Allgemeine Berichte | 19.05.2015

Bürgerverein Kesselheim e.V. mit ökumenischer Gedenkfeier zum 70-jährigen Kriegsende

„Es darf nie wieder Krieg geben“

Die beiden Pfarrer Eric Condé und Wolfgang Hüllstrung gestalteten die Gedenkfeier in der Kirche. privat

Kesselheim. 70 Jahre Kriegsende war der Anlass in der Kirche St. Martin eine würdevolle Gedenkfeier für die gefallenen und vermissten Soldaten der beiden Weltkriege aus Kesselheim zu veranstalten. Den feierlichen Rahmen bildeten die Gesangsbeiträge der drei Kirchenchöre Lützel, Neuendorf und Kesselheim sowie des MGV 1865 Kesselheim. Abordnungen der Ortsvereine mit ihren Fahnen rundeten das Bild ab. Die beiden Pfarrer Eric Condé, katholische Kirche, und Wolfgang Hüllstrung, evangelische Kirche, gestalteten die Feier.

Eric Condé stellte in der Eröffnungsansprache die Brutalität des Nazi-Regimes in den Vordergrund, das 1933 mit der Machtübernahme begonnen hatte. Hitler riss dann 1934 noch das Amt des Reichspräsidenten an sich, womit der Weg zur absoluten Macht und der Schreckensherrschaft mit dem Holocaust frei war. Das Ende kam erst 1945 mit Millionen Toten. Er nannte Militarismus, Krieg, Rassismus und Ausländerfeindlichkeit und den Nationalismus als die menschenverachtenden und menschenvernichtenden Folgen. Er prangerte auch die Missachtung der Menschenrechte in der Zeit an und deren Folgen: Flucht, Gewalt und Verfolgung. „Es darf nicht hingenommen werden, dass an den Grenzen Europas Tausende ihr Leben verlieren.“ Ganz besonders nannte er die heutigen modernen Waffen, die eine Kriegsführung noch unmenschlicher machen .

Für Pfarrer Hüllstrung musste immer wieder Leid und Not durch Krieg ertragen werden, den ein skrupelloser Monarch oder Diktator begonnen hatte. Ehe man jetzt endlich, zumindest hier, von dieser grausamen Form der Auseinandersetzung zurückschreckte. Nur etwas mehr als 20 Jahre liegen zwischen dem Ende des Ersten Weltkrieges 1918 und dem Beginn des Zweiten Weltkrieges. „Das muss man sich vorstellen! So anfällig fürs Vergessen sind wir Menschen.“ Es sei wichtig und gut, so führte er weiter aus, dass an die erinnert wird, die durch den Krieg psychisch und physisch schwer verletzt wurden oder ihr Leben verloren haben. Am konkretesten werde die Erinnerung an Menschen, wenn man sie mit Namen verbinden kann. Deshalb sei auch die Ausstellung im Casino so wichtig, über jeden Gefallenen und Vermissten aus Kesselheim eine Biografie zu haben, dass jeder, der sie sieht, sofort denkt: „Es darf nie wieder Krieg geben.“ „Trotz 70 Jahre kriegloser Zeit in Deutschland erleben wir außerhalb Westeuropas Krieg nach wie vor als eine allzu-menschliche Form der Auseinandersetzung und Konfliktbewältigung. Der alte lateinische Spruch scheine immer noch zuzutreffen: homo homini lupus. Der Mensch, der dem Menschen zum Wolf wird.“ Nach der Gedenkrede der Vorsitzenden des Ortsvereinsrings, Doris Mendyka, wurden alle Gefallenen und Vermissten mit Namen, Alter, Familienstand und Anzahl der Kinder durch die Presbyterin Petra Schütz und die Lektoren Janin Maass-Ediale und Wilfried Gärtner sehr würdevoll vorgetragen. Zum Abschluss der Gedenkfeier sprachen noch Frank Schuth, als Vorsitzender des Bürgervereins, der auch die Ausstellung im Casino eröffnete und Hans-Klaus Daumen, der die Biografien erarbeitet und geschrieben hat. Nach der ökumenischen Feier hielt Ortsvorsteher Dott am Kriegerdenkmal eine Ansprache und legte einen Kranz im Auftrag aller Ortsvereine unter Beteiligung der Feuerwehr nieder. Ellen Müllender, Theo Dötsch und Andreas Ohlig gestalteten zusammen mit dem MGV 1865 Kesselheim den musikalischen Rahmen der Kranzniederlegung.

Die beiden Pfarrer Eric Condé und Wolfgang Hüllstrung gestalteten die Gedenkfeier in der Kirche. Foto: privat

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