Politik | 13.03.2026, 14:58 Uhr

Baumschutz Koblenz

Klimabündnis fordert klare und zeitgemäße Position des Stadtrats

Hochwasser im Januar 2025 in den Kaiserin-Augusta-Anlagen; die tiefwurzelnden alten Platanen sichern auch das städtische Rheinufer.
205

Das Koblenzer Klimabündnis appelliert an Stadtrat und Stadtverwaltung, die Baumschutzsatzung zu erhalten und zu stärken. In einem offenen Brief wird die Bedeutung großer Stadtbäume für Klimaanpassung, Lebensqualität und Biodiversität hervorgehoben und politische Transparenz gefordert.

Koblenz. Angesichts der zunehmend belastenden Auswirkungen des Klimawandels auf Städte fordert das Koblenzer Klimabündnis den Erhalt und die Stärkung der Baumschutzsatzung in Koblenz. In einem offenen Brief an die Stadtverwaltung sowie an die Fraktionen des Stadtrates appellieren die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner, den Schutz des bestehenden Baumbestandes als eine zentrale Aufgabe der kommunalen Klimaanpassung ernst zu nehmen.

Anlass für den offenen Brief sind aktuelle Entwicklungen in der kommunalpolitischen Debatte: Im Umweltausschuss wurden jüngst weitreichende Änderungen der Koblenzer Baumschutzsatzung diskutiert, nach denen künftig Bäume im öffentlichen Raum – insbesondere auf städtischen Plätzen und entlang von Straßen – nicht mehr unter den Schutz der Satzung fallen sollen. Darüber hinaus wurde bekannt, dass die FDP-Fraktion für die Stadtratssitzung am 26. März einen Antrag angekündigt hat, der auf eine vollständige Abschaffung der Baumschutzsatzung abzielt. Begleitet wird der offene Brief des Klimabündnisses von einem Faktenblatt, das die ökologische, klimatische und gesellschaftliche Bedeutung von Stadtbäumen zusammenfasst.

Große Altbäume tragen maßgeblich durch Verdunstung zur Kühlung der Stadt bei, speichern zudem Wasser, verbessern die Luftqualität und bieten Lebensraum für zahlreiche Tierarten. Gleichzeitig prägen sie das Stadtbild und erhöhen die Lebensqualität für die Bevölkerung. „Ein großer, alter Baum lässt sich nicht einfach ersetzen“, heißt es in dem Schreiben. „Bis ein neu gepflanzter Baum die ökologischen Leistungen eines alten Baumes erreicht, vergehen mehrere Jahrzehnte. Der bestehende Baumbestand ist daher eine unverzichtbare Infrastruktur für die Zukunft unserer Stadt.“

Bedeutung des Baumschutzes als Infrastruktur für Klima und Gesellschaft

Vor diesem Hintergrund weist die Initiative darauf hin, dass der Schutz wertvoller Güter im öffentlichen Interesse bereits in vielen Bereichen gesetzlich geregelt ist – etwa im Denkmalschutz, im Natur- und Landschaftsschutz oder im Bauplanungsrecht. Auch hier gelte das im Grundgesetz verankerte Prinzip: Eigentum verpflichtet (Artikel 14 GG). Der Gebrauch von Eigentum soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.

„Stadtbäume erfüllen wichtige Funktionen für Klima, Gesundheit und Biodiversität. Ihr Schutz betrifft nicht nur einzelne Grundstücke, sondern die gesamte Stadtgesellschaft“, so das Klimabündnis weiter.

Transparenz bei politischen Positionen und Fragen an den Stadtrat

Um die Positionen der kommunalpolitischen Akteure transparent zu machen, richtet die Initiative drei Fragen an die Fraktionen des Koblenzer Stadtrates sowie an die Stadtverwaltung:

1. Erkennen Sie den bestehenden Baumbestand in Koblenz als eine zentrale Infrastruktur für Klimaanpassung, Gesundheit und Lebensqualität an?

2. Wie bewerten Sie vor dem Hintergrund von Artikel 14 des Grundgesetzes („Eigentum verpflichtet“) die Verantwortung von Politik und Gesellschaft, den Erhalt großer Stadtbäume auch auf privaten Grundstücken im Interesse des Gemeinwohls zu sichern?

3. Werden Sie sich im Stadtrat dafür einsetzen, die bestehende Baumschutzsatzung zu erhalten und den Schutz des Baumbestandes in Koblenz langfristig zu sichern?

Die Initiative bittet die Fraktionen um ihre Stellungnahme zu diesen Fragen, um den Koblenzer Bürgerinnen und Bürgern eine transparente Einordnung der politischen Positionen zum Thema Baumschutz zu ermöglichen.

Der offene Brief und das begleitende Faktenblatt wurden der Stadtverwaltung, den Fraktionen des Koblenzer Stadtrates sowie der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

AG Stadtgrün | Stadtwald

Klimabündnis Koblenz

Tanja Alten, Sieglinde Karges, Helmut Becker, Marcel Hoffmann, Uwe Lütge

Kontakt für Rückfragen: info@klimabündnis-koblenz.de

Weitere Themen

Hochwasser im Januar 2025 in den Kaiserin-Augusta-Anlagen; die tiefwurzelnden alten Platanen sichern auch das städtische Rheinufer. Foto: Marcel Hoffmann

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag
Wohnträume Kreis Ahrweiler
Wohnträume Magazin AW
Wohnträume Kreis AW
"Wohnträume" Kreis AW
Wohnträume AW
Wohnträume Kreis AW
Wohnträume Kreis AW
Empfohlene Artikel
Im Austausch über die Arbeitsbedingungen im rheinland-pfälzischen Justizvollzug, v. l. n. r.: Guido Orthen MdL, Johannes Schäfer MdL, Mark Schallmo (BSBD), Petra Schneider MdL, Stefan Wagner (BSBD), Philip Rünz MdL, Michael König MdL und Janick Pape MdL.
42

Mainz. Hohe Belegung und ein wachsender Personalbedarf: Der Strafvollzug steht bundesweit vor großen Herausforderungen. Darüber haben sich der Koblenzer CDU-Landtagsabgeordnete Philip Rünz und weitere Abgeordnete seiner Fraktion mit Vertretern des Bundes der Strafvollzugsbediensteten Deutschlands (BSBD) Rheinland-Pfalz ausgetauscht. Rünz ist Sprecher der CDU-Landtagsfraktion für Strafvollzug und wirkt in der Strafvollzugskommission mit.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild.
2922

Koblenz. Am 26. September 2026 führte die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls (FKS) eine umfassende Schwerpunktprüfung in der Friseur- und Kosmetikbranche durch. Im Fokus standen dabei speziell Nagelstudios und Barbershops im Bezirk des Hauptzollamtes Koblenz. Ziel dieser Aktion war es, die Einhaltung sozialversicherungsrechtlicher Pflichten und des Mindestlohns sicherzustellen sowie illegale Beschäftigung, Scheinselbstständigkeit oder Leistungsbetrug aufzudecken.

Weiterlesen

Katze Siri
1347

Katzenschutzfreunde Rhein-Ahr-Eifel e.V.

Schmusekatze sucht Für-immer-Zuhause

Burgbrohl. Die bildhübsche EKH-Mix Katze Siri (*2018 - Freigang) kam mit ihren Babies zu den Katzenschutzfreunden. Mittlerweile sind die Kitten vermittelt und ausgezogen, und nun darf Siri an sich selber denken.

Von Katzenschutzfreunde Rhein-Ahr-Eifel e.V. aus Schalkenbach

Weiterlesen