Allgemeine Berichte | 26.02.2014

Mittelrhein-Museum Koblenz

Kunst, Arbeit und Leidenschaft

Ein Blick hinter die Kulissen der Städtischen Kunstsammlung im Forum Confluentes

Restaurator Thomas Hardy bei der täglichen Arbeit. AK

Koblenz. „Mein Lieblingsobjekt als Restaurator?“ Da tut sich Thomas Hardy ein bisschen schwer, denn eigentlich gilt seine Leidenschaft allen 15.000 Kunstobjekten der Städtischen Kunstsammlung. Doch dann steht er sehr schnell vor dem Gemälde „Der Turm von Babel“ des flämischen Malers Lucas van Valckenborch. „Dieses Werk aus dem 16. Jahrhundert ist wirklich fantastisch. Die verwendeten Farben sind heute noch eindrucksvoll, und materialtechnisch war der Maler seiner Zeit weit voraus.“

Heimlicher Star der Sammlung

Valckenborchs Gemälde, in Qualität und Wert sowieso ein heimlicher Star der Sammlung, hängt in den hellen, luftig gestalteten Räumlichkeiten der Dauerausstellung im 1. Obergeschoss. Auf einer Fläche von 1.700 Quadratmetern präsentiert hier das Museum 400 Gemälde, 50 Skulpturen, 60 Graphiken und diverse kunstgewerbliche Objekte aus der Vorgeschichte bis zur Gegenwart.

Genau so, wie die Dauerausstellung atmosphärisch besticht, fällt im Gemäldedepot, gleich neben den Räumen der Wechselausstellung im Untergeschoss, die pure Zweckmäßigkeit ins Auge: Links und rechts des Mittelganges füllen Rollgitter, dicht behängt mit Gemälden, das Lager. Ansonsten: viel weißer Beton und jede Menge Röhren an der Decke. Die Temperatur ist der Erhaltung angepasst.

Hier befindet sich auch der Arbeitsplatz von Thomas Hardy. Genauer gesagt, einer der Arbeitsplätze: „Eigentlich bin ich für die Pflege des Bestandes zuständig, hier restauriere ich zum Beispiel die Bilder, oben im 2. Obergeschoss kümmere ich mich um die Graphische Sammlung und deren Digitalisierung“, erläutert er. „Und ansonsten packe ich wie alle anderen im Museums-Team da an, wo Hilfe gebraucht wird. Das kommt häufiger vor.“

Es gibt viel zu tun

Viel zu tun also, und das muss der Restaurator als Halbtagskraft erledigen, denn nach drei Jahren in Vollzeit wurde jüngst seine Stelle halbiert. Nichts Ungewöhnliches für das Museum: Direktor Dr. Markus Bertsch hat vier Halbtagskräfte im Team, neben Hardy betrifft das die beiden Wissenschaftlichen Mitarbeiter und die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Ganze Stellen belegen das Sekretariat, die Verwaltung und der Volontär. „Das ist schon sehr grenzwertig“, meint dazu der Direktor. „Die Mitarbeiter sind zwar höchst motiviert und engagiert, aber wir müssen eben mit dem System der Aushilfen arbeiten, um alles zu schaffen. Eine Vollzeitstelle für den Restaurator und eine Ausstellungsassistenz würden die Lage natürlich entspannen.“

Dornröschenschlaf ist beendet

Man merkt dem seit März 2012 amtierenden Direktor sofort an, wie begeistert er von der Ansiedlung des Kunstmuseums im neuen Forum Confluentes ist: „Der Umzug vom Alten Kaufhaus am Florinsmarkt hierhin hat den Dornröschenschlaf der Sammlung mit einem Schlag beendet und uns in die Modernität des 21. Jahrhunderts katapultiert. Wir haben dreimal soviel Platz, können unsere Schätze umfassend in attraktiven Räumlichkeiten präsentieren. Mit dem, was wir hier nun haben, kann das Mittelrhein-Museum zu einem kulturellen Eckpunkt der Rheinschiene werden.“ Das Ziel von Markus Bertsch, der zuvor Ausstellungskurator an der Hamburger Kunsthalle war, ist klar: „Wir möchten natürlich noch mehr Publikum anziehen. Der Rahmen stimmt nun. Und wir haben Einiges zu bieten. Das Mittelrhein-Museum ist ein bedeutendes Kunstmuseum, das mehr als 2000 Jahre Kunst- und Kulturgeschichte des Rheinlandes zeigt. Und zwar bis in die Gegenwart. Denken Sie nur an die im März anlaufende Sonderausstellung für K. O. Götz, der als Hauptvertreter der abstrakten Kunst und des Informel in Deutschland gilt. Oder an Heijo Hangen, der als konstruktiver Künstler schon auf der documenta in Kassel präsent war.“

Positive Resonanz auf die Farbgestaltung

Angesprochen werden die Museums-Mitarbeiter des Öfteren auf die farbliche Gestaltung der Wände in der Dauerausstellung. Und hier hat es den Besuchern vor allem das Blau positiv angetan. „Ja, als wir es planten, waren wir sehr gespannt, wie das Blau in der Realität tatsächlich wirkt“, schmunzelt Dr. Bertsch. „Aber es hat sich als echter Hingucker erwiesen. Die Gemälde und auch die Skulpturen kombinieren sich beeindruckend mit diesem Hintergrund. Ein gelungenes Experiment.“ Und das sieht der Direktor auch hinsichtlich des direkten Umfeldes so: „Der zentrale Standort des Museums hier im Forum Confluentes zusammen mit der Stadtbibliothek, der Tourismusinfo und dem Einkaufszentrum ist höchst spannend. Wir freuen uns auf die nächsten Jahre und was sie bringen.“

Gut abgehangen: Schätze im Depot des Museums.

Gut abgehangen: Schätze im Depot des Museums.

Dr. Markus Bertsch, seit 2012 Direktor des Museums.

Dr. Markus Bertsch, seit 2012 Direktor des Museums.

Restaurator Thomas Hardy bei der täglichen Arbeit. Fotos: AK

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