Entstehungsbeginn der „Koblenzer Brunnensinfonie 2014“
Eine Sinfonie als Geschenk an Koblenz
Projektvorstellung der für den 5. April 2014 als Uraufführung angekündigten sinfonischen Dichtung zur Stadtgeschichte
Koblenz. Nicht mit Pauken und Trompeten, sondern mit opportuner Blasmusik wurde die erste Präsentation des als bundesweit einmalig deklarierten Projektes durch fünf Musiker des „Konzertorchesters Koblenz“ eingeleitet. Die Keimzelle des Ganzen ist eine vielleicht verrückte Idee des 1970 in Neuwied geborenen, im Westerwald lebenden Gymnasialdirektors Bernhard Meffert, dessen Leidenschaft die sinfonische Blasmusik ist. George Bernard Shaws Ausspruch „Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht Euch an, wohin uns die normalen gebracht haben“, scheint auch Mefferts Antrieb zu sein.
Veränderung in der Stadt
Im Konzertorchester Koblenz, wie das 1971 gegründete Traditionsorchester „Postmusikkapelle Koblenz“ seit diesem Jahr heißt, spielt er zurzeit die zweite Trompete. Die erste Geige spielt der Westerwälder jedoch bei dem Projekt, für das er die Leitung übernommen hat. Denn: „Ich habe die Suppe eingebrockt, jetzt will ich auch dafür sorgen, dass sie vernünftig ausgelöffelt wird.“ Die zunächst verrückt erscheinende Idee sei ihm im BUGA-Jahr 2011 gekommen. Da habe er eine Veränderung in der Stadt Koblenz gespürt. Ein Wir-Gefühl habe sich breit gemacht, die Bürger und die Stadt haben ein neues, stolzes Selbstbewusstsein gezeigt. Ihm sei es ein Bedürfnis gewesen, dazu beizutragen, die Euphorie dieses Jahres in irgendeiner Form weiterzutragen. Zwei Eindrücke führten dann wohl zur sogenannten Initialzündung: Zum einen hatte er gerade die Klänge der „Moldau“ von Smetana im Ohr, zum anderen war es die einmal wieder bewusste Begegnung mit dem Brunnen und der Historiensäule des Bildhauers Jürgen Weber auf dem Görresplatz. Beides wollte er irgendwie miteinander verbinden und so zu der in Stein gehauenen Geschichte ein musikalisches Pendant als Geschenk für die Stadt Koblenz schaffen. Damit konfrontierte er zunächst Michael Göddertz, den ersten Vorsitzenden des Vereins „Postmusikkapelle Koblenz“ und Christoph Engers, der seit 2003 der musikalische Leiter des Orchesters ist. Beide waren sofort angetan von der offenbar gar nicht so verrückten Idee.
„Brunnensinfonie“
Gemeinsam überlegten sie, wer eine solche stadtgeschichtliche Sinfonie, die sie „Brunnensinfonie Koblenz 2014“ nannten, anspruchsvoll und doch verständlich, dazu noch innerhalb von 15 Monaten, umsetzen könne. Sie fragten den 1973 in Sachsen geborenen Guido Rennert. Er ist als Berufsmusiker seit 1996 im Musikkorps der Bundeswehr in Siegburg als Klarinettist engagiert. Außerdem ist er schon seit fast 20 Jahren als Komponist aktiv. Er schrieb Solokonzerte für Klarinette, Eb-Altsaxophon und Tenorsaxophon, große sinfonische Werke, Begleitarrangements für Solokünstler oder Bands sowie große Bühnenprogramme. Sogar eine sinfonische Dichtung über eine Stadt komponiterte er schon. Mit ihr gelang es ihm musikalisch, die Eindrücke eines Tages und einer Nacht in der Weltstadt New York einschließlich einem Besuch am „Ground Zero“ hörbar zu machen. Im Jahr 2001 gründete Rennert, dessen musikalische Vorbilder vor allem Strauß, aber auch Wagner und Mahler sind, seinen eigenen Musikverlag „AuRen“. Mit ihm im Boot war aus einer Idee nun ein Projekt geworden, als dessen Schirmherrin Dr. Christiane E. Herzog, Ehefrau des Oberbürgermeisters Prof. Dr. Hofmann-Göttig, gewonnen werden konnte. „Ein wunderbares Projekt für diese historisch bedeutsame, kulturell leider immer noch unterschätzte Stadt, das nördliche Tor des Weltkulturerbes“, erklärte sie ihr Engagement und zeigte sich offen für weitere Unterstützung. Spontan haben zudem erste Sponsoren Fördermittel zugesagt: die PSD-Bank Koblenz, die Sparkasse Koblenz sowie das Bläserstudio Koblenz und die zeusaudio GmbH.
Partitur und ein großer Chor fehlen noch
Was jetzt „nur“ noch fehlt, ist eine Partitur, für die bis jetzt lediglich ein leeres Blatt vor dem Komponisten liegt. Und natürlich Stimmen, ein großer Chor, mindestens 100 Sänger sollen es sein. Doch: „Wir sind bereits im Gespräch mit mehreren Chören“, erklärte Meffert. Für Rennert sei der kreative Druck, der jetzt auf ihm liege, der richtige Antrieb für die bevorstehende Arbeit. Aus dem Bauch heraus will er schreiben, was in ihm ist. Auf jeden Fall wolle er das etwa halbstündige Werk für einen großen Chor, sinfonisches Orchester, Kontrabass, Harfe - zusammen etwa 50 Musiker - sehr volksnah anlegen und Koblenzer Liedgut wie das „Kowelenzer Schängelche“ mit einbauen. Auch Engers, der die musikalische Gesamtleitung übernimmt, geht mit großer Gelassenheit an das Projekt, sagte er, denn schließlich wisse er, mit welcher wunderbaren Mannschaft - womit er natürlich das Konzertorchester Koblenz meint - er an der Sinfonie arbeiten wird. Zudem sei Rennert ein wunderbarer Komponist und habe als Kenner des Blasorchesters bislang schon ganz neue Maßstäbe gesetzt. Das Konzertorchester habe bereits mehrfach Werke aus seiner Feder gespielt, aber die Sinfonie werde es sicherlich musikalisch noch mehr fordern. Rennert zeigt sich schon jetzt von einem großartigen Erfolg überzeugt, wenn es dann am 5. April 2014 zur Welturaufführung der Brunnensinfonie im Rahmen eines Gala-Konzertes in der Rhein-Mosel-Halle kommen wird. Wenn dieses Geschenk an die Stadt angenommen werde, sei er sehr gespannt auf die weitere Wirkungsgeschichte des Werkes. Weitere Informationen zum Werdegang der Brunnensinfonie und zu den Ausführenden sind zu finden auf der von Tobias Jacobs aus dem Bläserstudio Koblenz betreuten und in Form eines Weblogs geführten Homepage
www.brunnensinfonie-koblenz.de
BSB
Die Historiensäule auf dem Josef-Görres-Platz in der Altstadt von Koblenz.
Die Kreativen der Brunnensinfonie, Projektleiter Meffert (l.), Komponist Rennert (Mitte), Projekt-Verantwortlicher Göddertz (2.v.l.), Bernd Schittler, Vorstandsmitglied der PSD Bank Koblenz (3.v.l.), Ernst Josef Lehrer, Vorstandsmitglied der Sparkasse Koblenz (3.v.r.), musikalischer Leiter Engers (r.), Schirmherrin Dr. Herzog sowie Vertreter der weiteren Sponsoren präsentierten das Projekt. Fotos: BSB
