Allgemeine Berichte | 24.03.2015

KVHS Ahrweiler und JMD Rhein-Mosel-Ahr begehen den Josefstag

Warten auf dem Bahnsteig des Lebens

Jugendliche Migranten und ihre Ziele stehen im Fokus

Die 16 jungen Leute des Jugendmigrationskurses 2014 und ihre Gesprächspartner aus Politik, Gesellschaft und Kirche mit den beiden „Lokomotiven“ Herkunft und Ziele. privat

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Benachteiligte Jugendliche in den Fokus rücken und ihnen eine Stimme geben: Das ist Ziel der Aktion „Josefstag“ der katholischen Kirche. In Ahrweiler haben sich dazu am 19. März junge Leute aus 16 Nationen mit Vertretern von Politik, Gesellschaft und Kirche getroffen. Veranstaltet wurde der Tag von der Kreisvolkshochschule Ahrweiler (KVHS) und dem Jugendmigrationdienst (JMD) Rhein-Mosel-Ahr in Trägerschaft der Caritas.

Im Saal der Kreisverwaltung Ahrweiler stehen zwei grüne Lokomotiven aus Pappe – die eine gespickt mit unterschiedlichen Flaggen und Namen, die andere noch gänzlich leer. Dazwischen im Stuhlkreis 16 junge Leute, die seit 2014 am Jugendintegrationskurs des JMD und der KVHS teilnehmen und dort einen Deutsch-Sprachkurs machen. „Ankommen, in den nächsten Zug steigen, weiterfahren: Symbolisch gesprochen ist das die Hoffnung vieler junger Menschen, die nach Deutschland zuwandern oder flüchten“, erklären die Organisatoren des Tages, Eva Pestemer und Ruth Fischer vom Jugendmigrationsdienst das Symbol der beiden Lokomotiven. „Die meisten von ihnen kommen an und möchten gerne einen Schulabschluss machen, einen Ausbildungs- oder Studienplatz finden oder haben schon Abschlüsse und sind auf der Suche nach Arbeit.“ Doch oft funktioniere das „Umsteigen“ nicht sofort – viele müssten erst einmal auf dem „Bahnsteig“ warten. In dieser Zeit bereite der Jugendintegrationskurs die jungen Menschen nicht nur sprachlich auf das Leben in Deutschland vor. Ihnen eine Perspektive in der Warteschleife zu geben, sei ein wichtiges Ziel des Kurses, in dem auch Kontakte geknüpft werden, sagt Mitorganisator Christian Hofeditz von der KVHS.

Ziele, wohin der nächste Zug fahren soll, haben die jungen Leute aus Bosnien, Indonesien, Italien, Kosovo, Kroatien, Polen, Portugal, Rumänien, Ungarn und Syrien schon genau vor Augen. Agnieszka aus Polen etwa, die in ihrem Heimatland internationale Beziehungen studiert hat und gerne in Deutschland Beamtin werden würde. Oder Iulia aus Rumänien, die Krankenschwester ist und gerne in ihrem Beruf arbeiten und sich weiter spezialisieren möchte. Talal aus Syrien hat in seiner Heimat neun Monate Chemie studiert, bevor der Krieg in seinem Land ihn zur Flucht trieb. Talal ist Christ und stammt aus dem Dorf, in dem die IS-Miliz zuletzt Dutzende von Geiseln nahm. „Ich würde gerne hier weiter Chemie studieren – aber dafür brauche ich erst noch mehr Sprachkurse für ein besseres Deutsch“, sagt Talal und pinnt das bunte Kärtchen mit dem Wort „Studium“ als Ziel an die noch leere Lokomotive. Die eingeladenen Gäste der Aktion haben in den anschließenden Gesprächen in Kleingruppen die Möglichkeit, ihre Fragen an die Jugendlichen zu stellen. Martin Laskewicz, Jugendpfarrer Bistum Trier, Rita Gilles, Integrationsbeauftragte Ahrweiler, Jochen Seifert, FWG Ahrweiler, Robert Kolle, Die Grünen Kreis Ahrweiler, Alexander Mayer von der Fachstelle Kinder- und Jugendpastoral Andernach, der evangelische Pfarrer Karsten Wächter und Rita Bárdos, Migrationsbeauftragte der Agentur für Arbeit wollen dabei wissen, wie sie den jungen Leuten konkret helfen könnten, welche Angebote gut und welche ausbaufähig sind. Am Ende des Tages kristallisieren sich einige Punkte heraus: Den Sprachkurs finden die jungen Leute als Schlüssel zur Teilhabe sehr wichtig, aber viele wünschen sich noch mehr Kontakte zu Einheimischen. Hier seien beispielsweise Vereine, aber auch christliche Jugendgruppen in den Pfarreien und Gemeinden, aber auch Verbände gefragt – so die Vorschläge der Runde. Die Anerkennung der im Heimatland gemachten Abschlüsse und ein besserer Zugang zu Ausbildung und Arbeit stehen ebenfalls ganz oben auf der Wunschliste. Für Jugendpfarrer Martin Laskewicz ist der Josefstag am Ende genau das, was er sein soll: „Junge Menschen, die auf dem Arbeitsmarkt, durch welche Situation auch immer, benachteiligt sind, sollen am Josefstag im Mittelpunkt stehen. Als Kirche wollen wir da sozusagen PR machen und ihre Interessen wahrnehmen.“ Auch Pestemer ist mit der Aktion zufrieden: „Wir waren erfreut über die vielen Anmeldungen unserer Gesprächspartner. So haben die jungen Leute gesehen: Unsere Gesellschaft interessiert sich für euch.“

Der Heilige Josef ist Schutzpatron der Arbeiter und Jugendlichen. Sein Gedenktag ist der 19. März. Die Jugendaktion zum Josefstag ist eine Initiative des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend, der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Bischofskonferenz und der Bundesgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit. Weitere Informationen: www.josefstag.de. Weitere Informationen zur Arbeit des Jugendmigrationsdienstes gibt es unter Tel. (0 26 51) 98 69 141 oder per E-Mail unter jmd@caritas-mayen.de.

Pressemitteilung der

Bischöfliche Pressestelle

des Erzbistums Trier

Die 16 jungen Leute des Jugendmigrationskurses 2014 und ihre Gesprächspartner aus Politik, Gesellschaft und Kirche mit den beiden „Lokomotiven“ Herkunft und Ziele. Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Siegfried Kowallek: Verwunderlich ist weiterhin, dass die SPD der Neuwieder CDU vorhält, gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten in Bund und Land im Hinblick auf die Partei Die Linke zu verstoßen. In insgesamt...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
  • Beatrix Biskup: Ich habe Bibliotheken immer geliebt und ich freue mich über jeden Schritt den die Stadtbibliothek in Richtung Zukunft geht und über jede Veranstaltung die diese durchführen würde.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
Dauerauftrag 2026
Rund um´s Haus
Alles rund ums Haus
Anzeige "Rund ums Haus"
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Ostergruß
fit für`s Alter?
Innovatives rund um Andernach
Empfohlene Artikel
6

Koblenz. Einladung der Deutschen Rheuma-Liga, öAG Koblenz zum Vortrag von Frau Dr. Anna Haas-Wöhrle – Rheumatologin im Brüderkrankenhaus - am Dienstag, 28.04.2026 um 18:30 Uhr im Wohnpark am Stift, Kurfürstenstraße 71, 56068 Koblenz.

Weiterlesen

Symbolbild.
38

Die Woche vom 20. bis 26. April fällt in eine Phase des spürbaren Übergangs. Der Frühling zeigt sich vielerorts bereits stabil, gleichzeitig wächst die Erwartung auf den Mai. Diese Mischung aus Aufbruch und Ungeduld prägt viele Entscheidungen. In Liebe, Gesundheit und Beruf entstehen Chancen, aber auch Momente der Unsicherheit. Kleine Veränderungen im Alltag können große Wirkung entfalten.

Weiterlesen

Ein Teil der Flensburger Freunde beim Rundgang durch Andernach.
13

Vallendar. Unter dem Motto „Warum in die Ferne schweifen, das Gute ist so nah“ starteten rund 40 gut gelaunte Flensburger Freunde zur Halbtagesfahrt in die „Bäckerjungenstadt“ Andernach, eine der ältesten Städte Deutschlands.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: pixabay.com
191

Im Bereich der Ahrtalbahn könnte es nachts etwas lauter werden:

Ab 15.04.: Schleifzüge fahren auf der Ahrstrecke

Kreis Ahrweiler. Seit Dezember 2025 fahren die Züge wieder vollständig auf der gesamten Ahrstrecke zwischen Remagen und Ahrbrück. Seit März 2026 sind beide verkehrenden Linien rein elektrisch und damit umweltfreundlicher unterwegs. Damit die neuen Schienen nun noch einen „letzten Schliff“ erhalten können, wird nachts ein Schleifzug unterwegs sein. Dies betrifft die folgenden Zeiträume und Abschnitte:

Weiterlesen

12

Ausbau der Ladeinfrastruktur am Rathaus

Neuer Schub für die Elektromobilität

Meckenheim. Das regionale Energieunternehmen e-regio erweitert die Ladeinfrastruktur in Meckenheim und schafft am Rathausparkplatz zusätzliche Möglichkeiten zum komfortablen Laden von Elektrofahrzeugen. Aufgrund der hohen Nutzung der bestehenden Ladesäule werden derzeit zwei neue AC-Ladesäulen mit insgesamt vier Ladepunkten installiert. Die neuen Ladepunkte sind so angeordnet, dass sie von jeweils zwei Parkbuchten optimal erreichbar sind.

Weiterlesen

18

Allgemeine Berichte

Ortsübliche Bekanntmachung

Sinzig. Ortsübliche Bekanntmachung über die öffentliche Bekanntgabe der Bestimmung und Abmarkung von Flurstücksgrenzen in der Gemeinde _Sinzig_______ In der Gemarkung __Bodendorf______, Flur __13__, Flurstücke __124/1, 133______ wurden die Flurstücksgrenzen aus Anlass einer Liegenschaftsvermessung auf Antrag bestimmt und abgemarkt. Über diese Maßnahmen wurde am _17.3.2026_ eine Grenzniederschrift angefertigt.

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Dauerauftrag
Dauerauftrag Imageanzeige
Kleinanzeigen
Auftrag, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Schulze Klima -Image
Vortrag: Arthrose des Hüft- und Kniegelenk
Tag der offenen Tür
Rund ums Haus
Container Anzeige
Innovatives rund um Andernach
Stellenanzeige
Feierabendmarkt Bad Neuenahr / o.B. Sponsoring
Stellenanzeige Personalreferent/in
Stellenanzeige