Allgemeine Berichte | 16.07.2014

Ausstellung von Werken der Malerin und Grafikerin Elisabeth Hansen im Haus Metternich Koblenz

„Landschaftsfragmente - eine Spurensuche“

„Landschaftsfragmente - eine Spurensuche“

Koblenz. Seit 1964 hat die Arbeitsgemeinschaft Bildender Künstler am Mittelrhein (AKM) ihr dauerhaftes Ausstellungs-Domizil im Haus Metternich. Gegründet wurde die Künstlergemeinschaft 1948. In den vergangenen drei Jahren hat die seit 2011 vorstehende Malerin und Grafikerin Elisabeth Hansen eine erstaunenswerte Zahl an Ausstellungen im Haus Metternich realisiert. Bis zum 3. August präsentiert sie nun eigene Arbeiten.

Im Schaffensrausch

„Landschaftsfragmente - eine Spurensuche“ zeigt mehr als zwanzig Werke in „Acryl und Material auf Leinwand“, die die Künstlerin nur mit römischen Zahlen kennzeichnet. Entstanden sind die von Schwarz und Weiß dominierten, vorwiegend großformatigen Bilder allesamt in diesem Jahr. „Ein regelrechter Schaffensrausch“, habe die Künstlerin offenbar ergriffen, sagte bei der Vernissage Dr. Markus Bertsch, der Direktor des Mittelrhein-Museums Koblenz. Bertsch weiter: Ein umfangreicher Werkkomplex sei es geworden, bei dem sich die Künstlerin wieder mit Landschaften beschäftigt, die Kunstgattung, die die Wurzel ihres Schaffens bilde und sich durch ihr ganzes Werk ziehe. "Doch tatsächlich sind es nur Fragmente, mit denen sich der Betrachter auf Spurensuche nach realen Landschaften begeben kann. Die entdeckt er vielleicht in den verschieden strukturierten, mit ausfransenden Konturen ineinander übergreifenden Flächen." Bertsch zeigte sich einerseits versucht, Hansen als Vertreterin der informellen Malerei einzustufen, andererseits würde das, zumindest hinsichtlich der Definition „Formlosigkeit“, mit ihrem künstlerischen Selbstverständnis kollidieren. Doch zumindest in der Arbeitsweise der Künstlerin finden sich einige Charakteristika der informellen Kunst wieder.

Der Zufall als Freund

Ihre Bilder seien gekennzeichnet durch die hohe Geschwindigkeit des Malaktes, der phasenweise allerdings auch eine bewusste Verlangsamung erfahre. Hansen arbeite so, dass sie sich von den entstehenden Formen und Strukturen überraschen lasse, der Zufall sei ihr besonderer Freund, zitierte Bertsch die Malerin selbst. Die ausgestellten Werke seien regelrechte Collagen, vielschichtige Gebilde. Sie bringe verschiedene Papiere auf die Leinwand, die allein von der sie überlagernden Farbe dort gehalten werden. So entstünden richtiggehende Relieflandschaften. Auffällig sei die Reduktion der Farbe bis hin zur völligen Absenz, wonach sich ein spannungsvoller Dialog aus Schwarz und Weiß entwickele. Dort hinein gelange immer wieder der beige-warme Ton des aufgebrachten Packpapiers, den Hansen auch malerisch aufgreift. Sogar vergrößert kopierte Teile ihrer Examensarbeit (1986, Johannes Gutenberg-Universität, Mainz) verarbeitete die Künstlerin in diesen 2014er Bildern. Damit habe sie den Bogen geschlagen zu ihren künstlerischen Anfängen, erklärte Hansen. Ihre Art der Spurensuche. Abgeschlossen sei die Arbeit für sie derzeit noch nicht, sie stehe immer noch wie unter "Strom", habe weitere Bilder im Kopf, die dann regelrecht herausschössen, wenn sie im Atelier stehe. Im Entstehungsprozess korrigiere sie die Bilder immer wieder durch Übermalen, Reduzieren und Einbringen von Elementen, das darf auch gerne einmal ein zusammen geknülltes Stück Küchenpapier sein. Dass Hansen jetzt überhaupt ausstellt, habe sie den Kollegen zu verdanken, die sie bekräftigten, insbesondere der 2. Vorsitzenden, Katharina Fischborn, die die Künstlerin aus ihrer, die eigene Person betreffende Zurückhaltung herausholte. Hansen habe in einem sorgfältigen Umgang mit der Traditionsgemeinschaft AKM alte Strukturen bewahrt, sie mit neuen Plänen und Handlungen erweitert. Ihre bisher realisierten Projekte seien von Erfolg gekrönt. Als großer Bewunderer der Künstlerin und ihrer Kunst gab sich bei der Vernissage auch Oberbürgermeister Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig zu erkennen. Ihre Kunstwerke seien außerordentlich ansprechend. Besonders ihre, in einer früheren Phase von Gelb dominierten Bilder hatten ihn sehr beeindruckt. Aber auch bei den hier ausgestellten, von dunkleren Tönen beherrschten Werken, sei festzustellen, wie virtuos sie mit dem Pinsel umzugehen verstehe.

Lobbyistin für die Bildende Kunst

Dr. Ariane Fellbach-Stein, Referentin für Bildende Kunst im Kulturministerium des Landes Rheinland-Pfalz zeigte sich in ihrem Grußwort davon überzeugt, dass es dem Betrachter in dieser Ausstellung vergönnt sei, über die Arbeiten auf eine sehr spezielle Art und Weise am Leben von Elisabeth Hansen teilzunehmen. Sie benannte einige der Lebensstationen der 1958 in Marburg an der Lahn geborenen Künstlerin, die seit 1988 der AKM angehört. Höhepunkte in ihrer künstlerischen Laufbahn waren neben zahlreichen Ausstellungen die Teilnahme 1989 an der Landeskunstausstellung in Trier und natürlich die Verleihung des Burgund-Stipendiums des Landes Rheinland-Pfalz im Jahr 1995.

Mit der Übernahme des AKM-Vorsitzes sei Hansen nach gut zehn Jahren, in denen sie offenbar „ein kleines Familienunternehmen geführt habe“, nicht nur als Künstlerin, sondern auch als Lobbyistin für die Bildende Kunst für die Öffentlichkeit wahrnehmbar zurück gekommen. Die ausgestellten Werke machen deutlich, dass die Künstlerin ihrem Kunststil über all die Jahre treu geblieben ist, aber auch, wie sich ihr Werk in motivischer, thematischer und technischer Hinsicht folgerichtig weiter entwickelt hat, wie es Bertsch formulierte.

Die Malerin und Grafikerin Elisabeth Hansen zeigt nun eigene Werke im Haus Metternich.

Dr. Ariane Fellbach-Stein, Referentin für Bildende Kunst im Kulturministerium des Landes Rheinland-Pfalz.

„Landschaftsfragmente - eine Spurensuche“
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