Allgemeine Berichte | 28.05.2026

Rückbau der ehemaligen Fritsch Kaserne

Stadtquartier Ellinger Höhe: ein „Blick hinter den Zaun“

Auf der Niederberger Höhe in Koblenz, dem Gelände der ehemaligen Fritsch Kaserne, entsteht das zukünftige Stadtquartier „Ellinger Höhe“.

Koblenz. Auf der Niederberger Höhe, dem Gelände der ehemaligen Fritsch Kaserne, entsteht für die Zukunft neuer Wohnraum.

Das Kasernengelände, welches 1937 bebaut und wo im Jahr 1998 die letzten Soldaten abgezogen wurden wird nun das Stadtquartier „Ellinger Höhe“ gebaut.

Die BPD Immobilienentwicklung GmbH gewährte uns jetzt auf Anfrage einen Blick hinter den Zaun um die aufwändigen Rückbauarbeiten zu besichtigen. Adrian Jukic, Projektverantwortlicher der BPD, erklärte ausführlich den Ablauf des Rückbaus und Bauleiter Thilo Grünebaum von der Wilhelm Knepper GmbH & Co. KG führte eine Besichtigung durch um unseren Lesern das Ausmaß und den jetzigen Baustellenzustand zu zeigen.

Oberste Priorität auf dem Gelände ist, so wenig wie möglich Material aus dem riesigen Areal hinaus zu bringen. Beim Betreten des über 12,5 Hektar (125000 qm) großen, ehemaligen Kasernengeländes fällt sofort die genau geordnete Menge an verschiedensten Baustoffen auf. Sortiert liegen hier riesige Steinbrocken, welche später zerkleinert für die verschiedensten Zwecke wiederverwendet werden. Es geht hier nicht nur um Abriss und Abtransport, sondern um die genaue Trennung zum Beispiel von ehemaligen steinernen und schon zerkleinerten Bodenplatten, Bimssteinen, Eisenträger, verschiedenste Schrottarten, großen Metalltanks und Kunststoffen. Zeitweise werden Materialien auch per Hand sortiert um eine größtmögliche und genaue Sortierung zu gewährleisten. Schrott und Kunststoffe werden aus dem Gelände entfernt und der Wiederverwertung zugeführt.

Um den steinernen Bauschutt wie zum Beispiel Betonbruch, Mauerwerk, Naturstein und Mörtel nach Wunsch zu verarbeiten ist der sogenannte „Brecher“ Kleemann EVO 3 verantwortlich. Diese kompakte Maschine wird ständig per Bagger mit grobem Material gefüttert und zerkleinert so wie gewünscht wird. Zusätzlich sortiert die Anlage noch kleinere Metall- und Kunststoffteile per Magnet und Gebläse aus, bevor das zerkleinerte Material über Siebanlagen und sogenannte Haldenbänder auf kleine Hügel verteilt werden. Hier lagern nun kleinere Steinsegmente und grober bis feiner Sand. Separiert wird bis zum letzten Krümel und so viel wie möglich Baustoffe bleiben hier. Bimssteine gehen nach draußen um der Wiederverwertung in der Natursteinproduktion zugeführt zu werden.

Seit Juni 2025 wird in verschiedensten Arbeitsschritten dafür gesorgt, dass der Rückbau wieder Material zum Auffüllen und Bauen liefert. Von großen Halden kann später wahlweise wieder passendes Material für den Neubau abgerufen werden. Dieser Aufwand hat auch den Vorteil, dass täglich nur wenige Lkw den Platz an und abfahren müssen. Begleitet wird die Baustelle durch die Kampfmittelbeseitigung, falls Überraschungen auftreten sollten. Schon vor Beginn der Arbeiten wurden Bodenflächen saniert, um Kontaminierung zu vermeiden. Ständig werden die Rückbauarbeiten durch Gutachter beobachtet und begleitet.

Ein wichtiges Thema ist auch die Beachtung des Artenschutzes und die Sicherung von größeren Bäumen, welche später im neu errichteten Stadtquartier wieder die grünen Flächen ergänzen sollen. Ein interessantes Detail, welches vor einiger Zeit aus der Kaserne zum Vorschein kam, sind unterirdische Betonröhren die als Kriechkeller jedes der ehemaligen Gebäude miteinander verbunden haben. Diese Röhren dienten der Sicherheit für die Soldaten im Ernstfall. Elektrischen Strom beziehen die Maschinen während des Rückbaus noch aus einer alten Traffostation, die so lange wie möglich bis zum Abriss verwendet wird.

Das einzige Gebäude, welches stehen bleiben und renoviert werden könnte, ist die ehemalige „Wache“, Haus Nr. 21A, dass zentral im Quartier steht und später temporär oder langfristig einer zentralen Verwendung zugeführt werden könnte.

Nach den hiermit erfahrenen Erkenntnissen, dem Blick über den Zaun, ist es umso spannender die weitere Entwicklung bis zum fertigen Stadtquartier „Ellinger Höhe“ mitzuerleben. SCH

Fotogalerie: Rückbau der ehemaligen Fritsch Kaserne Koblenz 2026

Foto: alle SCH

Foto: BPD Immobiliengesellschaft

Foto: BPD Immobiliengesellschaft

zurück zum Artikel
Video: Rückbau der ehemaligen Fritsch Kaserne 2026
© SCH 01:48 min
Das Stadtquartier Ellinger Höhe in Koblenz: ein “Blick hinter den Zaun”. Video: SCH
zurück zum Artikel
Vom Kasernengelände zum modernen Wohnraum.

Vom Kasernengelände zum modernen Wohnraum. Foto: SCH

Weitere Themen

Auf der Niederberger Höhe in Koblenz, dem Gelände der ehemaligen Fritsch Kaserne, entsteht das zukünftige Stadtquartier „Ellinger Höhe“. Foto: SCH

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Anne: Ein Faustschlag mitten ins Gesicht und ein Dolchstoß mitten ins Herz aller Flutopfer…nicht nur der Toten und deren Angehörigen und Freunden, sondern insbesondere der unzählig vielen traumatisierten Menschen...
  • Betroffener: Wiedermal ein Totalversagen der Justiz und es werden Täter geschützt ! Inzwischen darf man sich wirklich fragen ob diese Justiz überhaupt noch der Gerechtigkeit und dem Volk dient oder einfach nur noch die Politiker zu schützen versucht !
  • Anne: Es ist das kalte Grauen. Wahrscheinlich denkt sich der Täter in Anlehnung an den Mordprozeß im Fall Anna K. aus Gimmigen mit einem ähnlich milden Urteil davon zu kommen. In was für einer Zeit leben wir...
  • Graf: Ja, sehr GUT Ukraine, ist doch bekannt , dass koruptestes Land in Europa ist. Mit den Politiker, sind unsere bezahlt worden? Wunderbar !
Rund um´s Haus
Sonderpreis Outdoor Tage wie vereinbart
Anzeige Einladung zur ordentlichen Mitgliederversammlung
Kooperation Familienkonzert
Kooperation
First Friday Anzeige Mai
Feuerwehrfest in Heimersheim
Sonderseite Jahn Eleven
Sonderseite Jahn Eleven
Empfohlene Artikel
Flutschäden in Ahrweiler am 15. Juli 2021. Foto: ROB
1853

Ahrtal. Mit Beschluss vom 19.05.2026 hat der 6. Strafsenat des Oberlandesgerichts Koblenz im Klageerzwingungsverfahren den gerichtlichen Klageerzwingungsantrag auf Wiederaufnahme der Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung im Amt durch Unterlassen gegen den Landrat Pföhler und den Einsatzleiter Zimmermann im Rahmen der strafrechtlichen Aufarbeitung der Flutkatastrophe Rheinland-Pfalz mit 135 Toten und 777 Verletzten als unzulässig verworfen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Spielerisch übten die Kinder, Straßen sicher zu überqueren. Foto: privat
7

Verkehrssicherheit für die Erstklässler der Astrid-Lindgren-Schule Rheinbrohl

Sicher unterwegs mit ADACUS

Rheinbrohl. Wie verhalte ich mich richtig an einer Straße? Worauf muss ich beim Überqueren einer Fahrbahn achten? Und warum ist Aufmerksamkeit im Straßenverkehr so wichtig? Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigten sich die Erstklässler der Astrid-Lindgren-Schule Rheinbrohl im Rahmen des ADACUS-Verkehrssicherheitsprogramms der ADAC Stiftung.

Weiterlesen

10

-Anzeige-Das genussvolle Shopping-Erlebnis in Bad Neuenahr

Die LebensArt kommt vom 12. bis 14. Juni in den Dahliengarten

Die bekannte Lifestyle-Messe LebensArt kommt erneut nach Bad Neuenahr-Ahrweiler. Vom 12. bis 14. Juni verwandelt sich erstmals der Dahliengarten in eine Oase der schönen Dinge für Haus und Garten. Der Umzug in den Dahliengarten als neuer Standort der LebensArt wurde durch die bauliche Umgestaltung des Kurparks notwendig. Die beiden Projektleiterinnen Sabine Prothmann und Eva Johann vom Lübecker Veranstalter...

Weiterlesen

Luca und Laura Di Stefano haben die spannendsten True Crime-Fälle im Blick.  Foto: FELIX KIRCHNER // ENKIME
18

Luca und Laura Di Stefano aus dem Westerwald sprechen über ihren True Crime-Prodcast „Verbrechen Hautnah“

Wahre Verbrechen, die unter die Haut gehen

Region/Mogendorf. Morde, Vermisstenfälle, rätselhafte Todesfälle und ungelöste Geheimnisse – wahre Verbrechen üben auf viele Menschen eine besondere Faszination aus. Genau dieser Leidenschaft haben sich Luca und Laura Di Stefano aus dem Westerwald mit ihrem Podcast „Verbrechen Hautnah“ verschrieben. In ihren Folgen nehmen sie die Zuhörer mit auf die Spur spektakulärer Kriminalfälle, erzählen von schockierenden Taten, überraschenden Wendungen und Ermittlungen, die bis heute Fragen offenlassen.

Weiterlesen

Imageanzeige
Image Anzeige
Dienstleistungen
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, Mai 2026
SB Wirtschaftsförderung
Schulhausmeister/in (w
Anzeige Praxisübernahme
Azubispots Koblenz
Azubispots Koblenz, Herr Hastrich
Richtgest Jahn Eleven
Anzeigenauftrag #PR111825-2026-0006#
Sprudelndes Sinzig
Wertstoffhof - Kaffee Anzeige
Sonderseite Jah  Eleven
Sonderseite Jahn Eleven
Sonderseite Jahn Eleven
Anzeigensponsoring Sommerbunt - o.B.