Politik | 10.09.2026, 14:23 Uhr

Sicherheit in unserer Region

MdB Rudolph besucht Energieversorgung Mittelrhein – Cyberabwehr und Netzausbau im Mittelpunkt

Dr. Thorsten Rudolph (links) im Austausch mit Vertretern der Energieversorgung Mittelrhein und der Energienetze Mittelrhein über den Schutz kritischer Infrastruktur und die Zukunft der Energieversorgung. Die Gesprächsteilnehmer waren (von links) Dr. Thorsten Rudolph, Mithun Basu, Marcelo Peerenboom, Hubertus Hacke-Dietze und Peter Wiacker.
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Koblenz. Im Rahmen seiner Sommer-Tour zum Thema „Sicherheit in unserer Region“ hat der Koblenzer SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Thorsten Rudolph auch die Energieversorgung Mittelrhein (evm) und die Energienetze Mittelrhein (enm) besucht. Im Mittelpunkt des Gesprächs mit evm-Vorstand Mithun Basu sowie weiteren Verantwortlichen des Unternehmens standen der Schutz der Energieinfrastruktur vor Cyberangriffen und physischen Bedrohungen sowie die Herausforderungen beim weiteren Umbau der Energieversorgung.

Die evm und ihre Netzgesellschaft enm versorgen rund 800.000 Menschen in etwa 390 Kommunen. Allein das Stromnetz umfasst rund 9.000 Kilometer, hinzu kommen etwa 6.000 Kilometer Gasnetze. „Eine sichere Energieversorgung ist eine Grundvoraussetzung für unser tägliches Leben und für eine funktionierende Wirtschaft. Gerade nach dem Brandanschlag in Berlin von Anfang Januar, der zu einem tagelangen Stromausfall führte, war es mir wichtig, mir vor Ort ein Bild davon zu machen, wie unsere Netze geschützt werden und wo die Betreiber weiteren Handlungsbedarf sehen“, erklärt Rudolph.

Eine der größten Herausforderungen sind nach Angaben des Unternehmens inzwischen digitale Angriffe auf die Netz- und IT-Infrastruktur. Täglich werden Hunderte Angriffsversuche aus dem Cyberraum abgewehrt. Um die Widerstandsfähigkeit zu erhöhen, ist die für die Netzsteuerung zuständige IT weitgehend von der übrigen Unternehmens-IT getrennt. Auch die Netzleitstelle ist besonders geschützt; für den Fall eines Ausfalls steht eine zweite, baugleiche Leitstelle zur Verfügung. Anlagen wie Umspannwerke werden zudem durch Zäune, Videoüberwachung und regelmäßige Kontrollen gegen physische Angriffe gesichert. Einen vollständigen Schutz einer weit verzweigten Infrastruktur könne es allerdings nicht geben, so die evm-Verantwortlichen.

„Bei der evm wird mit großem technischem und organisatorischem Aufwand daran gearbeitet, unsere Energieversorgung zuverlässig und sicher zu halten. Gerade beim Schutz vor Cyberangriffen zeigt sich, wie viel im Hintergrund geleistet wird, damit Strom und Gas jederzeit verfügbar bleiben“, so Rudolph. Die veränderte Sicherheitslage müsse auch bei der Weiterentwicklung der gesetzlichen Vorgaben berücksichtigt werden. Mit der Umsetzung der europäischen Richtlinie zur Netz- und Informationssicherheit (NIS 2) und dem Dachgesetz zum Schutz kritischer Infrastruktur (KRITIS) kämen zusätzliche Anforderungen auf die Betreiber kritischer Infrastruktur zu. Dabei müsse gewährleistet werden, einerseits klare Sicherheitsstandards zu schaffen, andererseits unnötige Doppelungen bei Melde- und Berichtspflichten möglichst zu vermeiden.

Neben dem Schutz vor Angriffen wurde auch der notwendige Ausbau der Netzinfrastruktur thematisiert. Mit zunehmender Elektrifizierung, mehr Wärmepumpen und einem wachsenden Strombedarf steigen die Anforderungen an die Netze erheblich. Nach den im Gespräch vorgestellten Prognosen könnte sich der Leistungsbedarf im Netzgebiet von derzeit rund 330 Megawatt bis 2045 deutlich erhöhen. Gleichzeitig gewinnen Stromspeicher an Bedeutung. Bis 2045 rechnet das Unternehmen mit einem Investitionsbedarf von rund 1,6 Milliarden Euro in die Netzinfrastruktur.

„Sicherheit und Modernisierung unserer kritischen Infrastruktur müssen wir gemeinsam denken“, betont Rudolph. „Die Politik muss dafür sorgen, dass die Netzbetreiber verlässliche und praxistaugliche Rahmenbedingungen haben. Dazu gehören klare Sicherheitsvorgaben ohne unnötige Doppelregulierung ebenso wie die Möglichkeit, die Investitionen in die Infrastruktur auch finanzieren zu können. Denn der Umbau unserer Energieversorgung kann nur gelingen, wenn auch Netze und Speicher rechtzeitig zur Verfügung stehen.“

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Dr. Thorsten Rudolph (links) im Austausch mit Vertretern der Energieversorgung Mittelrhein und der Energienetze Mittelrhein über den Schutz kritischer Infrastruktur und die Zukunft der Energieversorgung. Die Gesprächsteilnehmer waren (von links) Dr. Thorsten Rudolph, Mithun Basu, Marcelo Peerenboom, Hubertus Hacke-Dietze und Peter Wiacker. Foto: Martin Schlüter

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