Übung der Jugendfeuerwehr Unkel
24 Stunden den Ernstfall trainiert
Unkel. Zur 24-Stunden-Übung hatte der Unkeler Jugendfeuerwehrwart Robert Rohkrämer seine junge Truppe in die Unkeler Feuer- und Rettungswache beordert. Und nur eine potenzielle Nachwuchskraft hatte ihm einen Korb geben müssen. „Dass trotzdem nur acht Auszubildende erscheinen sind, darunter erfreulicherweise aber auch zwei Mädchen, liegt nicht nur am demografischen Wandel unter dem auch wir zu leiden haben. Die Jugendfeuerwehr der Verbandsgemeinde Unkel hatte in den beiden Vorjahren einen große Aderlass, weil viele ihrer Mitglieder, Ehemalige von unseren fünf Löschzügen, übernommen wurden“, erklärte Robert Rohkrämer, der von seinem Vorgänger Willi Munckenbäck vor rund drei Jahren noch eine 20 Mann starke Truppe übernommen hatte. „Da wollen wir auch wieder hin, obwohl die Freizeitangebote für Jugendliche hier an der Rheinschiene viel umfangreicher sind als etwa im hohen Westerwald. Auf jeden Fall haben wir mit einer starken Jugendfeuerwehr dafür gesorgt, dass die Löschzüge der VG trotz des Ausscheidens älterer Feuerwehrleute in die Alterswehr ihren Personalstand halten konnten“, hob er hervor. Da hatten die acht Jungfeuerwehrleute schon einige Stunden Theorie vom Einsatz an offenen Gewässern bis hin zur Pumpenprüfung hinter sich.
Alarm!
Dann schrillten die Alarmglocken. „Aus dem Kiosk auf dem Freibadgelände quillt dichter Rauch“, informierte Willi Munckenbäck als Leiter dieser Übung die junge Truppe. Die sich sofort mit einem Löschfahrzeug auf den Weg zum Einsatzort machte, wo der 15-jährigen Jannik Roos als Gruppenführer über die genau Situation „Feuer 3 mit Menschenrettung“ informiert wurde.
Wasser marsch!
Schon ließ er drei C-3-Rohre zum Verteiler verlegen und schickte Louise Kessel mit Nico Rechmann als Angriffstrupp unter Atemschutz in das brennende Gebäude. Interessiert beobachteten Wehrleiter Ulrich Rechmann und der Unkeler Wehrführer Sascha Wiemer die Arbeit der Jugendfeuerwehr. „1. Rohr Wasser marsch!“, kommandierte Jannik Roos. Allerdings zielten seine Leute nicht auf den oder gar in den Kiosk, sondern gönnten dem Rasen eine sanfte Dusche in der frühen Nachmittagssonne. „Feuer aus“ kam wenig später die Nachricht aus dem Gebäude per Funk bei Willi Munckenbäck an und um 14.17 Uhr , also keine 15 Minuten nach Eintreffen am Einsatzort war auch die „vermisste Person“ gefunden. „Und was machen wir jetzt noch“, fragte der Einsatzleiter die junge Feuerwehrleute, nachdem Louise und Niko den Dummy ins Freie getragen hatten. Schnell wurde mit dem stellvertretenden Jugendfeuerwehrmann Sebastian Kirschbaum ein Lüfter vor der Tür aufgebaut, mit dem der Rauch durch die geöffneten Fenster aus dem Kiosk getrieben wurde.
Fazit
„Mit dem, was ich bisher gesehen habe, bin ich durchaus zufrieden. Die erste praktische Übung heute ist gut verlaufen“, so Robert Rohkrämer in einem ersten Fazit, während die Schläuche bereits aufgerollt und in dem Löschfahrzeug verstaut wurden. Weiter ging es im Unkeler Mannschaftsraum mit theoretischem Unterricht, bevor dann am späten Nachmittag an den Erpeler Tonwerken die Absturzsicherung geübt wurde, während nach dem Abendessen ein umgestürzter Baum auf dem Programm stand. „Ob wir vor dem Bettenmachen in der Rettungswache auch noch eine vermisste Person suchen müssen, steht noch nicht fest“, ließ der Feuerwehrjugendwart selbst seinen großen Betreuerstab im Unklaren.
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