Allgemeine Berichte | 07.02.2015

Jürgen Strohe zeichnete das Leben von Pater Alfred Delps nach

Visionär einer Welt in Liebe, Solidarität und Verantwortung

Jürgen Strohe beim Vortrag in der Citykirche in Koblenz. privat

Koblenz. An den vor 70 Jahren von den Nationalsozialisten ermordeten Jesuitenpater Alfred Delp hat mit einem Vortrag Jürgen Strohe von der Katholischen Militärseelsorge Koblenz erinnert. Zahlreiche Zuhörer kamen dazu in die Citykirche in Koblenz, darunter auch Jugendliche aus der Pfarreiengemeinschaft Dreifaltigkeit Koblenz, die sich derzeit auf ihre Firmung vorbereiten. Eine kleine Bilderausstellung und einige Schriftdokumente aus dem Leben von Pater Delp umrahmten die Veranstaltung.

In seinem Vortrag ging Strohe auf die zahlreichen, im Nachlass Delps erhaltenen Aufsätze, Predigten und Briefe ein. Dabei zeichnete der Militärseelsorger das Lebensbild eines Menschen nach, der sich für eine Welt in Liebe, Solidarität und gegenseitiger Verantwortung eingesetzt hatte. Strohe machte deutlich, dass es vor allem drei Gedanken waren, für die der am 2. Februar 1945 in Berlin Plötzensee hingerichtete Jesuitenpater kämpfte: die Visionen einer sozialen und gerechten Gesellschaft, einer erneuerten, menschenfreundlichen Kirche und eines neuen Menschen. Im sogenannten Kreisauer Kreis, einer bürgerlichen Widerstandsgruppe, hatte Delp mitgearbeitet und seine Visionen eingebracht. Die Gruppe beschäftigte sich mit Plänen für ein neues Deutschland nach dem Nationalsozialismus und nach dem Ende der Hitler-Diktatur. Viele Gedanken Delps seien später bei der Gründung der Bundesrepublik Deutschland in das Grundgesetz eingeflossen, sagte Strohe.

Delp war kurz nach dem misslungenen Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 nach einem Gottesdienst in München-Bogenhausen von der Gestapo verhaftet und nach Berlin gebracht worden. In unzähligen Verhören von der Gestapo brutal verprügelt, verurteilte ihn der „Volksgerichtshof“ im Januar 1945 schließlich wegen Hoch- und Landesverrates zum Tod durch den Strang.

In seinen letzten Briefen, die noch aus dem Gefängnis in Berlin-Tegel herausgeschmuggelt werden konnten, schrieb er: „Es sollen einmal andere besser und glücklicher leben dürfen, weil wir gestorben sind“. Strohe wies darauf hin, dass Delps Aufzeichnungen zu den kostbarsten Zeugnissen der Bewährung des Christseins „im Angesicht des Todes“ gehörten, ähnlich den Briefen und Notizen Dietrich Bonhoeffers aus der Haft.

Jürgen Strohe beim Vortrag in der Citykirche in Koblenz. Foto: privat

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