Allgemeine Berichte | 06.02.2013

Die Rheinbreitbacher KG „Me haalen et us“ hatte zum Festkommers eingeladen

111-jähriges wurde ausgiebig gefeiert

Über die Hälfte der Ex-Kinderprinzen und -prinzessinnen waren zum Festkommers gekommen. DL

Rheinbreitbach. Das Klagelied älterer Generation stimmten die Burgbläser mit „He deit et wieh und da deit et wieh, alles wat schön is, dat könn mer nit mieh“ passend zum Festkommers der 111-jährigen KG „Me haalen et us“ in der Hans-Dahmen-Halle an. In dieser konnte Präsident Michael Siegel nicht nur den Hausherrn, Bürgermeister Karsten Fehr, im „großen Schwarzen“, dafür aber mit pfiffiger Fliege, begrüßen. Willkommen heißen konnte er auch den Ersten Kreisbeigeordneten Achim Hallerbach, Erwin Rüddel als Bezirksvorsitzenden der Rheinisch Karnevalistischen Korporationen, Francisco Hoffmann vom Regionalverband Rhein-Sieg-Eifel (RSE) des Bundes Deutscher Karnevalisten sowie eine Delegation des Festausschusses Siebengebirge um den Geschäftsführer Ralf Rother. Für ein volles Haus sorgten zudem Vertretern der Ortsvereine und befreundeter Gesellschaften aus der VG sowie dem benachbarten Bad Honnef und jede Menge ehemaliger Kinderprinzenpaare der Jubiläumsgesellschaft.

„Kleine Burggarde“

Als erstes schickte der Präsident die „Kleine Burggarde“ ins Rennen. Dann bat Michael Siegel den Bürgermeister als Laudator auf die Bühne. Nachdem dieser das Gründungsjahr der KG erwähnt hatte, in dem auch Heinz Rühmann und Charles Lindbergh das Licht der Welt erblickt hatten, gestand er in Reimform übergehend einsichtig ein: „Menschen aus der Politik tragen öfter dazu bei, dass es was zu berichten gibt in der Narretei!“ Auch mit einem weiteren Geständnis konnte er die Jecken im Saal nicht wirklich überraschen. „Ich kann zwar besser Kölsch trinken, als schwaade, aber: Und wenn ich mich auch sollt‘ blamiere, ich will die Red‘ jetz in Platt probiere!“

Und schon war er beim Stammtisch beim Bornheims Konny, wo vor 111 Jahren der „Club der Harmlosen“ aus der Taufe gehoben worden war. Über die Siebengebirgs-Prinzenpaare, Ralf und Claudia Kinder (1992) sowie Ralf und Marlene Rother (2002), kam der Laudator zu einem unvergessenen Duo, neben den „Vier Assen und ein Joker“ die närrischen Stars der KG mit „eigenem“ Platz im Ortes, zum „Deck un Schmal“, Willi Pauli und Karl-Heinz Pielen.

Nach dem anschließenden jecken Klaaf von „Harry un Achim“ in dessen Mittelpunkt en neues „Schwad-Phon“ stand, intonierten die Burgbläser „Wer soll das bezahlen?“ als plattewies leckere „Häppcher“ aufgetragen wurden. Die Frage war nach dem Verursacherprinzip schnell beantwortet: Die Jubiläums KG hatte es sich nicht nehmen lassen, ihren Gästen zumindest die feste Nahrung zu spendieren, deren Kalorien bei etlichen Schunkelwalzern wieder abtrainiert werden konnten.

„Diese KG hat 111 Jahre lang bewiese, wie man hier feiert. Die Art wie Ihr die Leidenschaft für den Fastelovend auszubreiten versteht, ist aller Ehren wert“, lobte Francisco Hoffmann die Jubilare, bevor er Michael Siegel den Orden des RSE überreichte.

Aufmarsch der ehemaligen Kinderprinzenpaare

Ein Höhepunkt der Veranstaltung war dann der Aufmarsch der ehemaligen Kinderprinzenpaare. Adressen von 50 Tollitäten von 1966 bis 2012 hatte Ex-Muuzemändelche Karoline Laufenberg, Prinzenführerin vergangener wie jüngster Tage, recherchiert, ganze 26 Ex-Narrenregenten, einzeln oder paarweise, erkannte sie auf der Bühne wieder. Auf diese berief Michael Siegel auch Hannelore Gebauer, die nicht nur kurz vor Weihnachten ihren 75. Geburtstag gefiert hatte. „Wann immer eine helfende in den zurückliegenden 40 Jahren etwa bei Geschirrspülen benötigt wurde, warst Du zur Stelle“, dankte der Präsident dem langjährigen Mitglied, das bereits beim Frühschoppen der KG den Jahresorden erhalten hatte.

Grüße und Glückwünsche des Kreises und von Landrat überbrachte dann Achim Hallerbach, der sich in der Presse über die 100-Jahr-Feier der KG schlau gemacht hatte.

„Da ist zu lesen, dass sich Rainer Kaul auch um die Bevölkerung aus den Randgebieten des Kreises kümmere. Das ist auch gut so, denn ohne diese Randgebiete hier im Nordwesten stünde Neuwied ganz schön arm da“, spielte der Asbacher auf die wirtschaftliche Vormachtstellung seiner VG mit der Gemeinde-Krösus Windhagen an.

Hochzufrieden sei er dagegen bei der Anreise gewesen, dass der vor elf Jahren von Bürgermeister Ulrike Jossen noch erhobene Wegezoll nicht mehr bestehe. „Dafür hat die uns ja auch vor vier oder fünf Jahren Kreisel beschert“, erinnert Michael Siegel, bevor er von dem „obersten Müllmännchen“ von Neuwied als Präsent das „letzte Hemd“ des Kreises im Rähmchen erhielt. Dafür schmückt nun der Sessionsorden dessen Brust, sodass man ab sofort keine Eulen mehr zum Hallerbach tragen muss. DL

Über die Hälfte der Ex-Kinderprinzen und -prinzessinnen waren zum Festkommers gekommen. Foto: DL

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