Allgemeine Berichte | 07.05.2026

Kunstprojek im Seniorenzentrum

Graffiti-Kunstprojekt im Seniorenzentrum Bodelschwingh in Koblenz-Lützel

Eine triste Betonmauer wird zum Kunstwerk. Graffitikünstler Arek bei der Gestaltung der Mauer am Seniorenzentrum Bodelschwingh.

KOBLENZ-LÜTZEL. Mit Sprühdosen gegen die Tristesse. Im Seniorenzentrum Bodelschwingh in Lützel hat ein besonderes Kunstprojekt begonnen.

Eine rund 30 Meter lange, graue Betonwand wird in den kommenden Wochen von einem lokalen Künstler großflächig neugestaltet.

Das Besondere: Statt abstrakter Symbole entstehen dort Motive mit direktem Heimatbezug – allen voran das Deutsche Eck.

Wer in diesen Tagen den Außenbereich des Seniorenzentrums betritt, hört kein Vogelgezwitscher, sondern das rhythmische Klackern von Mischkugeln in Spraydosen. Die alte Betonmauer, die das Gelände über eine beachtliche Länge von 30 Metern begrenzt, war der Einrichtungsleiter Frank Schirra schon lange ein Dorn im Auge. „Der graue Beton wirkte schwer und wenig einladend“, heißt es aus dem Seniorenzentrum. Damit ist nun Schluss.

Deutsches Eck vor der Zimmertür

Für die Neugestaltung konnte Damien Stitt (Künstlername; Arek), profilierter Künstler, aus der Region gewonnen werden. Sein Auftrag: Den Stadtteil Lützel und die Schönheit von Koblenz direkt in den Alltag der Bewohner zu holen. Herzstück des Wandgemäldes wird eine detailreiche Darstellung des Deutschen Ecks sein.

„Wir bringen das Wahrzeichen der Stadt direkt zu den Menschen, die vielleicht nicht mehr jeden Tag selbst dorthin spazieren können“, erklärt der Künstler den Hintergedanken. Neben dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal sollen weitere markante Ansichten aus der Region und dem Stadtteil Lützel folgen, die bei den Bewohnern Erinnerungen wecken und zur Identifikation mit ihrem Umfeld beitragen.

Ein Projekt, das Generationen verbindet

Schon zum Projektstart zeigt sich, dass die Graffiti-Kunst Brücken schlägt. Während viele Senioren anfangs skeptisch waren, ob „Graffiti“ das Richtige für ein Seniorenzentrum sei, überwiegt nun die Neugier. Viele Bewohner verfolgen den Fortschritt vom Fenster oder von den Gartenbänken aus. In den nächsten zwei Wochen soll das 30-Meter-Werk vollendet werden. Dann wird aus der einstigen Barriere eine farbenfrohe Galerie unter freiem Himmel, die nicht nur den Bewohnern, sondern dem gesamten Quartier in Lützel ein neues, freundliches Gesicht verleiht.

Eine triste Betonmauer wird zum Kunstwerk. Graffitikünstler Arek bei der Gestaltung der Mauer am Seniorenzentrum Bodelschwingh. Foto: Anna Myke, Bethesda-St. Martin

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