Politik | 24.05.2026, 19:30 Uhr

Bubenheimer Berg kritisch

Ortsbeirat Bubenheim kritisiert mangelnde Transparenz beim Bubenheimer Berg in Koblenz

Das Gelände der ehemaligen Hundeschule der Bundeswehr bleibt für den Ortsbeirat verschlossen.
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Koblenz. In seiner jüngsten Sitzung hat sich der Ortsbeirat Bubenheim erneut kritisch mit der geplanten ersten Änderung des Bebauungsplanes Nr. 329 „Gewerbegebiet Bubenheimer Berg“ auseinandergesetzt und die Vorlage einstimmig abgelehnt.

Aus Sicht des Ortsbeirates geht es dabei längst nicht mehr nur um eine rein technische Änderung eines Bebauungsplanes. Vielmehr stehe inzwischen grundsätzlich die Frage im Raum, wie transparent und vertrauensvoll die Entwicklung des Gebietes überhaupt noch begleitet werde.

Seit die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Koblenz (WfG) das Gelände im Jahr 2017 übernommen hat, bemüht sich der Ortsbeirat nach eigenen Angaben immer wieder um Gespräche mit den jeweiligen Verantwortlichen sowie insbesondere um eine gemeinsame Ortsbesichtigung des Areals. Diese sei jedoch über Jahre hinweg entweder mit wechselnden Begründungen abgelehnt oder immer wieder verschoben worden.

„Gerade bei einem Gebiet dieser Größenordnung und Bedeutung für Bubenheim wäre ein offener Austausch selbstverständlich gewesen“, wurde in der Sitzung betont.

Im November 2025 richtete der Ortsbeirat schließlich einen umfangreichen Fragenkatalog an die Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Bis heute sei dieser nach Darstellung des Gremiums nicht beantwortet worden.

Dabei ging es unter anderem auch um die Frage, ob ein auf dem Gelände tätiges Abrissunternehmen über die erforderlichen Genehmigungen zum Betrieb einer groß dimensionierten Beton-Zerkleinerungsanlage verfügte. Nach Angaben aus dem Ortsbeirat seien über längere Zeit erhebliche Lärmimmissionen für die Bevölkerung wahrnehmbar gewesen.

Zudem sei beobachtet worden, dass dort offenbar nicht nur Material aus dem Abriss der ehemaligen Hundeschule verarbeitet worden sei, sondern auch in größerem Umfang Bauschutt von außerhalb angeliefert worden sei.

Auffällig sei aus Sicht des Ortsbeirates gewesen, dass kurz nach der offiziellen Anfrage umfangreiche Aufräumarbeiten auf dem Gelände begonnen hätten, sodass heute von den damaligen Aktivitäten kaum noch etwas sichtbar sei.

Diese Entwicklung sowie die aus Sicht des Ortsbeirates unzureichende Kommunikation mit der Wirtschaftsförderung hätten maßgeblich zur nun ablehnenden Haltung gegenüber der vorgelegten Änderung des Bebauungsplanes beigetragen.

Inhaltlich kritisiert der Ortsbeirat insbesondere die geplante Veränderung des Sondergebietes SO 5. Dort waren ursprünglich landschaftsbezogene sowie land- und forstwirtschaftliche Nutzungen vorgesehen. Nach den aktuellen Planungen sollen dort künftig zusätzliche Büro-, Verwaltungs- und Gewerbeflächen entstehen.

Der Ortsbeirat betont ausdrücklich, dass Verständnis für gestiegene Bau- und Erschließungskosten bestehe. Diese dürften jedoch nicht dazu führen, dass die ursprüngliche planerische Konzeption grundlegend verändert werde. Wirtschaftliche Erwägungen allein seien keine ausreichende Begründung dafür, landschaftsbezogene, ökologische und ortsverträgliche Entwicklungsziele aufzugeben.

Vor einer weiteren Beratung fordert der Ortsbeirat daher endlich einen gemeinsamen Vor-Ort-Termin mit Verwaltung, Wirtschaftsförderung und Planern sowie eine umfassende Offenlegung der weiteren Planungen und Entscheidungsgrundlagen.

Unabhängig davon beschäftigte sich der Ortsbeirat auch erneut mit der Diskussion um die Ost-West-Achse der Nordtangente. Hier bekräftigte das Gremium seine Sorge, dass mögliche Veränderungen der bisherigen Planungen den „Inselcharakter“ Bubenheims weiter verstärken und die Verkehrsverbindungen des Stadtteils zusätzlich verschlechtern könnten.

Walter Baum

Stv. Ortsvorsteher

Hier arbeitete die Abrissfirma bis vor wenigen Tagen noch. Jetzt ist das Gelände geräumt.

Hier arbeitete die Abrissfirma bis vor wenigen Tagen noch. Jetzt ist das Gelände geräumt. Foto: Walter Baum

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Das Gelände der ehemaligen Hundeschule der Bundeswehr bleibt für den Ortsbeirat verschlossen. Foto: Walter Baum

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