Närrisches Feuerwerk im Sportpark
Prunksitzung in Niederberg mit tollen Büttenreden und fantastischen Showtänzen
Koblenz-Niederberg. Frage an den Schaffner: „Wie lange hält denn der Zug? Antwort: „Bei guter Pflege acht bis zehn Jahre“. Dieser und noch viele andere Witze von Büttenrednern brachten die etwa 500 Narren in der Halle des Niederberger Sportparks derart zum Lachen, dass manchmal Tränen flossen. Das Närrische Corps Blau-Weiß Niederberg mit Vorsitzendem Otto Fischer und Präsident Bernd Müller brannte ein fünfstündiges närrisches Feuerwerk ab, das einfach nur begeisterte.
Goldmedaille für Bernd Müller
Zum Einmarsch und Sitzungsbeginn spielte der Fanfarenzug Rhens unter Leitung Hermann-Josef Weinand. Und dann erhielt Sitzungspräsident Bernd Müller die Goldmedaille der Rheinischen Karnevalskoorperationen (RKK). Schließlich war er 2008 Tollität von Koblenz als Prinz Bernd der närrische Niederberger. Aber man muss noch viel mehr für den Karneval geleistet haben, was bei Bernd Müller der Fall ist, um diese hohe Auszeichnung zu bekommen. Dann glänzte Sina Rolim als Solomariechen mit einer klassischen, sehr dynamischen Choreografie. Die Redebeiträge wurden vom NC-Protokoller Jürgen Frensch eröffnet. Er ließ mit spitzen Bemerkungen die Ereignisse vom vergangenen Jahr in Koblenz und der großen Politik Revue passieren. Vor allem kritisierte er, dass eine solche Prunksitzung in der Sportparkhalle vielleicht nicht mehr stattfinden kann.
Einen tollen Vortrag hielt Felix (Wladimir Elsner) von Rot-Weiß-Gold Koblenz Metternich. Er ist Träger des Ordens Pour le Carneval, der vom NC alljährlich an zwei Persönlichkeiten verliehen wird, die sich bewusst um Freundschaft und Verständigung und für die Erhaltung des rheinischen Brauchtums einsetzen. Mit klassischem Gardetanz, einstudiert von Julia Kohl, brillierten die Mädchen und ein Mann des Närrischen Corps. Und dann zog Prinz Peter der Große, der Märchenprinz von Kowelenz, mit Confluentia Christine und dem gesamten Hofstaat unter großem Jubel in die Niederberger Narrhalla ein. Nach den üblichen Nettigkeiten und dem Ordenaustausch überreichte das Närrische Corps dem Hofmarschall des Prinzen zwei große Kunststoff-Hühnerfüße, da er „mit seinen Federn aussieht wie ein Huhn“.
Abwechslungsreiches Bühnenprogramm
Vom Eheleben erzählten „Mann und Frau“, dargestellt von einer Person, Thomas Flöck, der mit entsprechenden Verkleidungen in die unterschiedlichen Rollen schlüpfte. Auch er erhielt riesigen Beifall der Narren im Saal.
Eine Seefahrt, die ist lustig, heißt es in einem Shanty, vor allem dann, wenn „Karneval auf hoher See“ ist. So bezeichnete das NC-Ballett unter Trainerin Julia Kohl ihren fantastischen Showtanz mit zahlreichen Pyramiden. Es tanzten 21 kleine und große Mädchen Alisha, Amelie, Anne, Antonia, Christina, Emilia, Evelyn , Fabienne, Hannah, Janine, Julia, Kaija, Laura, Lena, Marie-Lena, Michaela, Neele, Nina, Rebecca, Sina und Svenja und Kadett Sebi als Hahn im Korb zu einen Shanties-Medley.
Bauhofmitarbeiter Jupp Schmitz (Martin Staudt aus Vallendar) hatte ordentlich einen in die Rüstung geknistert und dann Stress mit seinem Dornröschen - mehr Dornen als Röschen – bekommen. Er definierte auch was Tanzen ist: „Der vertikale Ausdruck horizontalen Verlangens.“
Niederberger Urgestein sind die Mauerblümchen (Sylvia Backes, Bärbel Beicht, Birgit Clemens, Ex-Confluentia Renate Martini, Regine Schumacher). Die Texte zur ihren lustigen und auch kritischen Liedern schreiben sie alle selbst. Auch für sie gab es frenetischen Beifall und ein dreifaches Niederberg „Olau“. Mit ihrer Horror-Show punktete die Tanzgruppe des Horchheimer Carneval-Vereins (HCV) mit Trainerin Daniela Fondel. „De Molli“ (Oliver Sauer aus Lohnsfeld) brauchte einige Zeit, bis er schon im Saal mit dem Publikum seine Späße gemacht hatte. Und dann legte er los mit seinen Witzen. Er „zauberte“ auch auf der Bühne: „Aus der Tasch`, weg die Flasch´“ Der „Schweizer Handelsvertreter“ (Markus Hay, aus der Nähe von Cochem) machte mit den Niederberger Narren einen Feldversuch. In Schweizerdeutsch umgeschrieben hatte er Songs von Udo Lindenberg und Herbert Grönemeyer.
Atemberaubende Pyramiden
.„Komm hol´ das Lasso raus, wir spielen Cowboy und Indianer“ war das Motto der Showtanzgruppe der Gülser Seemöven. Ihre gewagten Pyramiden reichten bis fast an die Decke der Sportparkhalle. Zu nächtlicher Stunde blies Präsident Bernd Müller zum großen Finale und ließ Funkenmariechen Marie-Lena Frensch nicht nur die Aktiven, sondern auch die Helfer im Hintergrund, ohne die eine solche Prunksitzung nicht möglich wäre, auf die Bühne holen
. HEP
Karneval auf hoher See nannte die NC Garde ihren wunderschönen Showtanz.
