Allgemeine Berichte | 18.06.2026, 19:16 Uhr

Aktueller denn je!

Hitzeaktionsplan: Gute Ansätze, aber zu wenig konkrete Maßnahmen für die Innenstadt

Trinkbrunnen in der Jesuitengasse.

Koblenz. Die Bürgerinitiative „Unsere Altstadt“ begrüßt grundsätzlich, dass die Stadt Koblenz die zunehmende Hitzebelastung als ernstes Problem erkannt und einen Hitzeaktionsplan vorgelegt hat.

Der Schutz von uns Allen, insbesondere älterer Menschen, von Kindern, Kranken und anderen besonders gefährdeten Gruppen ist eine wichtige kommunale Aufgabe.

Bei genauer Betrachtung fällt jedoch auf, dass sich ein großer Teil der vorgesehenen Maßnahmen auf Informationskampagnen, Flyer, Broschüren, Pressemitteilungen, Internetangebote, Netzwerke und die Weiterleitung von Hitzewarnungen beschränkt.

Zahlreiche Maßnahmen zielen darauf ab, Informationen zu verbreiten oder bestehende Angebote besser bekannt zu machen.

Aus Sicht der BI „Unsere Altstadt“ reicht dies angesichts der zunehmenden Zahl heißer Sommertage nicht aus. Besonders die historische Altstadt und andere dicht bebaute Innenstadtbereiche leiden bereits heute unter starker Aufheizung. Hier braucht es vor allem konkrete und dauerhaft wirksame Maßnahmen zur Verbesserung des Stadtklimas.

Der Hitzeaktionsplan nennt zwar langfristige Projekte wie Refill-Stationen, Cooling Areas und den Ausbau von Netzwerken. Viele dieser Maßnahmen basieren jedoch auf freiwilliger Beteiligung, Informationsvermittlung oder der Nutzung bereits vorhandener Strukturen. Ein verbindliches Programm zur Entsiegelung von Flächen, zur deutlichen Ausweitung von Baumpflanzungen, zur Schaffung zusätzlicher Schattenbereiche oder zur Einrichtung öffentlicher Trinkwasserbrunnen wird dagegen nicht ausreichend in den Mittelpunkt gestellt.

Die BI „Unsere Altstadt“ vermisst zudem eine klare Priorisierung besonders belasteter Quartiere sowie konkrete Zeitpläne und messbare Zielvorgaben. Ohne nachvollziehbare Umsetzungsziele besteht die Gefahr, dass der Hitzeaktionsplan vor allem ein Informationskonzept bleibt, während die tatsächlichen Belastungen im öffentlichen Raum weiter zunehmen.

Die Bürgerinitiative fordert daher, den Hitzeaktionsplan um konkrete städtebauliche Maßnahmen zu ergänzen. Notwendig sind insbesondere mehr Stadtgrün, zusätzliche Bäume, Entsiegelungen, dauerhafte Trinkwasserversorgung im öffentlichen Raum, mehr Beschattung auf Plätzen und Wegen sowie eine gezielte Verbesserung der Aufenthaltsqualität in der Altstadt.

Im Zentrum steht dabei leider auch immer noch der Zentralplatz. Das Pilotprojekt zum bundesweiten Hitzeschutz aus dem letzten Jahr ist leider „sang- und klanglos“ verhalt [www.bi-koblenz-altstadt.de/buergerinitiative-unsere-altstadt-suchte-das-persoenliche-gespraech] und trostlose Reste ehemaliger Bepflanzungsansätze künden vom Scheitern.

Der Schutz vor Hitze darf nicht bei Flyern und Appellen enden. Die Bürgerinnen und Bürger brauchen spürbare Verbesserungen im öffentlichen Raum – dort, wo die Hitze entsteht und erlebt wird.

Pressemitteilung Bürgerinitiative „Unsere Altstadt“

Trinkbrunnen in der Jesuitengasse. Foto: Hermann Schäfer

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag Imageanzeige
Auftrag, Nr. AF2026.000438.0, September 2026
Sonderseite Flowcraft
Tag der offenen Tür
Sonderseiten Flowcraft
Empfohlene Artikel
Auf dem Foto von links: Christine Brehm (KuLaDig-Kompetenzzentrum, SGD Süd), Florian Weber (Landesprojekt KuLaDig-RLP), Andreas Weber und Heiner Drumm (KuLaDig-Team Horchheim), Staatssekretärin Vanessa Fischer (Ministerium für Kommunen, Bauen, Wohnen und Kultur) sowie SGD-Süd-Präsident Prof. Dr. Hannes Kopf.
32

Koblenz-Horchheim/Nierstein. Eine besondere Auszeichnung konnten die Heimatfreunde Horchheim beim diesjährigen Netzwerktreffen des Projekts „KuLaDig – Kultur. Landschaft. Digital.“ am 1. September in Nierstein entgegennehmen: Für ihr Projekt zu den Spuren der Familie Mendelssohn in Horchheim wurden sie als KuLaDig-Modellkommune 2025 ausgezeichnet. Staatssekretärin Vanessa Fischer und SGD-Süd-Präsident Prof.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Baustelle der neuen Kurparkrandbebauung im Bad Neuenahr im Juli.
380

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Im Kurpark Bad Neuenahr, dem grünen Herzen und Veranstaltungszentrum der Kurstadt, finden derzeit äußerst umfangreiche Baumaßnahmen statt. Zum einen werden der flutgeschädigte Park selbst sowie das Kurparkterrassengebäude mit der Kleinen Bühne wiederhergestellt, zum anderen entsteht die neue Kurparkrandbebauung, die bereits vor der Flut im Sommer 2021 in Planung war. Sie umfasst...

Von Stadtverwaltung Bad Neuenahr-Ahrweiler

Weiterlesen

04.09.: Nickenich: Schwerer Verkehrsunfall: Motorradfahrer kollidiert mit Anhänger
1120

Nickenich. Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich auf der L 118 zwischen Andernach und Kruft. Der Fahrer eines Wohnmobils, das mit einem Anhänger unterwegs war, befuhr die Strecke von Nickenich in Richtung Mendig. In der Nähe eines Schotterparkplatzes entschied er sich, das Gespann über die Gegenfahrbahn zu wenden. Genau in diesem Moment kam ein Motorradfahrer entgegen und kollidierte mit dem Anhänger.

Weiterlesen

(von links) Pascal Rowald, Jan Ritter und Peter Diewald im großen Sitzungssaal des Rathauses.  Foto: GS
480

Ritter: „Übernehme Verantwortung mit großem Respekt und hoher Motivation“

Bad Neuenahr-Ahrweiler: Jan Ritter ist neuer Erster Beigeordneter

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler bekommt einen neuen Ersten Beigeordneten. Jan Ritter wird Peter Diewald ablösen, der zum Jahresende in den Ruhestand geht. Ritter wurde vor großem Publikum unter Sitzungsleitung von Bürgermeister Pascal Rowald in dessen erster Sitzung als Stadtchef im zweiten Wahlgang zum Stadt-Vize gewählt. 21 von 36 Ratsmitglieder haben für den 46-Jährigen gestimmt, der für die CDU im Kreistag von Ahrweiler sitzt.

Weiterlesen