Politik | 28.11.2015

Online-Befragung zu den Wohnwünschen in Koblenz

Gemeinschaftliches Wohnen findet breite Akzeptanz

Podium-Teilnehmer bei Präsentation der Online- Befragungsergebnisse zu Wohnwünschen im Koblenz (v.re.): Christine Holzing, Verein Gemeinsam Wohnen in der Region Koblenz, Bernd Bodewing, Agenda-21-Beauftrager Koblenz, Daniela Schüller, Statistikamt Koblenz, Martin Quandt, Genossenschaftliches Wohnen Andernach. privat

Koblenz. Gemeinschaftliches Wohnen ist für 54 Prozent der Befragten eine überlegenswerte Wohnform, welches 585 Personen entspricht. Je älter die Menschen sind umso attraktiver ist ein solches Angebot. Bei den über 45-Jährigen könnten sich fast 70 Prozent gemeinschaftliches Wohnen vorstellen. Dies hat die Online-Befragung zu den Wohnwünschen in Koblenz ergeben, deren Ergebnisse unlängst der Öffentlichkeit präsentiert wurden.

Generationenübergreifendes gemeinschaftliches Wohnen

Dass generationenübergreifendes gemeinschaftliches Wohnen nicht nur für einen kleinen Teil der Bevölkerung in Betracht kommt, hat der Verein Gemeinsam Wohnen in der Region Koblenz schon lange vermutet. Ebenso, dass sich insbesondere ältere Menschen mit dem Thema beschäftigen. Mit mehr als 1.100 auswertbaren Fragebögen hat die Online-Befragung zu den Wohnwünschen in Koblenz die Erwartungen aller Beteiligten weit übertroffen und ein belastbares Stimmungsbild ergeben, dass die Annahmen bestätigte aber auch Überraschendes zutage förderte.

Nachbarschaftliches Netzwerk

Besonders jüngere Teilnehmer der Befragung möchten lieber mit Menschen gleichen Alters zusammenleben, während mit zunehmendem Alter der generationenübergreifende Mix bevorzugt wird. Die Erwartung an diese Wohnform besteht für die Mehrheit darin ein soziales, nachbarschaftliches Netzwerk zu pflegen und weit weniger in der Inanspruchnahme von Hilfestellungen durch die Nachbarn. Interessant ist auch, dass diejenigen für die gemeinschaftliches Wohnen keine Option ist, weit weniger das nachbarschaftliche Miteinander suchen. Überraschend für den Verein ist die Tatsache, dass es eine Interessentengruppe (78 Teilnehmer) gibt, die sich gemeinschaftliches Wohnen nur in einer Eigentümergemeinschaft vorstellen können. In der Tendenz wünscht sich eine deutliche Mehrheit (270 Teilnehmer) gemeinschaftliche Wohnformen eher zur Miete. Hinsichtlich der Miethöhe ist die Mehrheit der Befragten bereit zwischen 400 und 700 Euro zu zahlen. Die sich ergebenden Zahlen für die Kaltmiete je Quadratmeter bewegen sich dabei auf dem ortsüblichen Niveau.

Stadtrand bevorzugt

Interessant ist auch, dass mehr als die Hälfte der Befragten die Lage am Stadtrand bevorzugen. Dort sind eine gute Nahversorgung mit den Waren des täglichen Bedarfs, eine gute Anbindung an den ÖPNV sowie Erholungs- und Grünflächen besonders wichtig. Mit zunehmendem Alter ist Stadtmitte wegen der räumlichen Nähe zu Ärzten gefragt. In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass gemeinschaftliches Wohnen der umfassendere Begriff ist, da der generationenübergreifende Ansatz nicht von allen Menschen in gleichem Maße gewünscht wird. Die Vielfalt an Projekten, die es mittlerweile in der Bundesrepublik gibt, bietet sicher jedem das Richtige, die Suche nach dem geeigneten Projekt kann aber Zeit in Anspruch nehmen und evtl. einen Umzug in eine weit entfernte Region bedeuten.

Projekte entwickeln

Wichtig sind Beratungsangebote um einen umfassenden Überblick zu erhalten und das Richtige zu finden. Eine Teilnehmerin, die nach Koblenz gezogen ist, lobte die Attraktivität der Stadt für die Menschen aus dem Umland, bemängelte aber, dass gemeinschaftliches Wohnen im Immobilienbereich noch kein Thema sei. Der Verein ist dankbar für die rege Beteiligung und die Ergebnisse, die auch dazu genutzt werden können, gezielt Projekte für bestimmte Zielgruppen zu entwickeln.

Pressemitteilung

VGWohnen, Koblenz

Podium-Teilnehmer bei Präsentation der Online- Befragungsergebnisse zu Wohnwünschen im Koblenz (v.re.): Christine Holzing, Verein Gemeinsam Wohnen in der Region Koblenz, Bernd Bodewing, Agenda-21-Beauftrager Koblenz, Daniela Schüller, Statistikamt Koblenz, Martin Quandt, Genossenschaftliches Wohnen Andernach. Foto: privat

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