50 Jahre Grüne Damen und Herren im Ev. Stift
Von der ersten Stunde an dabei: Renate Rüppel schenkt heute noch Patienten Zeit und Nähe
aus Koblenz
Koblenz. Grüne Kittel und großes Engagement: Seit einem halben Jahrhundert bringen die Grünen Damen und Herren im Ev. Stift St. Martin menschliche Wärme ins Krankenhaus. Eine der Pionierinnen ist Renate Rüppel, die die Gründung der damaligen EKH (Evangelische Krankenhaushilfe) vor 50 Jahren hautnah miterlebt hat. Auch heute noch ist sie für die Patienten da – mit Zeit für ein Gespräch, einer kleinen Besorgung oder einfach einem offenen Ohr.
Es war der damalige Verwaltungsdirektor des Ev. Stifts, Gerd Dern, der von der Idee der Grünen Damen gehört hatte und solch ein Ehrenamt 1976 für sein Krankenhaus aufbauen wollte. „Mein Mann hat im Ev. Stift gearbeitet und mir davon berichtet“, erinnert sich die quirlige Rentnerin. „Ich wollte mich gerne ehrenamtlich engagieren. Meine Kinder waren noch klein und ich vorerst ganz zu Hause.“ Dann erzählt die 83-Jährige von den Anfängen, den Herausforderungen und dem, was sie bis heute an ihrem Ehrenamt fasziniert. „Es gab erst einmal unheimlich viel organisatorisch zu regeln: einheitliche Dienstkleidung, ein Büro, Umkleidemöglichkeiten, Anmeldungen zum Dienst, Verhaltensregeln oder Schweigepflicht. Bis dahin hatte ich auch noch keinen Patientenkontakt und war mir unsicher, wie ich damit umgehen kann. Das Pflegepersonal hat uns anfangs schon et-was argwöhnisch beobachtet und die Patienten waren teilweise auch sehr zugeknöpft, besonders die Herren“, lacht sie. „Die haben sich hinter ihrer Zeitung versteckt und die EKH als Einkaufshilfe übersetzt.“
Anfang der 70er Jahre hatten Ursula Klee und Gertrud Hillenblink die Leitung der Grünen Damen übernommen und schnell wurde die Gruppe im Ev. Stift zu einer großen Gemeinschaft und zu einer der größten Gruppen in Rheinland-Pfalz. Gefragt nach bleibenden Erinnerungen muss sie nicht lange überlegen: „Da war ein Patient, der hat mich dreimal abgelehnt. Dann hat er nach mir gefragt und ich habe ihn in seinen letzten Wochen im Krankenhaus begleitet. Oder eine junge Mutter, die gerade einen Blumenladen eröffnet hatte und weinend auf dem Bett saß. Nach sechs Wochen ist sie an einem Hirntumor verstorben. Aber das ist nicht der Alltag. Es hat mir aber geholfen, mehr Sicherheit in Gesprächen zu gewinnen und souveräner mit schwierigen oder kritischen Patienten umzugehen. Grundsätzlich erlebe ich immer wieder sehr viele schöne Begegnungen.“ Strahlend meint sie dann: „Mein schönster Lohn ist das Lächeln der Patienten, wenn man aus dem Zimmer geht, oder wenn ein ‚Danke, dass Sie da waren‘ einen hinausbegleitet.“
Voraussetzungen für ein besonderes Ehrenamt
Um eine Grüne Dame oder ein Grüner Herr zu werden, bedarf es Einfühlungsvermögen, Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und man muss gut zu Fuß sein. Die Aufgaben beschränken sich im Krankenhaus und im Wohnstift St. Martin auf kleinere Besorgungen oder Hilfe beim Packen, aber vor allem steht die Zeit für Gespräche im Vordergrund. „Es darf auch mal gelacht werden“, das ist der Jubilarin, die mit viel Charme und Witz von ihrer Zeit als Grüne Dame erzählt, sehr wichtig. „Wir waren mal 90 Mitglieder, heute sind wir nur noch 17, davon 15 Damen und 2 Herren. Damit können wir nicht mehr jeden Tag besetzen. Ich hoffe sehr, dass wir wieder mehr werden!“ Obwohl Renate Rüppel 1987 Jahren wieder anfing zu arbeiten, hat sie ihren Dienst im Krankenhaus nie aufgegeben. „Der Mittwoch ist mein Tag hier, da freue ich mich immer wieder drauf. Es ist das Beste, was mir passieren konnte!“
Interessierte können sich gerne melden, um mehr über die wichtige und erfüllende Aufgabe als Grüne Dame oder Grüner Herr zu erfahren. Telefon 0261 137-7490 oder E-Mail: Gruene-Damen.ST@gk.de
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Seit 50 Jahren gibt es die Grünen Damen im Ev. Stift. Und seit 50 Jahren ist Renate Rüppel ehrenamtlich dabei. Dafür gab es Blumen und ein herzliches Dankeschön von Sabine Feinen, Kaufmännische Direktorin im Ev. Stift St. Martin. Foto: GK-Mittelrhein