foto: privat

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