Allgemeine Berichte | 10.07.2014

Wanderausstellung „Yes, we’re open - Willkommen in Deutschland“ in Koblenz

„Fachkräfte-Offensive“

Bis zum 13. August

Zahlreiche Gäste werden derzeit von der Wanderausstellung „Yes, we’re open - Willkommen in Deutschland“ angezogen.

Koblenz. Die seit April 2013 durch Deutschland tourende Wanderausstellung „Yes, we’re open - Willkommen in Deutschland“ macht seit einigen Tagen, und noch bis zum 13. August, Station in der Koblenzer Rhein-Mosel-Halle. Im Rahmen der „Fachkräfte-Offensive“ zur langfristigen Fachkräftesicherung in Deutschland wurde das Projekt des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und der Bundesagentur für Arbeit ins Leben gerufen. Die Ausstellung vermittelt auf eine unterhaltsame Weise anhand von Exponaten, interaktiven Installationen und Filmen Wissenswertes zu den Themen Zuwanderung, Integration und Willkommenskultur. Alles ist untergebracht in einer abstrakten Wohnung mit offenen Zimmern, die verschiedene Lebensbereiche symbolisieren sollen. Der Besucher betritt die Wohnung durch eine Art Eingangstür, bei deren Durchschreiten er mittels einer Klanginstallation in verschiedenen deutschen Dialekten, auch in „Kowelenzer“ Platt, begrüßt wird. Als nächstes fallen ins Auge die 14 Stelen mit lebensgroß abgebildeten Personen, die verschiedene Aspekte der Zuwanderung mit ihrer persönlichen Geschichte erzählen. Daniel Maas von der die Ausstellung konzipierenden Agentur „facts and fiction“ führte den rheinland-pfälzischen Arbeitsminister Alexander Schweitzer, die Parlamentarische Staatssekretärin aus dem Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Gabriele Lösekrug-Möller und den Koblenzer Oberbürgermeister, Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig, als erste Besucher über die Ausstellung. Besonders interessierte sich die Gruppe für die Kücheninstallation, wo Rezeptkarten zum Mitnehmen ausliegen, eine Kühlschrank-Attrappedie Vielfalt der internationalen Küche dokumentiert und eine Mülltonne Sprüche für die selbe von sich gibt. „Fassen Sie alles an, gucken Sie in die Schränke und in die Schubladen“, forderte Britta Elm (rbb) auf, die die Eröffnungsveranstaltung moderierte. In dieser Erlebnisausstellung, in der die Äpfel sogar essbar sind, könne man lernen, Zuwanderer gut willkommen zu heißen. Was in der Fußball-Nationalelf gelebter Alltag ist, das wünschte sich Lösekrug-Möller auch für die anderen Zuwanderer in Deutschland.

Kulturelle Vielfalt

Egal, aus welchem Land und welcher Kultur sie kommen, sie sind hier heimisch geworden und wollen für Deutschland alles geben. Zuwanderer seien sowohl aufgrund ihrer Qualifikation als auch kulturell ein Gewinn für das Land. Diese kulturelle Vielfalt sei die beste Schule für Toleranz und Offenheit. Für die Staatssekretärin steht fest: „Alle haben gewonnen, wenn wir die Türen öffnen und sie geöffnet lassen!“ Damit die Integration gelinge, sei der Zugang zu Arbeit unverzichtbar, bestätigte Schweitzer die Forderung seiner Vorrednerin, jedem Einzelnen die Chance zu geben auf ein Leben in Arbeit, in Selbstbestimmung und in Würde. Er bedauerte, dass die Frage der Zuwanderung allzu lange von gesellschaftlichen Tabus belegt war, wodurch „wir uns Chancen genommen haben“.

Mit Rat und Tat für Zuwanderer

Als Reaktion auf die mehr als 38.000 aus dem Ausland nach Rheinland-Pfalz gekommenen Menschen in 2013 versprach er, Verantwortung zu übernehmen für ein Zuwanderern mit Rat und Tat zur Seite stehendes Willkommenscenter in diesem Land, in dem mittlerweile ein Fünftel aller hier Lebenden einen Migrationshintergrund hat. Für eine gute Willkommenskultur brauche es aber nicht nur Impulse aus der Politik, auch hilfreich seien dafür Ausstellungen wie diese, schloss Schweitzer. 30.000 Menschen mit Migrationshintergrund leben in Koblenz. Allein deshalb gehöre diese Ausstellung hierher, sagte Hofmann-Göttig. Friedlich und tolerant miteinander umzugehen, das habe man in Koblenz gelernt, nicht zuletzt Dank der intensiven Integrationsarbeit. Aber er setze auch eine Bereitschaft, sich zu integrieren, besonders sprachlich, von Seiten der Zuwanderer voraus, so dass sie nicht im Sozial-

sondern im Arbeitssystem landen. Damit weiter das zusammenwachsen könne, was zusammen gehöre, so der Oberbürgermeister, „brauchen wir mehr Neugierde aufeinander“. Zwei Menschen, zwei Gesichter der Ausstellung, zwei Beispiele von gelungener Integration, erzählten dann von ihren ganz persönlichen Erfahrungen als Zuwanderer: Die türkisch-stämmige Sunay Goldberg und der Turban tragende Khushwant Singh, dessen Familie vor dreißig Jahren aus Nordindien nach Deutschland gekommen ist. Goldberg ist „Headhunterin“ und engagiert sich in einer Fraueninitiative für Bildung und Chancengleichheit, Singh ist Sozialanthropologe und arbeitet für die Bundesregierung. Singh ist klar: „Wir sind ein sehr elitärer Club hier“. Immer noch, besonders auf gesellschaftlicher Ebene, sei sehr, sehr viel zu tun bis schließlich „alles unter einen Turban gebracht wird“.

Die „richtigen Ausländer“

Fatih Cevikkollu, Kabarettist und Schauspieler aus Köln, hat zwar türkische Wurzeln, ist aber 1972 in Deutschland geboren. Mit Auszügen aus seinem Programm „Neues aus Fatihland“ erklärte er mit viel Ironie und einigen kritischen Seitenhieben den Unterschied zwischen deutsch-deutsch und deutsch-türkisch. Als Kabarettist nimmt er sich die Freiheit, die „richtigen Ausländer“ als Kanaken zu bezeichnen und den Deutsch-Deutschen zu prognostizieren: „wir übernehmen den Laden hier“. Der letzte Programmpunkt der Eröffnungsveranstaltung war eine von Elm moderierte Podiumsdiskussion mit Hans-Hartwig Felsch, dem Geschäftsführer der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit, mit Abuzer Colak, einem türkisch-stämmigen Bauunternehmer aus Urmitz, mit Hans-Peter Frühauf, dem Leiter IQ (Integration durch Qualifizierung) Netzwerk Rheinland-Pfalz und mit Prof. Dr. Magdalena Stülb von der Hochschule Koblenz, die einen ihrer Forschungsschwerpunkte auf das Thema „Migration“ legt. Sie alle stellten Überlegungen dazu an, wie und warum der Begriff „Willkommenskultur“ erfolgreich mit Leben gefüllt werden müsse, damit die interkulturellen Öffnungsprozesse Wirkung zeigen.

Öffnungszeiten der Ausstellung

Zur Ausstellung, die täglich von 10 bis 18 Uhr eintrittsfrei besichtigt werden kann, gibt es ein buntes Begleitprogramm. Am 15. Juli, um 14 Uhr wird hier zum Beispiel die feierliche „Zertifikatsverleihung“ an die Absolventen von Integrations- und B2-Sprachkursen durch die Bürgermeisterin der Stadt Koblenz, Marie-Theres Hammes-Rosenstein, erfolgen. Mehr Informationen zu der Ausstellung und den Veranstaltungen gibt es im Internet unter www.yes-we-are-open.info

Zahlreiche Gäste werden derzeit von der Wanderausstellung „Yes, we’re open - Willkommen in Deutschland“ angezogen.
„Fachkräfte-Offensive“

Die türkisch-stämmige Sunay Goldberg und der Turban tragende Khushwant Singh.

Zahlreiche Gäste werden derzeit von der Wanderausstellung „Yes, we’re open - Willkommen in Deutschland“ angezogen.

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