Herz-Kreislauf-Risiken frühzeitig erkennen und behandeln
Mehr als 50 Ärzte treffen sich zur dritten Netzwerkveranstaltung „Koblenz auf Ziel 55“
aus Koblenz
Koblenz. Mehr als 50 Ärzte verschiedener Fachrichtungen kamen zur dritten Netzwerk-veranstaltung „Koblenz auf Ziel 55“ in der Stadt- und Kongresshalle Vallendar zusammen. Die Veranstaltung stand unter der Schirmherrschaft der Deutschen Gesellschaft für Lipidologie e. V. (DGFL) – Lipid-Liga und der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e. V. (DGK) in Zusammenarbeit mit dem Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein. Ziel des interdisziplinären Netzwerks ist es, die Versorgung von Menschen mit Fettstoffwechselstörungen und erhöhtem kardiovaskulärem Risiko in der Region nachhaltig zu verbessern.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache in Deutschland und verursachen etwa 40 Prozent aller Sterbefälle. Ein zu hoher LDL-Cholesterinwert kann die Entstehung und das Fortschreiten von Arteriosklerose begünstigen und damit das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen. Für Menschen mit sehr hohem kardiovaskulärem Risiko empfehlen die aktuellen Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) einen LDL-Cholesterinwert von unter 55 mg/dl. Diesen Zielwert erreicht in Deutschland bislang allerdings nur etwa jeder vierte Risikopatient.
Hier setzt die bundesweite Kampagne „Auf Ziel 55“ der DGFL an. Seit ihrem Start im Jahr 2020 haben sich bereits mehr als 70 Städte und Regionen der Initiative angeschlossen. In Koblenz wurde das Netzwerk „Koblenz auf Ziel 55“ 2024 unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. med. Dietmar Burkhardt, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin – Kardiologie am Kemperhof und Ev. Stift St. Martin in Koblenz, gegründet. Ziel ist es, durch Wissens- und Erfahrungsaustausch sowie eine enge fachübergreifende Zusammenarbeit die Versorgung von kardiovaskulären Risikopatienten zu verbessern.
Im Mittelpunkt der diesjährigen Netzwerkveranstaltung in Vallendar standen aktuelle Entwicklungen in der Diagnostik und Therapie von Fettstoffwechselstörungen. Neben Dr. Burkhardt referierten Dr. med. Bernd Jergas, Leitender Oberarzt der Klinik für Innere Medizin – Kardiologie am Ev. Stift, Prof. Dr. med. Oliver Weingärtner, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Lipidologie e. V. (DGFL) – Lipid-Liga, sowie Privatdozentin Dr. med. Nihal Wilde, Klinische Direktorin der Klinik für Innere Medizin IA am BundeswehrZentralkrankenhaus Koblenz. Die Referierenden gaben Einblicke in aktu-elle wissenschaftliche Erkenntnisse und zeigten anhand ihrer klinischen Erfahrungen Möglichkeiten für eine moderne und zielgerichtete Behandlung auf.
Die Organisatoren ziehen eine positive Bilanz der dritten Netzwerkveranstaltung: Erneut konnten weitere Kollegen für die Initiative gewonnen werden. Der wachsende Zuspruch unterstreicht die Bedeutung des fachübergreifenden Austauschs für eine bessere Versorgung von Menschen mit Fettstoffwechselstörungen. „Eine erfolgreiche Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen lebt von der Zusammenarbeit. Der Austausch aktueller Erkenntnisse, die gemeinsame Nutzung von Erfahrungen und die enge Vernetzung der behandelnden Ärzte schaffen die Grundlage für eine frühzeitige Erkennung und konsequente Behandlung von Risikofaktoren“, betont Burkhardt.
Auch für das kommende Jahr sind bereits weitere wissenschaftliche Veranstaltungen sowie Aufklärungskampagnen für die Bevölkerung in der Region geplant. Ärzte, die sich an „Koblenz auf Ziel 55“ beteiligen möchten, sind herzlich eingeladen, Teil des Netzwerks zu werden.
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Mehr als 50 Ärzte aus unterschiedlichen Fachrichtungen trafen sich zur dritten Netzwerkveranstaltung „Koblenz auf Ziel 55“ in der Stadt- und Kongresshalle in Vallendar. Das von Dr. med. Dietmar Burkhardt geleitete Netzwerk verfolgt ein gemeinsames Ziel: die Versorgung von Menschen mit Fettstoffwechselstörungen und erhöhtem kardiovaskulärem Risiko in der Region weiter zu verbessern. Foto: Johanna Peter