Politik | 12.05.2021

Stadtrat erlässt Schaustellern und Gastronomen Gebühren und belohnt Theater-Abonnenten

Ein Bonbon für Kunstliebhaber

Bürger können in „Artothek“ Werke ausleihen und sich zu Hause darüber freuen

Koblenz. Geholfen wird angesichts der Coronakrise Schaustellern und Gastronomen. Denn die brauchen in diesem Jahr keine Gebühren zu zahlen, wenn sie in Koblenz öffentliche Straßen, Wege oder Plätze in Anspruch nehmen. Der Stadtrat beschloss auf seiner jüngsten Sitzung „auf die Erhebung von Sondernutzungsgebühren für mobile Verkaufs- und Gastronomiestände auf öffentlicher Fläche zur Unterstützung der Schausteller- und Gastronomiebranche im Jahr 2021 zu verzichten.“ Schließlich sind die Auswirkungen der Corona-Bekämpfungsverordnungen des Landes für die Schausteller- und Gastronomiebranche existenzbedrohend. Daher wurden die Gebühren zwischen rund 10 und 51 Euro pro Tag für Verkaufs- oder Gastronomiestände gestrichen.

Verwaltung und Stadtrat hatten aber auch ein Bonbon für Kunstliebhaber, denn die „Artothek Koblenz“ wird eingerichtet. So können die Bürger sich dank Kooperation von Mittelrhein-Museum und Stadtbibliothek gegen geringe Gebühren Kunstwerke ausleihen und sich in einem begrenzten Zeitraum zu Hause darüber freuen. Ziel ist, einen niederschwelligen Zugang zur zeitgenössischen Kunst zu schaffen. Die Artothek soll rheinland-pfälzische Künstler sowie Mitglieder der Gemeinschaften „AKM“ und „ark“ unterstützen. In Zweifelsfällen entscheidet eine Jury über die Zulassung. Der maximale Wert pro Kunstwerk wird zunächst auf 1500 Euro festgesetzt.

Belohnt werden auch die Liebhaber der darstellenden Kunst. Denn der Stadtrat stimmte einer Regelung zu, bei der das für die Theatersaison 2020/21 bezahlte Abonnement auch für die Spielzeit 2021/2022 gilt. So kommen Rat und Verwaltung den Abonnenten entgegen, die dem Theater Koblenz auch in der sehr schwierigen Zeit die Treue gehalten haben. Jedoch wird aus buchungstechnischen Gründen pro Vorstellung eine Bearbeitungsgebühr von einem Euro erhoben. In Stadtratsvorlage heißt es: „Wer sein Abonnement trotz der unklaren Lage nicht gekündigt hat, hat einen aktiven Beitrag zur Zukunftssicherung des Theaters Koblenz geleistet. Diese Unterstützung soll durch diesen Stadtratsbeschluss anerkannt und gewürdigt werden.

Um 85.000 Euro auf 185.000 Euro stiegen die Kosten für das Projekt Grillhütte Niederberg. Die wurde 1985 von der Stadt Koblenz errichtet, kann aber seit 2012 wegen Problemen mit der Trinkwasserversorgung nicht mehr genutzt werden. Dennoch haben drei Ortsvereine in den vergangenen Monaten parallel zu den städtischen Baumaßnahmen die Grillhütte aufwendig renoviert. In den Jahren zuvor waren die Versuche gescheitert, an die Grillhütte Strom-, Trinkwasser- und Abwasserleitungen zu legen. Das ist jetzt möglich, da eine Anwohnerin aus dem Mühlental bereit ist, eine Spülbohrung über 90 Meter bis an die Kanalisation und die Frischwasserleitung über ihr Grundstück zuzulassen. Außerdem war es notwendig, ein Grundstück kurz vor dem Parkplatz zu erwerben, um den letzten Lückenschluss herstellen zu können.

Dies war die, nach jahrelangen vergeblichen Versuchen, einzig verbliebene Möglichkeit, die Nutzung der Grillhütte zu gewährleisten. HEP

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Kommentare
15.05.202111:26 Uhr
Gabriele Friedrich

Bonbons haben den Nachteil, das man sich da ganz fies dran verschlucken kann, erst recht wenn es kommunale Süßigkeiten sind. Der letzte Absatz im Artikel zeigt einmal mehr, das immer neue Ausreden kommen, warum etwas "nicht" geklappt hat. Wenn ich so denken würde, wären meine Kinder verhungert und mein Mann schon vor seinem Tod erledigt gewesen. Je länger so ein Artikel um so schwurbeliger. Ihr habt es wieder mal versemmelt und nun wird teuer bis überteuert* alles erledigt. Mal sehen, was noch kommt und warum dann plötzlich die Summe von 200.000€ Bonbons da steht. Schließlich wird es etwas geben, das nicht so funktioniert wie geplant und man muss es auf "irgendwas" schieben... trau, schau, wem!

14.05.202123:02 Uhr
juergen mueller

Ein Bonbon für etwas, nennt die Stadt Koblenz für etwas, was sie in den vergangenen Jahren systematisch selbst kaputt gespart hat.
Man redet zwar immer von Tradition, meint aber etwas anderes, nämlich die Kohle, die man lieber für etwas anderes investiert, als für etwas, was letzten Endes Vergangenheit bedeutet.
Ein Querdenken, das die ausmacht, die nicht in der Lage sind, Fortschritt mit Vergangenheit miteinander zu verbinden.
Reden ist das eine, handeln u. in die richtige Richtung zu denken, das andere.
Politik hat nun einmal nichts mit konstruktivem Denken zu tun, mit Denken sowieso nichts.
Die Abhängigkeit, die uns von denjenigen politisch offeriert wird, die für UNS angeblich nur das Beste wollen, ist ein Problem, das jeder für sich selbst lösen muss.
Politik sieht sich als eine Schule, nach deren Richtlinien man sich zu richten hat.
Man vergisst, diese ist besetzt mit Personen, die erst einmal nur an sich selbst denken, ein Bonbon, das jeder nimmt.

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