Rünz packt an: Eine Schicht im Tierheim Koblenz
Schippen, schnippeln, schmusen: Landtagsabgeordneter zwischen Hasenkötteln und Stubentigern
aus Koblenz
Koblenz. Dass man sich als Politiker auch mit ganz schön viel „Mist“ beschäftigen muss, kann sich wohl jeder vorstellen. Der Koblenzer CDU-Landtagsabgeordnete Philip Rünz macht das freiwillig – und hatte auch noch jede Menge Spaß dabei. Rünz absolvierte nämlich ein Praktikum im Koblenzer Tierheim. Doch das ist nicht so gemütlich wie man sich das als Laie vielleicht vorstellt.
„Auf diesen Tag habe ich mich ganz besonders gefreut“, gesteht Rünz der Tierheimleiterin Kirstin Höfer, die das Interesse des jungen Politikers an der täglichen Arbeit ihres Teams zu schätzen weiß. Rünz hat nämlich nicht nur ein Herz für Tiere, er hat auch ein Auge auf die Themen in seinem Wahlkreis. Und er vertritt nicht „nur“ als Abgeordneter des Landtages Koblenz in Mainz, sondern ist zusätzlich Mitglied des Stadtrates und Vorsitzender der CDU-Koblenz. Dass die Tierheime in Rheinland-Pfalz, in ganz Deutschland vor großen Herausforderungen stehen und oft ans Limit der Belastung stoßen, weiß er. Heute ist er als Mitarbeiter am Start, um seine Eindrücke und Erfahrungen in seine politische Arbeit aufzunehmen.
Beim morgendlichen Kontrollgang wird die Lage gecheckt: Hat jemand nicht gefressen, gibt es Durchfall, Verletzungen, Besonderheiten über Nacht? Dann Füttern, und zwar individuell: Medikamente, Diätfutter, Unverträglichkeiten, Jungtiere mehrmals täglich. Zu den auffälligen, schwer vermittelbaren Hunden hält der Praktikant Abstand. Während einige der ehrenamtlichen Gassigänger bald ihre Runden mit Oskar, Bueno und Co. drehen, schultert Philip Rünz das Katzenstreu.
In diesem Trakt ist jede Menge los. Zahllose Jungtiere sind in den vergangenen Wochen hier eingezogen. Trotz der Katzenschutzverordnung der Stadt Koblenz, die jeden Halter von Freigängerkatzen zu einer Kastration des Tieres verspflichtet. Und obwohl keine Katze das Tierheim unkastriert verlässt. „Katzen kennen keine Stadtgrenzen“, erklärt Kirstin Höfer. Ein Thema, das Philip Rünz mit nach Mainz nehmen will.
Gewohnt fleißig ist er auch in diesem, so ganz anderen Job, der junge Politiker. Er schippt Mist aus den Gehegen, schrubbt Katzenklos. Der Reinigungsaufwand ist einer der größten Zeitfresser überhaupt und hygienisch unverzichtbar, weil im Tierheim ständig Infektionen drohen. Rünz schnippelt auch Gemüse für die Kaninchen. Er füttert die Langohren aus der Hand, spielt eine Runde mit den Kätzchen – eine extra Portion Liebe, die im Tierheim nicht zu kurz kommen soll, auch wenn es rappelvoll ist in den Zwingern, Gehegen und Räumen. Weil die Mitarbeiter das im laufenden Geschäft gar nicht schaffen, kommen regelmäßig „Katzenschmuser“ ins Tierheim. Auch das Katzencafé ist auf Begegnung zwischen Tier und Mensch ausgelegt.
Ganz schön geschafft, aber mit einem breiten Lächeln auf den Lippen verabschiedet sich Philip Rünz von der Tierheim-Leitung und dem Team. „Sie haben hier eine wichtige Aufgabe für die Tiere und für unsere Stadt, die Sie nicht nur erledigen, sondern mit Hingabe erfüllen. Vielen Dank für Möglichkeit, hier mitanzupacken. Das war eine bereichernde Erfahrung!“
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Tüchtig mit angepackt hat der CDU-Landtagsabgeordnete Philip Rünz im Tierheim Koblenz. Mit Kirstin Höfer, Leiterin der Einrichtung, tauschte er sich auch über die vielen Herausforderungen in Tierheimalltag und Tierschutz aus. Foto: Foto: Henry Blomenkemper