Allgemeine Berichte | 11.08.2026

50 Jahre Grüne Damen und Herren im Ev. Stift

Von der ersten Stunde an dabei: Renate Rüppel schenkt heute noch Patienten Zeit und Nähe

Seit 50 Jahren gibt es die Grünen Damen im Ev. Stift. Und seit 50 Jahren ist Renate Rüppel ehrenamtlich dabei. Dafür gab es Blumen und ein herzliches Dankeschön von Sabine Feinen, Kaufmännische Direktorin im Ev. Stift St. Martin.

Koblenz. Grüne Kittel und großes Engagement: Seit einem halben Jahrhundert bringen die Grünen Damen und Herren im Ev. Stift St. Martin menschliche Wärme ins Krankenhaus. Eine der Pionierinnen ist Renate Rüppel, die die Gründung der damaligen EKH (Evangelische Krankenhaushilfe) vor 50 Jahren hautnah miterlebt hat. Auch heute noch ist sie für die Patienten da – mit Zeit für ein Gespräch, einer kleinen Besorgung oder einfach einem offenen Ohr.

Es war der damalige Verwaltungsdirektor des Ev. Stifts, Gerd Dern, der von der Idee der Grünen Damen gehört hatte und solch ein Ehrenamt 1976 für sein Krankenhaus aufbauen wollte. „Mein Mann hat im Ev. Stift gearbeitet und mir davon berichtet“, erinnert sich die quirlige Rentnerin. „Ich wollte mich gerne ehrenamtlich engagieren. Meine Kinder waren noch klein und ich vorerst ganz zu Hause.“ Dann erzählt die 83-Jährige von den Anfängen, den Herausforderungen und dem, was sie bis heute an ihrem Ehrenamt fasziniert. „Es gab erst einmal unheimlich viel organisatorisch zu regeln: einheitliche Dienstkleidung, ein Büro, Umkleidemöglichkeiten, Anmeldungen zum Dienst, Verhaltensregeln oder Schweigepflicht. Bis dahin hatte ich auch noch keinen Patientenkontakt und war mir unsicher, wie ich damit umgehen kann. Das Pflegepersonal hat uns anfangs schon et-was argwöhnisch beobachtet und die Patienten waren teilweise auch sehr zugeknöpft, besonders die Herren“, lacht sie. „Die haben sich hinter ihrer Zeitung versteckt und die EKH als Einkaufshilfe übersetzt.“

Anfang der 70er Jahre hatten Ursula Klee und Gertrud Hillenblink die Leitung der Grünen Damen übernommen und schnell wurde die Gruppe im Ev. Stift zu einer großen Gemeinschaft und zu einer der größten Gruppen in Rheinland-Pfalz. Gefragt nach bleibenden Erinnerungen muss sie nicht lange überlegen: „Da war ein Patient, der hat mich dreimal abgelehnt. Dann hat er nach mir gefragt und ich habe ihn in seinen letzten Wochen im Krankenhaus begleitet. Oder eine junge Mutter, die gerade einen Blumenladen eröffnet hatte und weinend auf dem Bett saß. Nach sechs Wochen ist sie an einem Hirntumor verstorben. Aber das ist nicht der Alltag. Es hat mir aber geholfen, mehr Sicherheit in Gesprächen zu gewinnen und souveräner mit schwierigen oder kritischen Patienten umzugehen. Grundsätzlich erlebe ich immer wieder sehr viele schöne Begegnungen.“ Strahlend meint sie dann: „Mein schönster Lohn ist das Lächeln der Patienten, wenn man aus dem Zimmer geht, oder wenn ein ‚Danke, dass Sie da waren‘ einen hinausbegleitet.“

Voraussetzungen für ein besonderes Ehrenamt

Um eine Grüne Dame oder ein Grüner Herr zu werden, bedarf es Einfühlungsvermögen, Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und man muss gut zu Fuß sein. Die Aufgaben beschränken sich im Krankenhaus und im Wohnstift St. Martin auf kleinere Besorgungen oder Hilfe beim Packen, aber vor allem steht die Zeit für Gespräche im Vordergrund. „Es darf auch mal gelacht werden“, das ist der Jubilarin, die mit viel Charme und Witz von ihrer Zeit als Grüne Dame erzählt, sehr wichtig. „Wir waren mal 90 Mitglieder, heute sind wir nur noch 17, davon 15 Damen und 2 Herren. Damit können wir nicht mehr jeden Tag besetzen. Ich hoffe sehr, dass wir wieder mehr werden!“ Obwohl Renate Rüppel 1987 Jahren wieder anfing zu arbeiten, hat sie ihren Dienst im Krankenhaus nie aufgegeben. „Der Mittwoch ist mein Tag hier, da freue ich mich immer wieder drauf. Es ist das Beste, was mir passieren konnte!“

Interessierte können sich gerne melden, um mehr über die wichtige und erfüllende Aufgabe als Grüne Dame oder Grüner Herr zu erfahren. Telefon 0261 137-7490 oder E-Mail: Gruene-Damen.ST@gk.de

Weitere Themen

Seit 50 Jahren gibt es die Grünen Damen im Ev. Stift. Und seit 50 Jahren ist Renate Rüppel ehrenamtlich dabei. Dafür gab es Blumen und ein herzliches Dankeschön von Sabine Feinen, Kaufmännische Direktorin im Ev. Stift St. Martin. Foto: GK-Mittelrhein

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Kirmes Obermendig
Heimersheimer Weinzeit, 14. – 15.08.26
Steinhauersymposium & Steinmetzfest Ettringen 2026
Auftrag, Nr. AF2025.000354.0, August 2026
Advertorial Dreirad Messe
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0468#
Empfohlene Artikel
Projektleiter Joschka Erdkamp (2. v. r.) und Architekt Alexander Winkler (l.) informierten gemeinsam mit Julia Moser-Winterwerber Oberbürgermeister Lennart Siefert über den aktuellen Stand der Sanierungsarbeiten am Service-Center Lahnstein in der Westallee.
172

Lahnstein. Noch dominieren Gerüste und Baustellenbetrieb das Bild in der Westallee 5 bis 7, doch es lässt sich erahnen, wie das neue Service-Center der Stadt Lahnstein künftig aussehen wird. Bei einem Baustellenrundgang verschaffte sich Oberbürgermeister Lennart Siefert gemeinsam mit Projektleiter Joschka Erdkamp und dem bauleitenden Architekten Alexander Winkler von M&P Architekten einen Eindruck vom aktuellen Stand der Arbeiten.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Gregor Hoffmann
1179

Der Brandmeister starb unerwartet im Alter von 57 Jahren

Sinziger Feuerwehr trauert um Gregor Hoffmann

Sinzig. Die Freiwillige Feuerwehr Sinzig trauert um ihren Kameraden und Freund Gregor Hoffmann, der plötzlich und unerwartet im Alter von nur 57 Jahren verstorben ist.

Weiterlesen

Die St.-Pius-Straße in Bad Neuenahr-Ahrweiler.  Foto: ROB
673

Die St.-Pius-Straße ist bald wieder regulär befahrbar:

Sperrung wird aufgehoben

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Vollsperrung der St.-Pius-Straße im Bereich der neuen Bachemer Brücke wird voraussichtlich am Montag, 24. August, aufgehoben. Ab diesem Zeitpunkt ist die Straße wieder regulär befahrbar. Die Arbeiten auf der Bachemer Brücke selbst befinden sich ebenfalls auf der Zielgeraden. Mit einer Fertigstellung und Verkehrsfreigabe ist in den nächsten Wochen zu rechnen. Hierzu wird zu gegebener Zeit informiert.

Weiterlesen