Politik | 26.06.2026

Grünflächen schützen

Umweltverbände in Koblenz warnen vor Flächenversiegelung in Wallersheim wegen Hitzebelastung

Gehölzfläche in Wallersheim.

Koblenz. Die aktuelle Hitzewelle zeigt erneut deutlich, wie stark Städte durch den Klimawandel belastet werden.

Koblenzer Natur- und Umweltschutzverbände warnen deshalb eindringlich davor, weitere wertvolle Grünflächen zu bebauen und damit zusätzliche Hitzeinseln zu schaffen.

Im Fokus steht der in Aufstellung befindliche Bebauungsplan Nr. 331 „Nahversorgungszentrum und Sporthalle Wallersheim“, sowie der Entwurf des neuen Flächennutzungsplanes der Stadt Koblenz, der großflächig weitere Versiegelungen vorsieht.

„Wie viel zusätzliche Hitze kann Koblenz seinen Bürgerinnen und Bürgern noch zumuten?“, fragen die Verbände. Gerade in dicht bebauten und stark versiegelten Stadtteilen wie Wallersheim und Neuendorf sind kühlende Grünstrukturen von entscheidender Bedeutung. Gehölze, Bäume und unversiegelte Böden wirken als natürliche Klimaanlagen: Sie spenden Schatten, speichern Wasser, kühlen die Umgebung und verbessern die Luftqualität. Werden diese Flächen beseitigt, verschärft sich die Aufheizung der Stadt weiter.

Für den Bebauungsplan Nr. 331 ist unter anderem die Rodung eines etwa 1,1 Hektar großen Gehölzbestandes für ein Nahversorgungszentrum vorgesehen. Zusätzlich sollen weitere Flächen für den Bau einer Sporthalle versiegelt werden. Aus Sicht des Natur-, Umwelt- und Klimaschutzes lehnen die Verbände diese Eingriffe ab.

Das betroffene Gehölz ist eine der letzten größeren zusammenhängenden Grünflächen im Umfeld bereits stark versiegelter Ortsteile. Für zahlreiche Tierarten bietet es einen wichtigen Lebensraum. Ein Ausweichen auf andere Flächen ist kaum möglich, da in den vergangenen Jahren weitere Freiflächen durch Bebauung verloren gegangen sind.

„Jede weitere Versiegelung verschärft die Folgen der Klimakrise vor Ort. Gerade während einer Hitzewelle wird sichtbar, welche Bedeutung bestehende Grünflächen für die Lebensqualität in der Stadt haben“, so die Umweltverbände.

Die Verbände betonen, dass es Alternativen gibt: Für das geplante Nahversorgungszentrum wurden mehrere Standorte vorgeschlagen, die mit deutlich geringeren Belastungen für Natur, Umwelt und Klima verbunden wären. Auch für die Sporthalle wurden alternative Lösungen aufgezeigt.

Die Koblenzer Umwelt- und Naturschutzverbände fordern daher:

1. Die vorgeschlagenen Alternativstandorte ernsthaft zu prüfen

2. Die letzten wichtigen Freiflächen und Gehölzstrukturen in Wallersheim zu erhalten

3. Den Flächenverbrauch in Koblenz zu stoppen oder auf ein unvermeidbares Minimum zu reduzieren

4. Klimaanpassung und Hitzeschutz bei allen zukünftigen Planungen stärker zu berücksichtigen

Unterzeichnet von:

BUND Kreisgruppe Koblenz e.V.

Grün[h]ecken e.V.

NABU Koblenz und Umgebung e.V.

Kontakt für Rückfragen: koblenz@bund-rlp.de

Gehölzfläche in Wallersheim. Foto: Stefan Schliebner

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