Quartierspflege Koblenz
Gemeinsamer Antrag: Quartierspflege auch in Koblenz machbar?
aus Koblenz
Koblenz. In der Ratssitzung am 03. September stellt die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen gemeinsam mit SPD und CDU den Antrag, zu prüfen, ob das Modell der Quartierspflege nach dem Vorbild anderer Kommunen, auch in Koblenz eingeführt werden kann.
„Wir beantragen, dass die Stadtverwaltung prüft, ob die Quartierspflege, wie sie beispielsweise im Kreis Mayen-Koblenz bereits umgesetzt wird, auch in Koblenz sinnvoll ist und welche Stadtteile für ein Pilotprojekt geeignet wären“, so Michael Kock, stellvertretender Vorsitzender der Grünen Fraktion und sozialpolitischer Sprecher. „Die Verwaltung soll zudem prüfen, wie sich die Einführung auswirken würde, gerade unter dem Aspekt, dass die Kosten im Jugend- und Sozialhaushalt stetig steigen. Einen großen Anteil nehmen dabei die Leistungen der Hilfe zur Pflege nach dem SGB XII ein. Gleichzeitig zeigt sich, dass viele ältere Menschen möglichst lange selbstbestimmt in ihrer Wohnung bleiben möchten.“
„Mit dem Landesprogramm Gemeindeschwesternplus besteht bereits ein wichtiges präventives Beratungsangebot, dass sich aber nur auf einzelne Stadteile beschränkt. Auch dort zeigt sich, dass für die Senioren häufig gerade die haushaltsnahen Unterstützungsleistungen fehlen. Ohne diese Hilfen kommt es oftmals früher zu Pflegebedürftigkeit oder sogar zu einer stationären Unterbringung“, führt Toni Bündgen, sozialpolitischer Sprecher der SPD aus.
„Das Modell der Quartierspflege verfolgt einen anderen Ansatz. Quartierspflegerinnen und Quartierspfleger koordinieren wohnortnahe Unterstützungsangebote (wie z.B. Einkaufen Aufräumen, Reinigen, Gartenarbeit, etc.), aktivieren Nachbarschaftshilfe, vermitteln ehrenamtliche oder geringfügig beschäftigte Helferinnen und Helfer und vernetzen professionelle Angebote“, erklärt Stephan Otto, Fraktionsvorsitzender der CDU. „Dadurch können Angehörige entlastet, soziale Isolation vermindert und ein längerer Verbleib in der eigenen Wohnung ermöglicht werden.“
Die Finanzierung erfolgt in vielen Fällen überwiegend über Leistungen der Pflegeversicherung, ergänzt durch Fördermittel und kommunale Beiträge. Dadurch entstehen vergleichsweise geringe kommunale Eigenanteile.
Hinzu kommt, dass Rheinland-Pfalz laut der Bürger-Survey-Studie bundesweit über ein besonders hohes ehrenamtliches Engagement verfügt. Dieses Potenzial könnte durch eine professionelle Koordinierung deutlich besser genutzt werden.
Toni Bündgen, sozialpolitischer Sprecher der Stadtratsfraktion SPD Foto: Niklas Marhöfer
Stephan Otto, Fraktionsvorsitzender CDU Foto: Rolf Strassen
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Michael Kock, stellvertretender Vorsitzender und sozialpolitischer Sprecher der Stadtratsfraktion Bündnis 90/die Grünen Foto: Niklas Marhöfer