Allgemeine Berichte | 20.05.2015

Vollversammlung der Trierer Bistumssynode

Schwerpunkt auf Jugend und Solidarität mit Armen

Vierte Vollversammlung beriet weiter - Begegnungsprogramm in Koblenz

Das Präsidium der Synode mit Bischof Dr. Stephan Ackermann, Generalvikar Monsignore Dr. Georg Bätzing, und den Weihbischöfen Robert Brahm, Jörg Michael Peters und Dr. Helmut Dieser.Helmut Thewalt

Koblenz. Für die Vollversammlung der Trierer Bistumssynode hat am Freitag eine entscheidende Phase begonnen: Die rund 280 Frauen und Männer diskutierten im großen Plenum über die von zehn Sachkommissionen erarbeiteten Vorlagen und Empfehlungen für den Trierer Bischof. Zuvor hatten die Synodalen am Donnerstagabend und Freitagmorgen Zeit, sich in wechselnden Runden und kleineren Gruppen über die Arbeit der einzelnen Kommissionen zu informieren und Verbesserungsvorschläge anzubringen. Am Abend konnten die Synodalen auf Einladung des Dekanates Koblenz die Stadt und ihre Menschen besser kennenlernen.

Eine wichtige Entscheidung im Blick auf die Zukunft der Kirche traf die Vollversammlung nach einem Antrag jüngerer Synodaler: Jede Sachkommission wird ihre Empfehlungen für den Bischof noch einmal speziell auf die besondere Stellung der Jugend hin überprüfen. Auch zeichnete sich in der Vollversammlung ab, dass die meisten Synodalen eine noch engere Zusammenarbeit und Vernetzung der einzelnen Sachkommissionen für die letzte Phase der Synode bis Dezember 2015 wünschen.

Zu Beginn legte die Sachkommission 2 „Missionarisch sein“ ihre Arbeitsergebnisse vor. Die 30 Synodalen erklärten, sie hätten in den vergangenen Monaten vor allem mit Menschen aus unterschiedlichen Lebensbereichen gesprochen, beispielsweise mit Bewohnern der Faszienda in Boppard, mit Ordensschwestern und Wissenschaftlerinnen wie Annette Schleinzer. Vor allem authentisches Handeln jedes einzelnen Christen und eine „missionarische Haltung“ führe dazu, dass andere Menschen auf dem Weg des Christ-Seins mitgenommen würden.

Sachkommission 8 hatte in den letzten Monaten zu dem Thema „Charismen entdecken“ gearbeitet. Das Bistum sei aufgefordert, ein Klima zu schaffen, in dem Menschen angstfrei Glaubensleben vor Ort gestalten und ausprobieren können. Dabei könnten sich neue „Kirchenorte“ um Personen, Gruppen, Verbände bilden. Dazu sei es wichtig, die Charismen der Menschen zu entdecken und ihnen entsprechend Aufgaben auszugestalten. Ein Vorschlag der Sachkommission dazu seien Pilotprojekte in unterschiedlich strukturierten Räumen des Bistums. In der Diskussion wurde angeregt, die Begriffe noch einmal zu schärfen und genauer zu definieren, woran Charismen zu erkennen sind, da es sich hierbei nicht nur um Talent handle.

Sachkommissionen trugen nacheinander Ergebnisse vor

Bei den Vorlagen der Sachkommission 7 ging es um das „Gebet und gottesdienstliche Feiern“. Hier wurden verstärkt die Beauftragung und der Einsatz von Laien, etwa bei Bestattungen, gefordert. Einig waren sich die Synodalen und das Präsidium der Synode um Bischof Ackermann darin, dass es für Gottesdienste eine Qualitätssicherung geben müsse, dass aber Liturgie nicht immer einen „großen Rahmen“ brauche, sondern auch für neue Formen offen sein könne.

Zuletzt stellte Sachkommission 1 zum „Diakonischen Wirken“ ihre insgesamt sechs Empfehlungen vor. Dabei gehe es in besonderer Weise um die Armen, wobei der Begriff materiell, kulturell und politisch zu verstehen sei. Die Trierer Kirche solle sich mit Menschen in Not solidarisieren.

Diakonie („der Dienst am Menschen“) als einer der Grundvollzüge von Kirche sei das Kriterium der Glaubwürdigkeit. Prinzip des Handelns solle dabei die „Sozialraumorientierung“ sein. Dieser Begriff aus der Sozialarbeit zielt darauf ab, die Lebensverhältnisse von Menschen insgesamt zu verbessern und so Armut und soziale Ungerechtigkeit zu bekämpfen. Auch der Schöpfungsverantwortung müsse ein stärkeres Gewicht zukommen - immerhin wirkten sich beispielsweise Konsum-Entscheidungen der Menschen vor Ort ganz konkret auf die Lebensverhältnisse der Menschen in Entwicklungsländern aus. In der Diskussion wurde eine gute Vernetzung mit den bestehenden Strukturen der Caritasverbände vor Ort gefordert.

Bischof Ackermann dankte den Sachkommissionen für ihre Vorlagen und Empfehlungen, signalisierte aber auch, dass es bis Dezember gelte, die Empfehlungen weiter zu konkretisieren.

Begegnungsprogramm bildete den Abschluss

Abends ging es für die Synodalen und alle interessierten Gäste mit einem Begegnungsprogramm weiter. Unter dem Motto „Wir machen euch den Hof“ hatte das Dekanat Koblenz in verschiedene Höfe der Koblenzer Altstadt eingeladen.

Dort erwartete die Gäste ein vielfältiges kulinarisches Angebot und Showeinlagen durch historische Koblenzer Figuren sowie Musik vom Jugendkammerchor der Pfarrei Liebfrauen, von der Jazzband „Blenz“, von einer Mehrgenerationenband im Garten Herlet und vielen weiteren Musikerinnen und Musikern.

Ab Mittwoch hatte das Dekanat außerdem in die Gewölbe unter der Stadt zur Ausstellung „Zusammenflüsse“ des Koblenzer Künstlers Peter Schäfer eingeladen. Zur Vernissage in den „Dechantshof“ waren über 50 interessierte Gäste gekommen, die neben Schäfers Bildern auch Impressionen von Harry Oestreich erwarteten. Seinen Abschluss fand der zweite Tag der Vollversammlung im ökumenischen Evensong in der Liebfrauenkirche, der Superintendent Rolf Stahl und Dechant Thomas Hüsch vorstanden.

Das Präsidium der Synode mit Bischof Dr. Stephan Ackermann, Generalvikar Monsignore Dr. Georg Bätzing, und den Weihbischöfen Robert Brahm, Jörg Michael Peters und Dr. Helmut Dieser.Foto: Helmut Thewalt

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