Allgemeine Berichte | 17.01.2013, 10:50 Uhr

Jedem Neubeginn geht ein Abschied voraus

Drei neue Seelsorger für die Pfarreiengemeinschaft Koblenz-Rechte Rheinseite wurden feierlich eingeführt

Pfarrer Bretz (l.) verabschiedete sich von seiner Gemeinde. Interessiert hörten die (weiter v.l.) Patres Ignatius und Christoph sowie Dechant Hüsch seiner Ansprache zu.BSB

Koblenz-Horchheim. Bei der Eucharistiefeier unter Mitwirkung des Kirchenchores St. Maximin wurden die neuen Seelsorger durch Dechant Thomas Hüsch eingeführt. Die Patres Ignatius Nadol, Bonifatius Heidel und der künftig neue leitende Pfarrer Christoph Kehr sind Mitglieder des „Ordo Teutonicus“, des Deutschen Ordens. Gemäß Beschluss des Bistums Trier werden die aus ihren Pfarreien in Hessen abberufenen Patres sich demnächst im Kapuzinerkloster Ehrenbreitstein niederlassen. Die Kapuziner verließen im Herbst 2008 das Kloster, das Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal ist.

In der Pfarrkirche St. Maximin hatte sich eine sehr große Anzahl von Mitgliedern der alten Gemeinden der Patres und der Pfarreiengemeinschaft Koblenz Rechte Rheinseite eingefunden, sowie Bürgermeisterin Marie-Theres Hammes-Rosenstein als Vertreterin der Stadt. Die Gemeindemitglieder aus Koblenz waren nicht nur gekommen, um die Amtseinführung der Patres zu begleiten, sondern auch, um sich von ihrem „alten“ Pfarrer Christoph Bretz zu verabschieden, der seit seiner Einführung 2004 in der Pfarrkirche Asterstein die acht Gemeinden der rechten Rheinseite betreute.

Nachdem Pater Christoph den Pfarramtseid abgelegt, den Kirchenschlüssel von Dechant Hüsch übernommen hatte und die drei „Neuen“ den Kirchenbesuchern vorgestellt worden waren, sprach Pfarrer Kehr zum ersten Mal zu den Gemeindemitgliedern. Schon in den ersten Tagen in Koblenz durften sie gemeinsam erfreut feststellen, dass sie in ihren neuen Gemeinden nicht bei Null anfangen müssen. Besonders bedankte er sich bei den hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern für das bisher Geleistete und hoffte auf einen guten Anschluss, damit das Klima in der Gemeinde auch künftig stimme. Kehr geht mit Respekt an die vor ihm liegende Aufgabe, die sicherlich eine große Herausforderung darstelle. Dennoch wolle er vor allem versuchen, Zeit zu haben. Zeit für Wesentliches und Grundsätzliches, aber auch für Träume und Visionen oder das eine oder andere verlorene Schaf.

Die Vorsitzende des Pfarreienrates, Ute Straube-Hammes, begrüßte im Namen der seit 2005 bestehenden Pfarreiengemeinschaft die Patres als neue Wegbegleiter. Mit den Worten „jedem Neubeginn geht ein Abschied voraus“, verabschiedete sie sich von Pfarrer Bretz, den sie verbal versehentlich beinahe zum „Pater“ machte. Sie bedankte sich für sein vielfältiges Engagement und das Durchleben von allen Höhen und Tiefen mit der Gemeinde. Es sei nicht immer leicht gewesen, aber er hinterließe deutliche Spuren, er habe überall dort geholfen, wo es ihm möglich war. Besonders gerne erinnerten sie sich an die beiden großen persönlichen Ereignisse, die sie mit Pfarrer Bretz erleben durften. Einmal seinen 50. Geburtstag und dann sein Silbernes Priesterjubiläum. Obwohl der scheidende Pfarrer keine persönlichen Geschenke zum Abschied haben wollte, sondern statt dessen für Spenden für das Misereor Straßenkinderprojekt in Indien der Pfarrei Asterstein aufgerufen hatte, ließ es sich Straube-Hammes nicht nehmen, ihm mit einer großen Schokoladenriegel-Packung „Danke“ zu sagen. Die Kirchenbesucher applaudierten lang anhaltend. Mit einem Scherz griff Pfarrer Bretz den Beinahe-Versprecher der Vorrednerin auf. Möglicherweise könne er ja bleiben, wenn er Pater würde und dem Deutschen Orden beiträte. Aber in Wahrheit will er sich nach acht Jahren in der Gemeinde wohl einfach neuen Aufgaben widmen. Besonders viel habe ihm immer die Zusammenarbeit der christlichen Konfessionen bedeutet, und er rief dazu auf, die Gespräche miteinander weiter zu vertiefen. Er bedankte sich bei allen, die ihn bei seiner Arbeit unterstützt hatten, er habe sich immer durch ihre Mitarbeit getragen und sich sehr wohl gefühlt in der Gemeinde. Grußworte kamen auch von Pater Ignatius, der künftig als Kooperator den pastoralen Dienst in der Gemeinde wahrnehmen wird. Er freute sich über die Offenheit, Ehrlichkeit und Herzlichkeit, mit der sie alle schon in den ersten Tagen in der Gemeinde willkommen geheißen wurden. Bei dem Empfang im Kolpinghaus nach dem Gottesdienst wurde die Chance, sich mit den neuen Patres bekannt zu machen, sich von dem offenbar sehr beliebten Pfarrer Bretz zu verabschieden, reichlich genutzt. Auch Pfarrer Michael Frevel, der schon seit 2010 dem Seelsorgebezirk „Rechte Rheinseite“ angehört und die Gemeinde weiterhin betreuen wird, freute sich über die vielen guten Gespräche mit Kollegen, Mitarbeitern und seinen Schäfchen.

BSB

Pfarrer Bretz (l.) verabschiedete sich von seiner Gemeinde. Interessiert hörten die (weiter v.l.) Patres Ignatius und Christoph sowie Dechant Hüsch seiner Ansprache zu.BSB
Jedem Neubeginn geht ein Abschied voraus

Pfarrer Bretz (l.) verabschiedete sich von seiner Gemeinde. Interessiert hörten die (weiter v.l.) Patres Ignatius und Christoph sowie Dechant Hüsch seiner Ansprache zu.Fotos: BSB

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