Passender Spender gefunden
Hilfsaktion der Arenberger Wehr für die MDS-kranke Sarah war von Erfolg gekrönt
Koblenz. Für die 17-jährige Sarah aus Koblenz, Tochter eines Feuerwehrmanns aus Arenberg-Immendorf, wurde ein hundertprozentig passender Knochenmarkspender gefunden. Das Mädchen leidet an Myelodysplastischen Syndrome (MDS). Bei dieser Erkrankung verlieren die Zellen des Knochenmarks ihre Fähigkeit, reife Blutzellen zu bilden. So kommt es meist zu schwerer Blutarmut (Anämie), denn der Körper bildet nicht genügend rote Blutzellen. Zu wenige rote Blutzellen führen zu einer Unterversorgung des Körpers mit Sauerstoff und damit zu verminderter Leistungsfähigkeit, andauernder Müdigkeit und erhöhter Infektanfälligkeit. Bei Patienten mit einem guten allgemeinen Gesundheitszustand stellt die allogene (griech. anderswo entstanden) Blutstammzelltransplantation (oder Knochenmarktransplantation) die einzige Therapieoption dar, die die Chance auf Heilung bietet.
695 Bürger folgten dem Aufruf
Aber wie findet man einen passenden Knochenmarkspender? Durch eine Typisierungsaktion und die hatten etwa 20 Wehrleute aus Arenberg-Immendorf zusammen mit der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) in ihrem Feuerwehrhaus organisiert. Ihrem Aufruf, Sarah zu helfen, waren 695 Bürger aus den beiden Stadtteilen und der Nachbarschaft gefolgt. Wehrführer Peter Marx freute sich, dass diese Aktion ein so großes Echo gefunden hatte: „Bürger spendeten uns Kaffee und Kuchen und einige Firmen Getränke, Würstchen, Brötchen und das Zelt.“ Insgesamt kamen dann 5600 Euro an Spenden zusammen. Bei der Typisierung stellten DKMS-Mitglieder, insgesamt waren bei der Aktion 120 Helfer im Einsatz, erst fest, ob die Person für eine Spende geeignet ist. Abgefragt wurden unter anderem Alter, Gewicht, Krankheiten und Medikamenteneinnahme. Bevor es dann zur Blutabnahme kam, kontrollierte man den Antrag noch einmal. In den Tagen danach wurde das Blut untersucht und die DKMS fand tatsächlich einen absolut passenden Spender. Alle anderen erhalten noch einen Registrierungsausweis.
Ein Liter Knochenmark-Blut- Gemisch kann ein Leben retten
Dem passenden Spender wird, wenn er einverstanden ist, in einer Klinik unter Vollnarkose Knochenmark entnommen (nicht zu verwechseln mit dem Rückenmark). Dafür genügen zwei kleine Schnitte und einige Einstiche im Bereich des hinteren Beckenknochens. Um circa ein Liter Knochenmark-Blut-Gemisch aus dem Beckenkamm zu entnehmen. In dem Gemisch sind ungefähr fünf Prozent des Gesamtknochenmarks, das sich beim Spender innerhalb von etwa zwei Wochen vollständig regeneriert. Die Schnitte sind so klein, dass sie mit nur wenigen Stichen oder überhaupt nicht genäht werden müssen und rasch verheilen. Die Entnahme dauert etwa 60 Minuten. Inklusiv Aufnahme, Knochenmarkentnahme und Beobachtung bleibt der Spender zwei bis drei Tage im Krankenhaus, darf sich dann aber darüber freuen, dass er einem Menschen das Leben gerettet hat. HEP
Zur Typisierungsaktion kamen 695 Bürger ins Arenberger Feuerwehrgerätehaus.
