Allgemeine Berichte | 08.04.2014

In Linz startete der Ökumenische Kreuzweg der Jugend

20 Christen folgten dem Eichenkreuz zu den sieben Stationen

Pfarrer Patrick Ringhausen begrüßte an Sankt Martin die Teilnehmer am Kreuzweg der Jugend. DL

Linz. „Hoffnung, die trägt und viele bewegt“, stimmten die gut 20 Teilnehmer an dem Ökumenischen Kreuzweg der Jugend vor der ehrwürdigen Sankt Martins-Basilika in der vorigen Woche am späten Freitagnachmittag an. Begrüßt zum „Prolog“ der Veranstaltung hatte dort Kooperator Patrick Ringhausen alle Jugendliche und jung gebliebenen Erwachsenen, die der Einladung der Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates, Herta Brinkmann, gefolgt waren, darunter auch Hans-Ulrich Reh und die junge Elin Fischer als evangelische Vertreter der Linzer Ökumene.

„Der Ökumenische Kreuzweg der Jugend lädt dieses Jahr unter dem Motto ’Jener Mensch Gott!‘ dazu ein, den Blick auf das Leid, aber auch auf die Hoffnung und auf die Zuwendung Gottes zu richten. Er tut dies mit den ungewöhnlichen Bildern des Isenheimer Altars von Matthias Grünewald“, erklärte der Patrick Ringhausen. Bei dem berühmten Altarwerk aus Colmar gehe es nicht allein um fromme Anbetung. Entstanden sei das Bild 1512/16 angesichts der Pestseuchen und der damit verbundenen Leiden. „Der Maler zeigt den mitleidenden Christus gemeinsam mit Menschen, die sich um das Kreuz versammelt haben und auf unterschiedliche Weise mit ihrer Not umgehen“, so der Geistliche.

Mit dem Blick auf Jesus Christus am Kreuz die Begrenzungen des Leides überwinden, mit dem Weg des Gebets neue Wege in die Welt gehen, dafür steht der Ökumenische Jugendkreuzweg seit seinem Beginn. Seine Geburtsstunde hatte er 1958 auf dem Katholikentag in Berlin mit jungen katholischen Christinnen und Christen in der Bundesrepublik und der ehemaligen DDR. „Nach dem Mauerbau entwickelte er sich zur Gebetsbrücke Ost-West über die Mauer hinweg. Seit 1972 ökumenisch, vereint er heute Tausende junger Menschen eigentlich am Freitag vor Palmsonntag. Aus terminlichen Gründen gedenken wir schon vorher mit gemeinsamen Texten des Leidenswegs Jesu“, so Herta Brinkmann. Auch heute gelte es, noch Grenzen zu überwinden, die der Generationen, die der Gleichgültigkeit und nicht zuletzt natürlich die der Konfessionen, betonte sie.

„Kreuzwege“, Stationen also, die die Leidensgeschichte Jesu erzählen, gibt es in Hülle und Fülle. In katholischen Kirchen, in Parks, an Wallfahrtsstätten, in Räumen und im Freien, gemalt, geschnitzt, gemeißelt, in Fotos, in Bildtafeln, als Skulpturen. Mal mit sieben Stationen, mal mit 14. Mal mit den ganz klassischen Motiven. Mal betet man sie als Gruppe, mal alleine, mal nach Textvorgaben, mal eher betrachtend. An diese lange und große Tradition knüpft der Jugendkreuzweg an und führt sie weiter. Sieben Details aus dem Altarbild sind in der vom Jugendhaus Düsseldorf erstellten Text- und Liedbroschüre den sieben Stationen des Ökumenischen Kreuzwegs der Jugend 2014 zugeordnet. Diese führten in Linz von der ehrwürdigen Basilika nach Sankt Marien, an die Mariensäule auf den Markt, zum Buttermarkt und abschließend in die Evangelischen Kirche. Der ersten Station, dem „Zeigen“, ist das Mittelteil des Altarbildes zugeordnet mit dem Gekreuzigten, den links Maria und Johannes zusammen mit Maria Magdalena beweinen, während rechts Johannes der Täufer auf Christus verweist.

„Ein Mann in einem einfachen Mantel. Ein Prophet: Johannes der Täufer“, eröffnete Herta Brinkmann, die sich nun mit Fischer die Textpassagen teilte, den Prolog. Nach dem Lied der Hoffnung trugen dann Jan Schumacher und Niklas Buslay sowie die Brüder Leonhard und Benedict Ruppel das über zwei Meter hohe, aus schweren Eichenbalken gezimmerte Kreuz vor den Teilnehmern die langen Treppen Richtung Sankt Marien zu den ersten Stationen in Sankt Marien, wo neben dem „Zeigen“ auch das „Flehen“ mit der mitleidenden und um Erlösung bittenden Maria Magdalena Thema war. „Zerbrechen“ mit der leidenden Mutter Christi hieß es an der nächsten Station, bevor der Jünger Johannes an Station vier als Stützen Mariens das „Halten“ symbolisierte. Die rechte Hand des Gekreuzigten stand dann an Station fünf für das „Leiden“, sein Kopf mit der Dornenkrone an Station sechs für „Sterben“, bevor die Hand des Täufers als letzter Bildausschnitt „Hinweis“ auf „den Weg zum wahren Leben“ gibt; „Denn Jesu Leben ist stärker als der Tod.“

Träger des Ökumenischen Kreuzwegs der Jugend sind die Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz, der Bund der Deutschen Katholischen Jugend und die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland. Heute überbrücken die gemeinsamen Worte Konfessionen, Gesinnungen, Generationen. Er gehört mit jährlich knapp 60.000 Teilnehmenden zu den größten ökumenischen Jugendaktionen Europas. Auch in den Niederlanden, Österreich und den deutschsprachigen Teilen von Luxemburg, Belgien und der Schweiz beten ihn junge Christinnen und Christen. Weitere Informationen gibt es unter www.jugendkreuzweg-online.de.

Pfarrer Patrick Ringhausen begrüßte an Sankt Martin die Teilnehmer am Kreuzweg der Jugend. Foto: DL

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